ZDF behauptet, Musk hätte zur „Jagd auf Migranten“ aufgerufen
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Das ZDF behauptet in einer Ausgabe der Sendung „ZDF heute live“, Elon Musk habe in Bezug auf die Proteste und Ausschreitungen in Nordirland öffentlich dazu aufgerufen, „Jagd auf Migranten“ zu machen.
Belege für diesen massiven Vorwurf gibt es nicht. NIUS hatte das ZDF angefragt. Ein Sprecher antwortet: „Die Moderation sollte die Gemengelage der gewaltvoll eskalierten Proteste und der vorherigen Aufrufe zu Protesten auf X zu Beginn der sehr umfassenden und differenzierten 30-minütigen Sendung pointiert zusammenfassen. Die gewählte Formulierung war aber unpräzise und dadurch missverständlich.“
Bedeutet: Der Vorwurf an Elon Musk durch den öffentlich-rechtlichen Sender ist frei erfunden.
„Ein brutaler Mordversuch auf offener Straße in Belfast. Jemand filmt. Das Video geht viral. Ein rassistischer Mob macht daraufhin Jagd auf Migranten. Dazu aufgerufen hatten ein britischer Rechtsextremist und Tech-Milliardär Elon Musk“, leitete die Moderatorin die 30-minütige Sendung ein, die sich allein mit der Frage beschäftigte, warum Elon Musk die Proteste in Nordirland befeuere und was er davon habe.
Als vermeintlicher Beleg für Musks Aufruf, „Jagd auf Migranten“ zu machen, wird ein Tweet vom 9. Juni gezeigt. Musk schrieb: „Nur mit wiederholtem und lautem Protest wird sich etwas ändern“ und teilte mit diesen Worten einen Tweet des rechtsradikalen britischen Aktivisten Tommy Robinson (bürgerlich: Stephen Yaxley-Lennon).
Robinson hatte in seinem Tweet Folgendes geschrieben: „Das gesamte Vereinigte Königreich geht heute Abend um 19 Uhr auf die Straßen nach einem weiteren Angriff der Eindringlinge auf unser Volk. Es ist Zeit.“ Angehängt waren zwei Flyer, auf denen Orte aufgelistet sind, an denen Demonstrationen stattgefunden haben. Auf den Flyern steht wörtlich und gelb unterlegt: „Friedlich. Respektvoll. Gemeinsam.“
Von einem Aufruf zu Gewalt oder gar einem Aufruf, „Jagd auf Migranten“ zu machen, ist in Musks Tweet nichts zu lesen. Auch nicht in dem Beitrag, den er mit seinem Repost weiterverbreitet hat.

30 Minuten lang beschäftigte sich das ZDF mit dem falschen Vorwurf gegen Musk.
Heftige Ausschreitungen nach versuchter Hinrichtung
Am 8. Juni hatte ein 30-jähriger sudanesischer Asylbewerber auf offener Straße in der Hauptstadt Belfast versucht, einen Mann zu enthaupten. Der Nordire überlebte schwer verletzt, verlor ein Auge, schwebt aktuell nicht mehr in Lebensgefahr. In der Folge war es zu heftigen, teils gewalttätigen Unruhen in Nordirland gekommen. Vermummte Gruppen, darunter auch Rechtsextreme hatten Häuser von Migranten markiert, teils Brandsätze gezündet und tatsächlich Jagd auf Menschen gemacht.
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