Verschickte Christian Ulmen doch keine Deepfakes? Collien Fernandes spricht exklusiv bei NIUS
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Es ist ein Fall, der Deutschland bewegt. Die Schauspielerin Collien Fernandes wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vor, sie „virtuell vergewaltigt“ zu haben. Ulmen soll sich mit falschen Accounts auf Social Media als seine Frau ausgegeben haben. Er selbst hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert, sein Anwalt spricht von „unwahren Tatsachen“.
NIUS recherchiert in dem Fall, der inzwischen auch eine politische Dimension erreicht hat, da die Bundesregierung offenbar ein Gesetz plant, mit dem jegliche „herabwürdigende“ Deepfakes unter Strafe gestellt werden sollen. Deswegen stellte NIUS schriftlich mehrere Fragen an Collien Fernandes. Diese Fragen hat Collien Fernandes persönlich in schriftlicher Form beantwortet. Eine Antwort scheint besonders brisant: Offenbar, so liest es sich, wirft Fernandes ihrem Ex-Mann Christian Ulmen NICHT vor, pornografische Deepfakes von ihr verbreitet zu haben, sondern unter ihrem Namen andere pornografische Bilder.
NIUS dokumentiert die Fragen und Antworten.
NIUS: In der zweiteiligen ZDF-Dokumentation „Spurensuche“, an der auch Sie mitgewirkt haben, wird der Anwalt Christian Schertz mit folgenden Worten über Deepfakes zitiert: „Es ist eine mediale Vergewaltigung“. Mit einem ähnlichen Wording überschreibt der Spiegel seinen Artikel über Ihre Vorwürfe an Christian Ulmen: „Du hast mich virtuell vergewaltigt.“ Der Spiegel zitiert hier nach eigenen Angaben aus einer Nachricht von Ihnen an Herrn Ulmen. Inwiefern fanden zuvor Absprachen zwischen Ihnen und Herrn Schertz statt?
Collien Fernandes: Es fanden keine Absprachen zwischen Christian Schertz und mir statt.

Plötzlich im bundesweiten Fokus: die Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes.
NIUS: Wurde dieser Satz bewusst gewählt, damit er später rechtssicher als Zitat in einem Text verwendet werden kann?
Collien Fernandes: Nein. Es handelt sich um eine private Nachricht, die sich auf ein fehlendes Unrechtsbewusstsein des Täters bezog.
NIUS: In der Dokumentation suchen Sie nach pornografischen Videos, die Fremde mit Hilfe von KI erstellt haben sollen. Bis zum Ende finden Sie jedoch keine solchen Videos. Welche Belege liegen Ihnen dafür vor, dass tatsächlich pornografische KI-Deepfakes von Ihnen im Netz erstellt wurden? Welche Belege liegen Ihnen dafür vor, dass derartige pornografische Deepfakes durch Fake-Accounts verschickt wurden? Unter anderem sprechen Sie in Ihrer Dokumentation mit einem Mann, der in einer Mail behauptet hatte, Sex-Videos von einem gefälschten Fernandes-Account geschickt bekommen zu haben. Im Gespräch bestätigt er dies Ihnen gegenüber jedoch nicht: „Im Telefonat bestätigt er mir, dass er Nacktbilder erhalten hat“, so Ihr Wortlaut in der Doku. Trifft es zu, dass der Mann nicht bestätigt hat, Sex-Videos erhalten zu haben? Wenn ja: Weshalb resümieren Sie an dieser Stelle „Es werden Sex-Videos verschickt“, wenn Sie dafür in der Dokumentation keinen Beleg anführen?
Collien Fernandes: Das sind verschiedene Punkte. Zum einen gibt es Menschen, die Deepnudes von mir online gestellt haben, zum anderen gibt es die pornografischen Videos, die der Täter unter meiner Identität verschickt hat. Hierüber haben uns Männer informiert, die die Echtheit dieses Profils anzweifelten.

Dieses Spiegel-Cover sorgte für eine bundesweite Empörung und befeuerte eine Debatte über „digitale Gewalt“.
NIUS: Gab es Absprachen zwischen Ihnen/Ihrem Anwalt sowie HateAid, etwa bezüglich dem Vorgehen bei der medialen Verbreitung der Vorwürfe gegen Herrn Ulmen? Gab es Absprachen zwischen Ihnen/Ihrem Anwalt sowie dem Bundesjustizministerium, etwa bezüglich medialer Berichterstattung oder dem Gesetzesvorhaben der Justizministerin zum „digitalen Gewaltschutz“? Wenn ja: War in diese Absprachen auch der Spiegel, die Tagesschau oder ein anderes Medium eingebunden?
Collien Fernandes: Es gab keine Absprachen zwischen meinen Anwälten und dem Justizministerium und auch keine Absprachen zwischen meinen Anwälten und Hate Aid.
NIUS: Weshalb haben Sie sich in einem Interview für die Dating-App „Raya“ ausgesprochen, obwohl Sie selbst so schlechte Erfahrungen mit Online-Plattformen gemacht hatten? Haben Sie für diese Aussagen Geld oder andere Leistungen oder Vorteile vom Unternehmen „Raya“ erhalten?
Collien Fernandes: Ich habe kein Geld oder andere Leistungen und Vorteile von Raya erhalten.
NIUS: In einer YouTube-Dokumentation von HateAid vom 04.03.2025 sagen Sie: „Da gibt es ein Bild, da habe ich Sex mit meinem Partner. Und da verstehe ich nicht, dass die sagen: Nee, können wir nicht feststellen, dass das ein Deepfake sein soll. Das ist Pornomaterial und das ist ganz klar nicht echt.“ Wen meinen Sie mit „die“?
Collien Fernandes: Im Rahmen der ZDF-Dokumentation haben wir verschiedene Bilder bei verschiedenen Plattformen als Deepfake gemeldet und bekamen die Rückmeldung, auch bei Bildmaterial, bei dem es sich ganz klar um sogenanntes Deepfake-Material handelt, dass man das nicht feststellen könne.
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