Kultmoderator Buschmann wettert gegen Linke: „Wenn du nicht zu 100 Prozent ihrer Linie folgst, dann bist du rechtsradikal oder Nazi”
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Er bezeichnet sich selbst als Typ für „Klare Kante“ und keilt gern mal gegen Hater. Sportmoderator Frank Buschmann gilt als sympathischer Hitzkopf unter den TV-Promis. Mal grölt er live die Kölner Torhymne mit, dann weint er beim Abschied von seiner Kult-Show „Ninja-Warriors“. Der 61-Jährige geht auch in unbequeme Diskussionen und blockiert Pöbler auch mal auf Social Media. Kritik? Kann er auch einstecken, wie er in der aktuellen Folge des TOMorrow-Podcasts von Ex-GQ-Chefredakteur Tom Junkersdorf erzählt:
„Das ist völlig in Ordnung, solange die Leute nicht schreiben: ‚Buschmann, du Wichser, verpiss dich.‘ Dann gibt es natürlich Gegenwind, oder sie werden blockiert. Dass nicht immer alle einer Meinung sind, ist für mich völlig fein.“

Streitbar und authentisch – so erleben Millionen Fans Kult-Moderator Frank Buschmann.
„Ich weiß gar nicht, was links oder rechts ist“
Politisch lässt sich der Ruhrpott-Mann schlecht verorten. Vor der Landtagswahl in seiner Wahlheimat Bayern 2023 schimpfte er in einem Instagram-Video, er fühle sich von keiner Partei mehr repräsentiert. Für ihn sei die AfD nicht wählbar, wenngleich er nicht jeden AfD-Wähler für einen Faschisten halte. Im TOMorrow-Podcast sagt Buschmann:
„Ich weiß gar nicht, was links oder rechts ist. Für mich gibt’s eine Haltung, nach der lebe ich. Welche politische Partei das vertritt, das sehe ich dann ja.“

Im TOMorrow-Podcast von Tom Junkersdorf sprechen regelmäßig deutsche Prominente über Missstände im Land.
„Ich tu’ mich schwer, wenn Leute so missionarisch unterwegs sind“
Im Netz wird er aufgrund seiner Äußerungen – etwa aktuell zur Union-Berlin-Trainerin Marie-Louise Eta, die er in Schutz nimmt – als „Systemling“ beschimpft. Auch auf diesen Vorwurf geht Buschmann im Podcast ein.
„Okay, dann bin ich also ein Systemling. Ich wüsste nicht, wann ich je vom System bezahlt worden bin – ich war immer für Privatsender tätig.“
Aktuell kommentiert Buschmann für Sky die 2. Fußball-Bundesliga sowie NBA-Basketballspiele. Aber auch abseits des Fernsehens meldet er sich immer wieder zu Politik und Zeitgeschichte zu Wort, etwa auf seinem 226.000 Follower starken Instagram-Account. In der knapp zweieinhalbstündigen Podcast-Folge betont „Buschi“, wie er von Fans genannt wird, dass er an die freie Meinungsäußerung in Deutschland glaube. Aber:
„Ich tu’ mich schwer, wenn Leute so missionarisch unterwegs sind, das heißt, man muss differenzieren. Du darfst ja sogar sagen: ‚Alle Migranten sind Schweine.‘ Das ist natürlich Schwachsinn. Wenn du aber sagst: ‚Es gibt bei Migranten – wie bei allen anderen Menschen auch – sone und sone. Es gibt die, die habe ich lieb, die finde ich wundervoll, die tun unserer Gesellschaft gut.‘ Und du sagst auf der anderen Seite: ‚Aber es gibt natürlich auch welche, da habe ich Schwierigkeiten mit. Und da bin ich mir nicht ganz sicher, ob sie unserer Gesellschaft guttun und ob sie wirklich unsere Solidarität verdienen und ob sie nicht doch unsere Solidargemeinschaft ausnutzen.‘ Dann sind das zwei völlig legitime Sichtweisen.“
Buschmann ist in Bottrop geboren und in Hagen aufgewachsen – mittlerweile lebt er südlich von München. Das mag strategisch für den Beruf besser sein. Ob es auch damit zusammenhängt, dass sich diese beiden Städte stark gewandelt haben, sei dahingestellt. Den Empörungsreflex der Woken in Deutschland sieht er aber ganz klar.
„Die extremen Linken (…) Wenn diese Leute dir immer erklären: Wenn du nicht zu 100 Prozent ihrer Linie folgst, dann bist du rechtsradikal oder Nazi. Dann wird es bei einer nicht unerheblichen Menge dafür sorgen, dass sie sagen: ‚Ja weißt du was, wenn du uns schon immer so bezeichnest, dann gehe ich da jetzt auch hin, weil die benennen das konkrete Thema.‘“
„Ich bin ja schon als linker Vogel und als Nazi bezeichnet worden“
Das sei seiner Meinung nach falsch. Aber, so Buschmann sinngemäß, manchmal sollten sich die Belehrenden über diese Konsequenzen im Klaren sein. Er selbst passt scheinbar in keine politische Schublade:
„Ich bin ja via Social Media schon als linker Vogel und als Nazi bezeichnet worden. Dann liege ich vielleicht ganz gut in der Mitte.“

Frank Buschmann sieht sich als Mann der Mitte. Links? Rechts? Nichts davon.
Buschmann moderiert seit Jahrzehnten Fußball, Basketball und Unterhaltungsshows und wird wegen seiner emotionalen Auftritte gefeiert. Aufträge verlieren, weil die Gesinnung nicht passt? Hierzu hat der TV-Veteran eine klare Meinung.
„Wenn einer meiner Auftraggeber jemals die Traute haben sollte, mir zu sagen: ‚Ja, wir können dich für die Show, für den Sport nicht mehr buchen, weil da hast du das und das geäußert‘, dann muss der mir gar nicht sagen, dass er mich nicht nimmt. Dann arbeite ich sowieso nicht mehr für den.“
Buschmann moderierte im September 2024 live das Stefan-Raab-Comeback zusammen mit Laura Wontorra und Elton. Darüber hinaus moderierte der Hundefreund Erfolgsformate wie Top Dog Germany (RTL), gewann jedoch nie einen Fernseh- oder Grimme-Preis. Es scheint, als sei der deutsche Kulturbetrieb Stars aus dem linksgrünen Spektrum noch immer eher gewogen, als Quotenbringern aus der Mitte. Buschmann dazu:
„Es mag ja sein, dass manchen Feuilleton-Leuten lieber ist, was Joko und Klaas machen. Aber nicht alles andere, was mindestens genauso erfolgreich ist, gilt es dann, in die Tonne zu treten.“
Es ist ein Interview, mit dem der Kultmoderator ein paar neue Fans gewonnen haben dürfte.
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