„Hohe Wangenknochen, kantige Kieferpartie“: ZEIT-Autorin nimmt bizarre Schädelvermessung bei Team Trump vor
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In verrückten Zeiten, in denen es bereits als rassistischer Affront gewertet wird, zu fragen, woher jemand kommt, in denen Schokoladen-Heißgetränke namens „Lumumba“ gecancelt werden und Männer in Frauenkleidern als Frauen bezeichnet werden sollen, hatte eine Autorin der links-bürgerlichen ZEIT die brillante Idee, die Physiognomie der Entourage des designierten US-Präsidenten Donald Trump zu kategorisieren. In dem Artikel wird gar von einem „Mar-a-Lago-Face“ gesprochen.
Der Artikel der Autorin Rabea Weihser beginnt mit: „Hohe Wangen, kantige Kiefer: Trumps Team trägt das Mar-a-Lago-Face“. Wer es in den engen Kreis der Trump-Vertrauten schaffen wolle, müsse sich gewissen optischen Vorgaben unterwerfen, behauptet sie in der ZEIT. Den Ausdruck „Mar-a-Lago-Face“ entnimmt die ZEIT-Autorin dem „The Hollywood Reporter“.
Bevor sie diesen jedoch weiter ausführt, beschreibt sie ihren inneren Konflikt, Menschen EIGENTLICH nicht nach ihrem Aussehen beurteilen zu wollen, kommt aber zu dem Schluss, dass es im Falle des Trump-Zirkels doch getan werden müsse. „Die Ästhetik dieser Frauen entspricht im Grunde einer Miss Universe aus den Achtzigern: schlanker Körper, helle, glatte Haut, fließendes Haar, kleine Nase, kleines Kinn, hohe Wangenknochen, große Augen, lange Wimpern, volle Lippen. Durch die Übertreibung dieser Sexualmerkmale wird das Gesicht dann pornös“, so die Analyse.

Frau Melania und Tochter Ivanka: Der Prototyp des „Mar-a-Lago-Faces“, so die Autorin
Männlichkeit und Weiblichkeit als Feindbilder
Doch nicht nur die Damen, auch die Herren um Trump herum wiesen gewisse Merkmale auf: „Volles Haar, porzellanweiße Zähne und kantige Kiefer“ müssten sie mitbringen. Die Schlussfolgerung? „Frauen mit Puppengesichtern, Männer mit Soldatengesichtern: Trump idealisiert Geschlechterbilder, in denen sich maximaler Östrogen- und Testosteroneinfluss spiegeln. Offiziell sind die Mar-a-Lago-Faces auf ganz natürliche Weise gewachsen, klar. Ihre Optiken sind besonders in Kreisen beliebt, die sich vom modernen Denken und Leben bedroht fühlen“. Ein gewisser Phänotyp wird hier nonchalant mit geringerer Intelligenz gleichgesetzt. Denn jemand, der anti-progressiv ist, gar Angst hat vor gewissen gesellschaftlichen Entwicklungen, kann ja nur dümmlich sein. Kluge Menschen, so suggeriert es die ZEIT-Autorin im Subtext, würden schließlich immer für den Fortschritt votieren. Weihser unterstellt dem designierten Präsidenten der USA, durch die Aufstellung seines Teams eine „pseudo-biologische, quasi-dynamische Legitimation“ zu erzwingen.
Die Behauptung torpediert die sonst so hohen moralischen Standards, Menschen nicht nach ihrem Äußeren zu beurteilen.
Selbst das wäre in Ordnung, wenn das Maß überall mit ähnlicher Härte angesetzt und nicht von Physiognomie auf Intelligenz oder bestimmte Fähigkeiten geschlossen würde. Jedem ist es schließlich frei, das Gegenüber als hässlich, dumm oder fett zu bezeichnen. Es ist legitim, Botox, Schönheits-OPs und Hyaluron zu verabscheuen – und als Rückschritt zu betrachten. Komisch wird es nur dann, wenn Autoren von Medien, die vermeintlich gegen „Bodyshaming“ anschreiben und Feminismus hochhalten, Frauen die Pfiffigkeit und Schläue absprechen, weil sie rechts, konservativ oder liberal sind.

Rapperin Shirin David

Sängerin Christina Aguilera
Eine Shirin David, offenkundig ein Gesamtkunstwerk der plastischen Chirurgie, müsste dieser Logik folgend ebenfalls gescholten werden. Weil sie sich aber seit einiger Zeit als Feministin gebiert, lässt man ihre Operationen lieber unerwähnt. Und wie reagierte man nur auf Hollywood, das gesamte Showbusiness der USA, wo tatsächlich so gut wie jeder, inklusive Jennifer Lopez, Christina Aguilera oder Cardi B Eingriffe haben vornehmen lassen? Ach ja, diese Stars unterstützen Kamala Harris.
Es sollte langsam jedem dämmern: Wenn die, die auf der richtigen Seite stehen, die, die auf der falschen stehen, verurteilen, ist das nichts anderes als die Wahrheit. Wenn die Bösen die Guten kritisieren, wird schnell mit den großen Wörtern unserer Zeit hantiert, von Rassismus, Klassizismus oder Sexismus gesprochen. Nun hat auch die ZEIT deutlich gemacht, dass sie gern mit zweierlei Maß misst.
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