Debatte über Selbstzensur von Tagesschau-Sprecher: „Es ist eine Komplett-Kapitulation vor Islamisten“
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Constantin Schreiber, Tagesschau-Sprecher und langjähriger Reporter im arabischsprachigen Raum, will nicht mehr über den Islam reden. „Ich werde keine Bücher dazu schreiben, ich lehne Talkshow-Anfragen ab, ich mache das nicht mehr. Da mögen jetzt manche feiern und vielleicht die Schampusflaschen aufmachen. Ob das ein Gewinn ist für die Meinungsfreiheit und für den Journalismus, ist eine andere Frage.“ Das sagte der 44-Jährige am Mittwoch der Wochenzeitung ZEIT.
„Das geht gar nicht. Das geht überhaupt nicht“, sagt Ralf Schuler im Nachrichten-Talk „Stimmt!“. „Es ist eine Komplett-Kapitulation vor Islamisten, vor Randalierern, vor linken Extremisten.“
Schreibers Bücher sind Spiegel-Bestseller
Zum Hintergrund: Seit Jahren berichtet der Journalist Schreiber aus und über die arabische Welt. Er beherrscht die Sprache perfekt, lebte als Kind in Syrien und schrieb mehrere Bücher. Unter anderem „Inside Islam“, darin schildert Schreiber seine Erfahrung aus den Besuchen von 13 deutschen Moscheen. Oder „Die Kandidatin“, ein Roman, der in einem gespaltenen Deutschland in 30 Jahren spielt. Zur Bundestagswahl tritt eine muslimische, feministische Frau aus der Öko-Partei an. Doch nicht alle wollen sie gewinnen sehen. Für beide Werke erntete Schreiber viel Kritik, sah sich mit dem Vorwurf der Islamfeindlichkeit konfrontiert.
Der Torten-Angriff in Jena
Erst vor wenigen Wochen wurde der Tagesschau-Sprecher dann bei der Vorstellung seines neuen Buches „Glück im Unglück“ in der Universität Jena angegriffen. Linke Aktivisten warfen ihm eine Torte ins Gesicht, begleitet mit dem Slogan „Keine Bühne für Rassismus“.
Nun hat Constantin Schreiber genug. Er sorge sich nicht nur um sich, sondern auch um seine Familie. „Dass der Sprecher der Hauptnachrichten in Deutschland sagt, ich gebe auf, ich zensiere mich selbst, ihr habt mich mundtot gemacht“, sei erschreckend, sagt NIUS-Politik-Chef Ralf Schuler bei „Stimmt!“. Es dürfe nicht sein, dass Journalisten bestimmten Themen ausklammern aus Angst vor Angriffen. „Das greift an die Grundverfasstheit dieses Landes.“ Es spreche Bände, dass die liberale Ibn-Rushd-Goethe Moschee in Berlin unter Polizeischutz steht, während sich zunehmend weniger Medien trauten, über den Einfluss radikaler Regimes, wie dem Iran, in den muslimischen Gotteshäusern zu berichten. Wenn diese Debatte nicht geführt werde, „öffnen wir hier Tür und Tor für Islamisten“, so Schuler. „Demnächst sagen wir dann, Scharia ist eigentlich auch ’ne schöne Sache“.

NIUS-Politik-Chef Ralf Schuler bei „Stimmt!“
Tagesschau ignorierte den Angriff
Auf Solidarität nach dem Torten-Angriff konnte Constantin Schreiber nicht zählen.
„Wie kann es sein, dass sich eine Universität da nicht hinter ihn stellt? Das ist die eigentliche Feigheit. Nicht die Leute, die aufgeben, sondern die, die sich abwenden und nichts mit alldem zu tun haben wollen“, findet auch Cicero-Redakteur Ben Krischke. Doch nicht nur die Universität ließ ein Statement vermissen. Schreibers Arbeitgeber selbst berichtete in keinem Wort über den Angriff auf seinen Mitarbeiter. „Ich denke, es wäre eine gute Gelegenheit für unseren Bundesjustizminister Buschmann, vor die Tür zu treten und Stellung zu beziehen“, fügt Ralf Schuler hinzu.
Resignierend genug sei die Entscheidung Schreibers, doch auf keinen Fall dürfe davon das Signal ausgehen: Die Militanz hat gesiegt. „Es gibt einen ganz kleinen Bereich von wirklich radikalen und extremistischen Meinungen, die man an den Rand drängen muss. Alles andere muss sagbar bleiben“, so der NIUS-Politik-Chef.
Die ganze Sendung „Stimmt!“ gibt es hier:
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