Einst war er gegen Grüne und Gendern: Schlager-Rapper Finch rappt jetzt gegen Rechts
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Der Schlager-Rapper Finch (ehemals Finch Asozial) veröffentlichte pünktlich zur Landtagswahl in Brandenburg ein Segment eines noch nicht veröffentlichten Songs. In diesem schießt der ehemalige Battlerapper gegen „Rechte“ und verdreht Fakten. Einst war Finch eine Flagschiff der politisch inkorrekten Konterkultur, nun scheint er inhaltlich im Establishment angekommen zu sein.
Der ostdeutsche Sprachgesangskünstler steigt direkt mit einer Verdrehung der Tatsachen ein: „Er wählt rechts wie ein Rentner, damit sich endlich was ändert“. Die Person („er“), die Finch in dem Segment besingt, ist dabei das Abziehbild eines rückwärtsgewandten AfD-Wählers, den der persiflieren will.
Finch impliziert, dass rechtes Gedankengut vermehrt in der älteren Generation vertreten ist. Die Wahlergebnisse der Europawahl und Brandenburger Landtagswahl zeichnen eine andere Realität. Mit deutlichem Abstand wählten 31 Prozent der 16- bis 25-Jährigen die AfD – betrachtet man die CDU ebenfalls als „rechte“ Partei, wählen ganze 40 Prozent der Jugendlichen rechts. Unter der U-70-Wählergruppe erzielen beide Parteien gemeinsam gerade einmal 29 Prozent.

Quelle Tagesschau
Weiter rappt Finch „(Er) hat Angst vor was Neuem, würde lieber sterben als gendern“. Dass das „Gendern“ gegen die deutsche Sprache geht, stört Finch nicht – möglicherweise hat das mit dem Fakt, zu tun, dass Rapper durch den Einsatz von Slang keinen besonderen Wert auf Grammatik legen.
Unklar bleibt, worauf sich Finch mit „was Neuem“ bezieht – womöglich die gestiegenen Zahlen von nicht-deutscher Gewalt:
Weiter heißt es: „Er will nur saufen und ficken und keine Ausländersitten“ – hier bricht Finch mit seiner eigenen Karriere. Der Rapper erlangte Reichweite mit Rapbattles im Format „Rap am Mittwoch“, später nutzte Finch eine Ost-Romantik, exzessiven Drogenkonsum und erotische Texte als Stilelement.
Und weil Saufen bei uns Ossis Nationalsport istDrehen wir Hardcore Clips auf'm MarmortischHier kommt Finch Asozial, check' meine BattlepartsVersenk' 'n Pfeffi-Glas in Steffi Grafs sexy Arsch
Finch Asozial – Sex und Gewalt
Während Finchs alte Texte, für welche er Respekt in der Rapszene und eine breite Hörerschaft aufbaute, noch frauenfeindlich, promiskuitiv und Exzess-verherrlichend waren, übt sich der Rapper nun in der Wiedergabe von linken Talkingpoints im Stile von Georg Restle und Sophie Passmann.
„Erst nach der Wende wollte er Grenzen, wo man auf Flüchtlinge schießt“, rappt Finch weiter und tappt in eine logische Falle. Während Mauerflüchtlinge vor linker Politik der DDR flohen, fliehen mehrheitlich muslimische Asyl-Migranten nach Deutschland, um Wohlstand und Sicherheit in Deutschland zu nutzen.
Einst war Finch politisch inkorrekt
Heute ist Finch inhaltlich auf Jan Böhmermanns „Neo-Magazine-Royale-Level“ angekommen ist, früher bewies er Rückgrat und sprach seine private Meinung ehrlich aus. Wie das Hip-Hop-Magazin 16Bars berichtet, rief Finch im März 2023 dazu auf, beim Volksentscheid zur Berliner Klima-Neutralität gegen das grüne Ideologieprojekt zu stimmen. „So an alle Berliner, es ist wichtig, es ist wirklich wichtig, dem ganzen Scheiß hier, der gerade abgeht, mal ein Ende zu setzen […] Ey, wir brauchen nicht viel drüber reden, was in Berlin abgeht, was die grüne Regierung hier in Berlin macht. Es ist ein Horror, es ist ein Graus. Entscheidet selber und ich sag’ Euch so wie es ist: Ey, definitiv dagegen“, sagte der Rapper auf Instagram.
Das „grüne […] lifestyle-linke Berlin“ konnte der Rapper nicht mehr sehen. Auch störten ihn die „reichen Wessi-Kids, die herkommen“ und das Berlin, wie der Rapper es kennt, ändern wollen würden. Diese Zugezogenen würden in Berlin versuchen, „[…] sich mit ihren vierzig Geschlechtern und mit ihren Pronomen“ einer Minderheit zugehörig zu machen. Damals kriegte er davon „den Hass und das Kotzen“.
Weiter nahm Finch Bezug sogar Bezug auf die Impfpolitik und verglich diese mit der grünen Klimapropaganda:
Viele Battlerap-Fans assoziieren Finch mit seinem Image des ostdeutschen Rüpels, der vor keiner Diskriminierungsform zurückschreckt. Bei „Rap am Mittwoch“ sorgte Finch einst für einen Eklat, als er zu einem sichtlich südländischen Gegner „Deine Mutter Doggystyle, immer Richtung Mekka … wie Deine Mutter ihre Beine spreizt, in ihrer Fotze stecken hundert Kilo Schweinefleisch“ rappte. Zwar war der Gegner Armenier und Christ, dennoch empörten sich muslimische Zuschauer der Battlerap-Veranstaltung. Damals tat Finch den Vorfall mit dem Satz „Für mich ist es nur Rap“ ab.
Die Fans sind enttäuscht
In der Kommentarspalte des Gegen-Rechts-Videos äußern die Fans ihre Unzufriedenheit. „Junge, jetzt bist du aber wirklich mal falsch abgebogen!“, heißt es. Andere Fans schreiben „Rentner wählen hierzulande SPD, CDU und andere Kartellparteien. Die Jugend wählt rechts, weil links und Globalismus für Auflösung des Selbst, Schwäche und Untergang steht“ oder „Bewerbung für ARD/ZDF“. Doch während einige inhaltlich auf Finchs Sinneswandel eingehen, heißt es von andere nur „Finch macht echt nur noch Müllmucke“.

Eine Auswahl der Kommentare unter der linken Finch-Agitation.
Das Video gehört offenbar zur Werbe-Aktion eines neuen Liedes zusammen mit dem Rapper Juri. Der Song ist angelehnt an das Lied „Was willst Du machen?!“, der extrem linken Rap-Crew K.I.Z., die mit ihrer kommunistischen, deutschlandfeindlichen und migrationsfördernden Agitation regelmäßig eine Bühne im öffentlich-rechtlichen Rundfunk erhalten.
Nach einem Hype unter Battlerap-Fans, Radiohits und einem Ausflug in die Schlagerwelt mündet Finchs Karriere in einer neuen Ära – vollends angekommen im linken Establishment.
Vielleicht nahm Finch seine Rolle als DDR-Rapper etwas zu ernst …
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