„Caren Miosga“ ohne Live-Moment: Collien Fernandes vorab allein aufgezeichnet
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Bei „Caren Miosga“ sprach Collien Fernandes am Sonntagabend nicht wie ursprünglich geplant in der großen Runde, sondern zunächst allein mit der Moderatorin über „digitale Gewalt“ und ihren eigenen Fall. Die spätere Diskussion mit weiteren Gästen lief davon getrennt, berichtet die Bild.
Dabei war für das Fernsehpublikum zunächst nicht ohne Weiteres erkennbar, dass weder das Interview noch die spätere Runde live gesendet wurden. Nach den vorliegenden Informationen wurde das Gespräch mit Fernandes bereits einige Stunden vor der Ausstrahlung aufgezeichnet. Auch die anschließende Diskussionsrunde entstand vorab. Die gesamte Sendung lief damit ausnahmsweise ohne Live-Situation.
Der veränderte Ablauf stand offenbar im Zusammenhang mit der aufgeheizten Lage vor der Sendung. Seit ein Spiegel-Artikel schwere Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen öffentlich gemacht hatte, war der Fall verstärkt in den Fokus geraten. Ulmen weist Teile der Darstellung zurück.

Fernandes bei Miosga
Zusätzlichen Druck erzeugte am Sonntag Kritik von Ulmens Anwalt Christian Schertz. Er warf der Redaktion vor, eine unausgewogene Konstellation zu schaffen und sprach von einem „eklatant rechtsstaatswidrigen“ Vorgehen. Schertz störte sich daran, dass mit Fernandes und Bundesjustizministerin Stefanie Hubig aus seiner Sicht zwei Stimmen eingeladen worden seien, die nur eine Richtung abbildeten. Wörtlich erklärte er: „Das Fernsehgericht tagt mit der höchsten Vertreterin der Justiz in Deutschland und der Anzeigenerstatterin.“
Ulmen selbst nahm nicht an der Sendung teil. Nach Angaben seines Anwalts habe dieser stellvertretend für Ulmen angeboten, ebenfalls im Studio zu erscheinen. Dazu kam es jedoch nicht. Statt einer direkten Gegenüberstellung entschied sich die Redaktion kurz vor der Ausstrahlung für eine klare Trennung: erst das persönliche Gespräch mit Fernandes, danach ein Themenblock, der den Fall nicht unmittelbar weiterverhandeln, sondern „digitale Gewalt“ grundsätzlich behandeln sollte.
Genau das war nach Darstellung der Sendung auch die Absicht. Ein Sprecher von „Caren Miosga“ erklärte gegenüber Bild: „Die Entscheidung, Collien Fernandes ausschließlich im Einzelgespräch zu befragen, ist eine redaktionelle Entscheidung. Die anschließende Diskussionsrunde behandelt das Thema digitale Gewalt in seiner ganzen Breite – einschließlich rechtlicher, politischer und gesellschaftlicher Aspekte, die über den konkreten Fall hinausgehen. Die Anwesenheit von Frau Fernandes in der Runde hätte den Eindruck erwecken können, alle diskutierten Sachverhalte beträfen auch ihren konkreten Fall – eine Gleichsetzung, die die Redaktion vermeiden wollte.“
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