Das war’s, Woko und Klaas? Der ProSieben-Paukenschlag!
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Wenn die Chefs bei ProSiebenSat.1 etwas mitzuteilen haben, wird das oft wie in einer Fernsehshow aufgezogen. Etwas albern tanzen die kamera-unerprobten Medienschwergewichte dann in der Studio-Kulisse herum und verkünden ihre News. So auch am Dienstag. Nur diesmal war der Moderator der Hauptnachrichten neu, die Geistes-Haltung und die Botschaft erst recht: Marco Giordani, Gesandter der neuen Besitzerfamilie Berlusconi, inthronisierte sich als Vorstandschef und verkündete in Trump-Manier seinen Vorgängern sinngemäß: You‘re fired.
Angeblich sollen die drei Vorstände, CEO Bert Habets (Holland), Finanzchef Martin Mildner (Deutschland) und COO Markus Breitenecker (Österreich) nur Minuten vor allen anderen von ihrem vorzeitigen Dienstschluss erfahren haben. Zeit genug, um offiziell „im besten Einvernehmen“ zu gehen.

Ex-CEO Bert Habets
Berlusconis Bambini wollen was Neues
Die beiden Bambini des verstorbenen Medienmoguls Silvio Berlusconi, Pier Silvio und Marina, haben leider kein Foto, wie Heidi sagen würde. Dafür haben sie mehr als 75 Prozent des Konzerns und Lust auf Neues. Und: Sie haben ihre eigenen Leute – zwei statt drei. Denn der Vorstands-Posten des Wieners Markus Breitenecker, der gern im Joyn-Hoodie die Belegschaft nervte und in diesem Outfit auch beim damaligen Kanzler Scholz Werbung für seinen Superstreamer machte, wird gar nicht erst nachbesetzt.

Markus Breitenecker, stilecht in „Joyn“-Jacke
Miese Quoten
Mehrere hundert Mitarbeiter – plus die drei gestern – sind in den vergangenen Jahren entlassen worden, meist in Abfindungsprogrammen mit blumigen Namen wie Horizon. Am fernen Horizont war da aber schon sichtbar, dass auf dem Entertainment-Tanker ProSiebenSAT.1 die Band schon spielt und der Eisberg namens Niedrige Quote bald den Rumpf aufschlitzen wird. Management-Fehler, nie endende Strukturveränderungen, ein Büro-Neubau, der nicht fertig wird und den nach all den Entlassungen wohl keiner mehr so richtig braucht.
Doch vor allem die inhaltliche Ausrichtung des einst so stolzen Entertainment Power Houses sorgen für das, was man sich jetzt mit „verändertem Zuschauerverhalten“ schönreden will. Dabei hat man schon die Zielgruppen erweitert, um noch nennenswerte Publikumszahlen zu finden. Viele Sendungen sehen inzwischen bundesweit weniger Menschen als ein Heimspiel von Borussia Dortmund.
Die Branche munkelt schon lange, es läge an der immer wokeren Ausrichtung, an der Übermacht der Superstars Joko, Klaas und Heidi, die so gut wie jede Konzernentscheidung torpedieren konnten. Was, wenn sie alle merken, dass ihre kostspieligen Shows zukünftig so nicht mehr gezahlt werden?

Haben Joko und Klaas bald nichts mehr zu lachen?
Alles so schön bunt hier
Dabei hatte man sich im neuen Zeitgeist so richtig eingekuschelt: Es gab den Pride-Month, die Green Seven Week, einen eigenen Wagen beim CSD, Dauerberichterstattung zum Klimawandel und natürlich einen Leitfaden zum Gendern. Die Interviews mit Politikern? Zahnlos, harmlos, sinnlos.
Und dann ging in der Coronazeit ein Format on Air, das schnell wieder verschwand, das aber als ein klares Zeichen für eine Neuausrichtung nach links stand, dort, wo die vermeintlich Guten in ihren Vorstadt-Villen auf eine bunte Gesellschaft anstoßen: Das Magazin Zervakis&Opdenhövel, präsentiert von Ex-Tagesschausprecherin Linda Zervakis und dem Alles-weg-Moderierer Matthias Opdenhövel. Es wirkte zeitweise wie eine Kriegserklärung an die Meinungsfreiheit, so woke kam es daher. Live ließen sich die beiden Moderatoren sogar im Studio impfen. Kritik? Unerwünscht.
Und dann ist da noch Germany’s Next Topmodel: Einst ein Sammelbecken schöner Frauen, seit einigen Jahren divers. Trans-Siegerinnen, curvy – die einstigen Määädchen von Heidi Klum durften plötzlich alles sein und ja, wenn’s denn sein muss, auch schön. Aber so funktioniert das Modelleben nicht, das wird die Klum selbst am besten wissen. Auch wenn Heidi immer Quote bringt: Mit Drag-Editions vergraulte man viele Fans.
Und jetzt? Kehren Berlusconi & Co. zurück zur guten, alten Unterhaltung? Bessermachen statt Besserwissen? We Love to Entertain You statt We Love to Educate You? Der Niedergang amerikanischer Konzerne zeigt: Wer seine Fans erziehen will, geht baden. Go woke, go broke. Vielleicht können die italienischen Medien-Geschwister mit ihrem Basta-Boss den weiteren Untergang verhindern. Wenn nicht, heißt es womöglich bald: Das war’s, Woko und Klaas.
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