Interne Zahlen zeigen miese Quoten: Die Mediatheken von ARD und ZDF sind Millionengräber
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ARD und ZDF investieren Millionen in ihre Mediatheken, um ihr digitales Angebot auszubauen.
Gleichzeitig stellen die Anstalten den bereits durch Gebühren finanzierten Content auf Plattformen wie YouTube, TikTok oder Spotify bereit. Dafür steht der öffentliche Rundfunk in der Kritik, weil die ausländischen Plattformen damit Reichweiten und somit Profit generieren, obwohl diese bereits durch den Rundfunkbeitrag finanziert wurden. Ein weiteres Dilemma sind die Zuschauerzahlen der Mediatheken, die zwar stets schöngeredet werden, tatsächlich aber die schwindende Relevanz der Anstalten dokumentieren.

ARD-Chef Kai Gniffke lobt die Mediatheken, die beim Publikum allerdings eher unbeliebt sind.
Dramatische Entwicklung der Zuschauerzahlen
ARD-Chef Gniffke lässt keine Möglichkeit aus, die Aufrufzahlen in der digitalen Welt zu loben – bei genauerem Hinschauen ergibt sich allerdings ein anderes Bild. Die Verluste, die die Reichweiten im linearen Fernsehen einfahren, werden keineswegs ansatzweise mit den digitalen Angeboten aufgefangen. Anders gesagt: Dem öffentlichen Rundfunk stirbt das Publikum weg und die Millionen Euro Rundfunkbeitrag, die in digitale Angebote investiert werden, scheinen denkbar schlecht angelegt zu sein.
Im ARD-Bericht „Media Perspektiven, MP 11/24“ schreibt die Anstalt, dass die lineare Nutzung weiter abnehme und nun bei 182 Minuten pro Tag durchschnittlich liege. Dadurch, dass sich junge Menschen vom klassischen TV abgewendet haben, werden mittlerweile rund 78 Prozent des Programms von Menschen gesehen, die älter als 50 Jahre sind. Es wächst also kein junges Publikum nach. In diesem Bericht wird stolz erwähnt, dass die Nutzung der Mediatheken zunehme. Vergleicht man allerdings die meistgesehenen Sendungen im digitalen Bereich, so wird klar, dass die Mediatheken vergleichsweise wenig genutzt werden und YouTube weitaus beliebter ist.
Weiter heißt es in dem ARD-Bericht, dass die Mediatheken nur 1 bis 5 Prozent des Nutzungsvolumens ausmachen und somit der Verlust im linearen TV keineswegs aufgefangen wird. Heißt, dass sich das Publikum von ARD und ZDF abwendet, unabhängig davon, ob die TV-Inhalte zusätzlich auch digital empfangbar sind.

Nutzer schauen YouTube statt Mediathek
Die meistgesehene Sendung 2023 in der ARD-Mediathek ist der „Bergdoktor“ mit 2,3 Millionen Abrufen. Das erfolgreichste Format der Anstalten auf YouTube ist die NDR Doku „Thailand: Rückkehr der Sextouristen“ mit 6,5 Millionen Aufrufen. Die Nutzer konsumieren öffentlich-rechtliche Inhalte also deutlich lieber auf YouTube, anstatt die ARD-Mediathek aufzusuchen. YouTube wirft demnach eine deutlich bessere Performance ab und das ohne extra Kosten für Technik und Hosting.
Mehrere hundert Millionen für neue Technik
ARD-Chef Kai Gniffke kündigte vollmundig an, mit den gebührenfinanzierten Mediatheken internationale Streaming-Anbieter wie Netflix abhängen zu wollen. Dazu sollen mehrere hundert Millionen Euro aus dem Rundfunkbeitrag in neue Technik investiert werden, erklärte Gniffke Anfang 2023. Dieses geplante Mega-Investment soll in den Ausbau eines gemeinsamen Angebotes von ARD und ZDF fließen. Eine Zusammenlegung der Mediatheken wurde in der Vergangenheit von verschiedenen Seiten gefordert, allerdings um das Angebot effizienter zu gestalten und kostenintensive Doppelstrukturen aufzulösen. Geplant ist nun ein Open-Source-Angebot bis 2025 zu entwickeln, dass von einer Tochterfirma abgewickelt werden wird, die unter der ARD-Leitung steht.

Mehrere hundert Millionen Euro vom Rundfunkbeitrag sollen in den Ausbau der Mediatheken investiert werden.
Im Bericht der KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) werden die derzeitigen Kosten für die Programmverbreitung durch die Mediatheken im Zeitraum von 2021 bis 2024 mit 134,8 Millionen Euro beziffert. Ab 2025 soll dieser Posten 218 Millionen Euro betragen. Nicht inkludiert sind in diesen Posten die Kosten für die Entstehung oder Lizenzen der in der Mediathek gestreamten Programme.

ARD und ZDF möchten den monatlichen Beitrag auf 18,94 Euro erhöhen.
Teuerster Rundfunk der Welt
Gleichzeitig stehen ARD und ZDF wegen überbordender Kosten in der Kritik wie nie zuvor. Mit rund 8 Milliarden Einnahmen allein aus dem Rundfunkbeitrag jährlich, leistet sich Deutschland den teuersten öffentlichen Rundfunk der Welt. Doch damit nicht genug – ARD und ZDF haben eine weitere Erhöhung des Beitrags angekündigt: statt 18,36 Euro sollen bald 18,94 Euro pro Monat fällig werden.
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