Firma von Baerbocks Mann macht jetzt Krisen-PR für Correctiv
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Das Medienportal Correctiv gerät zunehmend unter Druck. In sozialen Netzwerken und zahlreichen Medien mehren sich die Zweifel an der „Geheimplan gegen Deutschland“-Recherche. Wie das Magazin PR Report berichtet, hat sich Correctiv nun professionelle Hilfe für die eigene Krisenkommunikation geholt – und greift nun auf die Dienste der PR-Agentur MSL zurück.
Die Krisenkommunikation für Correctiv soll neben Deutschland-Chef Wigan Salazar, der CDU-Mitglied ist, auch Marco Vollmar übernehmen. Vollmar selbst arbeitete in der Vergangenheit für WWF Deutschland, trat aber auch etwa bereits auf Podien mit Olaf Scholz oder beim NABU auf. In der Agentur, die in der Vergangenheit etwa die Kampagnen des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) für das Freihandelsabkommen Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP) organisierte, arbeitet seit 2022 auch der Ehemann von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne), Daniel Holefleisch. Auch Axel Wallrabenstein (CDU) ist Partner bei MSL.
Kurz: Das MSL-Personal stellt selbst ein Milieu dar, das eine Nähe zu (ehemaligen) Regierungsparteien aufweist. Nun soll es die Kommunikation für Correctiv stemmen.

Meldung bei PR Report: Die Agentur MSL und Marco Vollmar übernehmen die Krisenkommunikation für Correctiv.
Öffentliche Zweifel nehmen zu
Grund für diese Entscheidung dürfte der anhaltende Kampf um die Deutungshoheit über die Correctiv-Recherche zum „Geheimplan gegen Deutschland“ sein. Nachdem die Enthüllungsgeschichte Anfang Januar für breite Empörung und bundesweite Proteste gesorgt hatte, wurden Zweifel laut – über die Faktentreue der Recherche, die Investigativtechniken der Reporter, die Unabhängigkeit des Medienportals und die Nähe zur Bundesregierung. In den sozialen Medien finden sich immer mehr Beiträge und Äußerungen, die Correctiv und die Lesart des Treffens Ende November in Potsdam massiv anzweifeln.
Vor dem Landgericht Hamburg bekam Correctiv zwar in zwei von drei Fällen des Antrags auf einstweilige Verfügung des Staatsrechtlers Ulrich Vosgerau Recht, musste allerdings auch eingestehen, dass beim Treffen in Potsdam „keine Ausweisung deutscher Staatsbürger nach rassistischen Kriterien geplant“ worden war – ein Narrativ, dass zuvor massenhaft Verbreitung fand und ein Mitgrund war, weshalb Hunderttausende auf die Straße gingen. Trotz der Korrektur wurde die „Deportations“-Behauptung immer wieder aufgegriffen, auch von ARD-Kontraste oder zuletzt von Bundeskanzler Olaf Scholz in seiner Ramadan-Ansprache.

Seit 2022 bei MSL: Annalena Baerbocks Ehemann Daniel Holefleisch.
Auch bei NIUS: Chronik eines Propagandaskandals: Wie die Legende von „Deportationen“ zur Nachrichtenlage wurde
Hohe Kosten für Krisen-PR – aus Steuergeldern?
Von Seiten des Medienportals hieß es zuletzt, man habe nicht damit gerechnet, „dass dieser breit angelegte Angriff und all die ,Litigation PR‘ auf die Recherche folgen würden“. Das sagte Correctiv-Geschäftsführer, David Schraven am 3. März der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „Wir mussten uns die Frage stellen, wie wir damit umgehen. Und da wir das nicht können, mussten wir uns professionelle Berater holen.“ Zur Erklärung: Litigation PR bezeichnet die Pressearbeit speziell während und nach juristischen Auseinandersetzungen.
Auch Jeannette Gusko, deren Personalie ohnehin eine fragwürdige Nähe in SPD-Kreise aufweist, teilte gegenüber dem Portal PR Report mit: „Es sagt viel über den derzeitigen Stand der Medienlandschaft aus, dass rechtliche Nebenschauplätze und Litigation PR so zentral bei großen Recherchen werden. Wir würden uns wünschen, dass wir uns nicht rechtlichen und kommunikativen Beistand holen müssen, um für die Wahrheit zu kämpfen.“
Fragen dürfte indes die Finanzierung einer solchen renommierten PR-Agentur nach sich ziehen: PR-Agenturen verursachen, insbesondere im Krisenfall, hohe Kosten. Correctiv wird gleichzeitig von Spenden und staatlichen Zuschüssen für Projekte (unter anderem aus dem Familienministerium, Bildungsministerium, der Staatsbeauftragten für Kultur und Medien, der Staatskanzlei NRW) finanziert. Auch aus dem Auswärtigen Amt flossen unter Baerbocks Vorgänger, Heiko Maas, zweimal jeweils 44.000 Euro für das Journalismusprojekt Salon Türkiye.
Jetzt schließt sich der Kreis: Denn möglicherweise profitiert ausgerechnet der Ehemann der grünen Außenministerin ebenso wie CDU-Mitglieder wirtschaftlich davon, dass Correctiv die PR-Agentur MSL mit Geldern eben dafür bezahlt, gegen eine kritische Berichterstattung zu der manipulativen Berichterstattung über den „Geheimplan gegen Deutschland“ vorzugehen.
Auch bei NIUS: „Geheimplan gegen Deutschland“: Wie das staatlich finanzierte Portal Correctiv eine Wannseekonferenz 2.0 erfand
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