Anne Will wollte nicht: Caren Miosga will auch AfD-Politiker in ihre Talkshow einladen
Ein Beitrag von
Caren Miosga talkt künftig jeden Sonntag im Ersten. Anders als ihre Vorgängerin Anne Will plant sie, in ihrer neuen Sendung auch mit AfD-Politikern zu sprechen.
„Wir stehen vor Wahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg. In allen drei Bundesländern liegt die AfD vorn, also müssen wir sie einladen“, sagt Miosga im Spiegel-Interview.
Allerdings gelte das nicht für jeden Politiker aus der Partei. „Nicht wenige von ihnen sind Meister im Errichten von Lügengebäuden. Da kommst du als Moderatorin im Überprüfen der Aussagen live nicht hinterher“, so Miosga. Und weiter: „Es würde ein bescheuertes Spiel werden: Nein, ja, stimmt nicht, stimmt doch.“
„So krass rechtsextrem“
Zudem gebe es AfD-Politiker, die „so krass rechtsextrem sind, dass sie ebenfalls keine Einladung bekommen werden.“

Grünen-Politiker Robert Habeck und Parteigenossen waren gern gesehene Gäste bei Anne Will – der Vorgänger-Sendung von Miosga.
Die erste Ausgabe von Caren Miosga soll am 21. Januar im Ersten laufen. Miosga will keine aufgebrachten Streitgespräche, sie sagt: „Wir möchten die Runde nicht so besetzen, dass alle einander die Köpfe einhauen. Diese Form der Orchestrierung passt nach unserem Empfinden nicht in diese ohnehin unruhige Zeit.“
Miosga bekommt 580.000 Euro für Moderation
Anne Will hatte seit Corona auf Studiopublikum verzichtet, Miosga will es wiedereinführen. Aber: „Bei uns bleiben die Claqueure draußen.“ Die Begleiter der Polit-Gäste müssen im Backstage-Bereich bleiben, so Journalistin Miosga. „Dort können sie die Sendung auf dem Bildschirm verfolgen, bei Snacks und Getränken.“

Im Oktober 2023 moderierte Carmen Miosga zum letzten Mal die Tagesthemen der ARD.
Die Ex-Tagesthemen-Moderatorin lässt den Talk von ihrer eigenen Firma produzieren. Laut Recherchen des Portals Business Insider kostet die Sendung jährlich 5,8 Millionen Euro, davon entfallen 580.000 Euro auf Miosgas Moderation, schreibt der Spiegel.
Miosga dazu: „Fernsehen machen kostet nun mal Geld. Die Technik, das Studio, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, all das muss bezahlt werden. Über Formate, die der Sender selbst produziert und die genauso viel kosten, beklagt sich niemand, aber hier regt man sich auf.“
Suppe essen und ins Bett gehen
Auch ihr Honorar verteidigt Miosga im Spiegel-Interview. Niemand würde fragen, was Entertainer oder Sportmoderatorinnen verdienen. „Nur bei politischen Journalisten und Journalistinnen sind die Zahlen plötzlich ein Affront“, so Miosga. „Das erschließt sich mir nicht.“
Für ihre neue Rolle hätten Freunde ihr empfohlen, egoistischer zu werden, erzählt Miosga noch. „Leider neige ich dazu, mich in alles reinzuknien und mich zu übernehmen. Das fängt bei der Studio-Deko an. Ich bin Expertin für Farbpaletten, Stoffbezüge und Bestuhlung geworden. Zwischendurch muss ich mich selber am Schlafittchen packen und mir klarmachen: Du hast nicht die Kraft einer Fußballmannschaft, du delegierst jetzt, isst eine Suppe und gehst danach ins Bett.“
Mehr NIUS:
Letzter Talk in der ARD: Zum Abschied bekam Anne Will ein dickes Lob von Robert Habeck
Mehr NIUS:
Bayerischer Rundfunk hängt sich riesiges queeres Tripper-Plakat an die Zentrale
So wettern deutsche Medien gegen die WM
Collien Fernandes über ihren Kampf gegen digitale Gewalt: „Und dann dachte ich, okay, Luisa Neubauer ist schon mal auf meiner Seite”
Sibel Kekilli über Gewalt in ihrer türkischen Familie: „Dort ist meine Großcousine im Kreis verprügelt worden, weil sie einen Freund hatte”
ARD bastelt an „Trusted Content“: KI-Inhalte sollen aus „verlässlichen“ Quellen kommen
Micky Beisenherz erzählt stolz, wie sein Fußballverein AfD-Sympathisanten rauswirft
Gabor Steingart vergleicht Kanzler Merz mit SED-Führer Walter Ulbricht
ORF-Stream bricht bei Österreich-Sieg zusammen: Fans verpassen entscheidende Tore
Mehr NIUS:
Sibel Kekilli über Gewalt in ihrer türkischen Familie: „Dort ist meine Großcousine im Kreis verprügelt worden, weil sie einen Freund hatte”
ARD bastelt an „Trusted Content“: KI-Inhalte sollen aus „verlässlichen“ Quellen kommen
Micky Beisenherz erzählt stolz, wie sein Fußballverein AfD-Sympathisanten rauswirft
Gabor Steingart vergleicht Kanzler Merz mit SED-Führer Walter Ulbricht
ORF-Stream bricht bei Österreich-Sieg zusammen: Fans verpassen entscheidende Tore
„Du bist gut genug“: Wird diese Jammer-Hymne der Sommerhit 2026?
Nach Musk-Abmahnung: ZDF kürzt Beitrag „aus rechtlichen Gründen“
Als Beispiel für Müll nennt Funk die Bibel
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare