Niemand kennt sie, aber sie bestimmen alles: Die unheimliche Macht der „Chefs vom Dienst“ der Tagesschau
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Die Tagesschau beeinflusst täglich Millionen von Menschen. Ihre Inhalte bestimmen anonyme Chefs vom Dienst (CvDs). Ein Inside-Bericht eines ehemaligen Tagesschau-Redakteurs gibt Auskunft, wie sich die unheimliche Macht dieser Redakteure entfaltet.
Im Selbstbild des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist die Tagesschau eine seriöse Nachrichtensendung, die die Demokratie Deutschlands stabilisiert, indem sie ausgewogen und objektiv über die gesellschaftlich relevanten Geschehnisse der Bundesrepublik berichtet. Der nach Außen propagierte Eindruck stimmt nicht: In Wahrheit ist die Tagesschau von deutlich links der Mitte stehenden Journalisten gekapert worden, die sich nicht an ihren Auftrag gebunden fühlen, obwohl dieser im Rundfunkstaatsvertrag rechtlich eindeutig bestimmt ist.
Die Verpflichtung auf die „Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit“ leuchtet unmittelbar ein: Weil die Tagesschau aus öffentlichen Geldern finanziert wird, steht es den Gebührenzahlern zu, in ihrem Informationsbedürfnis respektiert und berücksichtigt zu werden. Nur dann könnte man von der Tagesschau als einem Journalismus sprechen, welcher der Demokratie Deutschlands – als Herrschaft eines politisch unterschiedlich denkenden Volks – tatsächlich dient und ihr gerecht wird.

Die Tagesschau galt lange Zeit als seriös und objektiv. Ist sie das noch?
Klüngelhaftes Bestimmungserfahren der CvDs
Alexander Teske legt in inside Tagesschau: Zwischen Nachrichten und Meinungsmache erstmals offen, wie genau sich linksgrüne Journalisten die Tagesschau zur Beute gemacht haben, um sie ihren persönlichen politischen Interessen zu unterwerfen. Erkennbar wird ein System, das sich Transparenz und Kontrolle entzieht – und damit in die politische Willkür einiger weniger übergeht, die bestimmen, was in Deutschland als Faktenlage gilt.
Den hauptsächlichen Einfluss auf die Inhalte der Tagesschau, auf Themenauswahl und Präsentation der Nachrichten, nehmen zehn Redakteure, die sogenannten Chefs vom Dienst (CvDs). Im Gegensatz ihnen vertiefen sich die öffentlich bekannten Chefredakteure gerade „nicht in die Feinheiten der Formulierungen und Überschriften oder wählen einzelne Interviewpartner aus – also die Dinge, die oft in der Öffentlichkeit kritisiert werden.“ Vielmehr haben hier „die Chefs vom Dienst das Sagen – und zu 90 Prozent auch bei der Themenauswahl.“
Ihre Namen verschweigt die ARD gegenüber der Öffentlichkeit – obwohl der Gebühren zahlende Bürger jedes Recht hat, zu erfahren, von wem er da eigentlich informiert wird. Es geht immerhin um die tägliche Beeinflussung von zehn Millionen Zuschauern, vorwiegend im älteren Bevölkerungsteil um die 60 Jahre alt.
Wie Redakteure in die Position der Chefs vom Dienst kommen, schreibt Alexander Teske, „das weiß niemand so genau, es ist ein undurchsichtiges Verfahren, da die Posten nicht öffentlich ausgeschrieben werden“. Die endgültige Entscheidung treffe zwar die Chefredaktion. „Die Vorschläge für neue Chefs vom Dienst“, kritisiert der Autor weiter, erfolgen aber „aus dem Kreis der aktiven Chefs vom Dienst selbst“, was für „Kontinuität“ sorge. Naheliegend: Die Chefs vom Dienst schlagen solche Kollegen vor, die ihnen selbst politisch ähneln. Letztlich liefert die ARD damit die Schlüsselpositionen der Tagesschau einem klüngelhaften Geschehen aus, dessen politischer Willkür die Bevölkerung ohnmächtig gegenübersteht.
Die Uniformität der Chefs vom Dienst
Der typische Chef vom Dienst ist seit mindestens zehn Jahren beim NDR, jung zum NDR gestoßen und hat keine Erfahrungen bei anderen Sendern und Redaktionen gemacht. Weiter nennt Teske folgende Merkmale. Die Chefs vom Dienst sind ...
- älter als 45 Jahre, die meisten über 55 Jahre
- nicht migrantisch
- fast alle norddeutsch
- nicht ostdeutsch
- „meinungsstark“ in ihren politischen Vorlieben
- unbefristet in der höchsten Vergütungsgruppe eingestellt
- „de facto unkündbar“.
Offensichtlich führt das zu einer erschreckenden Narrenfreiheit. „Es ist ein wiederkehrendes Muster. Wenn den Chefs vom Dienst eine Meldung missfällt, wird sie nicht gesendet.“ Teske nennt dafür zahlreiche Beispiele. Besonders verschlagen nimmt sich die Parteinahme für die Grünen aus. Im Bundestagswahlkampf 2021 lag die Grüne Partei hinter der Union auf Platz 2, Annalena Baerbock war Kanzlerkandidatin auf. Durch eigene Fehler geriet sie zunehmend unter Druck. Am 19. Mai wurde bekannt, dass sie dem Bundestag Nebeneinkünfte von 25.000 Euro verspätet gemeldet hatte.
Wegen Tagesschau zum Grünen mutiert
Teske schlug vor, darüber zu berichten, der Chef vom Dienst ist dagegen, das Ergebnis: Während Medien wie Spiegel, Zeit und FAZ berichteten, ignorierte die Tagesschau das Thema bis zum Schluss. Am Ende wurde es in einer 20-sekündigen Nachricht unauffällig abgehandelt. Der Chef vom Dienst wollte Baerbock im Wahlkampf nicht schaden: „Das wird ihr Armin Laschet ohnehin bei jeder Wahlkampfveranstaltung unter die Nase halten“, lautete zuvor sein Argument.
Man kann sich denken, bei welcher Partei er sein Kreuzchen macht. Teske bezeichnet seine ehemaligen ARD-Kollegen als „klassische Stammwählerschaft der Grünen“. Das Resultat dieser politischen Schlagseite, die die politische Großwetterlage der Bundesrepublik insgesamt prägt, schilderte Staatsrechtler Ulrich Vosgerau einmal mithilfe einer plausiblen Anekdote, in der ein älterer Herr, der immer rechts-konservativ eingestellt war, „zu einem lupenreinen Grünen mutiert“ war, ohne dies selbst zu bemerken.

Screenshot von X/Twitter
Demokratisierung der Tagesschau
Es sind letztlich inakzeptable Zustände. „Nachrichten, die nicht in ihr Weltbild passen, werden von den Chefs vom Dienst kleingeredet und schaffen es nicht in die Sendung.“ Als Beispiel nennt er den Anstieg der Kindergeldzahlungen aus Deutschland an im Ausland lebende Kinder, der sich in fünf Jahren verdreifacht hatte. „Uninteressant sind für die Tagesschau auch die neuen offiziellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes, nach denen mittlerweile fast elf Millionen Menschen in Deutschland ohne deutschen Pass leben. Zudem hat jeder Vierte Deutsche einen Migrationshintergrund.“ Über die Manipulation der Tagesschau unter dem Gesichtspunkt der Migration berichtete NIUS bereits ausführlich.
Was müsste passieren? Die Antwort von Alexander Teske lautet: „Wer also an den bestehenden Verhältnissen etwas ändern möchte, müsste die aktuelle Praxis abschaffen. Chef vom Dienst-Stellen bei ARD-aktuell in Hamburg müssten in einem transparenten Auswahlverfahren vergeben werden. Es müsste sichergestellt werden, dass Interessenten sich bundesweit und mit genügend Zeit bewerben könnten. Die Entscheidung über Neueinstellungen müsste von einer breit aufgestellten Jury gleichberechtigter Mitglieder getroffen werden.“
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk scheitert bei der Tagesschau an seinem Auftrag, weil er ein internes System gewähren lässt, in dem linksgrüne Ideologen Narrenfreiheit genießen. Die Chefs vom Dienst der Tagesschau nehmen dabei eine Schlüsselposition ein. Sie beeinflussen Millionen von Menschen – doch niemand kennt ihre Namen.
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