Endlich wieder ein Tatort, der Krimi kann – und nicht nur Haltung
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Was war das gestern Abend? Ein Tatort, der tatsächlich wieder das war, was er sein sollte: ein spannender Krimi. Kein politisches Seminar, keine moralische Dauerbeschallung – sondern ein intensives Stück Fernsehen, getragen von einer Geschichte, die fesselte, ohne belehren zu wollen.
Allen voran: Edin Hasanović. Seine schauspielerische Leistung war schlicht herausragend. Hasanović schafft es, einer Figur Tiefe, Verletzlichkeit und Wucht zu geben, ohne je in Pathos oder Klischee zu verfallen. Jeder Blick, jede Pause saß – selten hat ein Tatort-Darsteller so viel Präsenz gezeigt, ohne laut zu werden.
Auch bemerkenswert: die Einbeziehung verschiedener kultureller Hintergründe. Hier wurde Diversität nicht mit dem Holzhammer vermittelt, sondern als das erzählt, was sie im echten Leben ist – Teil der Realität. Keine Zwangsbotschaften, kein pädagogischer Zeigefinger. Stattdessen echte Figuren, echte Konflikte, echte Emotionen.

Edin Hasanović als Hamza Kulina im Frankfurter Tatort.
Spannung, Struktur, Dialoge, die nicht peinlich wirken
Und das alles in einem Drehbuch, das endlich wieder Handwerk zeigte: Spannung, Struktur, Dialoge, die nicht peinlich wirken. Ein Tatort, der nicht das Publikum belehren will, sondern es ernst nimmt.
Nach sehr, sehr langer Zeit also: ein Sonntagabend, der nicht ermüdet, sondern begeistert. Wenn der Tatort öfter so wäre – wir würden alle wieder öfter einschalten.
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