Linke Schlagseite, manipulierte Videos und Rücktritt des Chefs: US-Präsident Trump droht BBC mit Milliarden-Klage
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Der Druck auf die BBC wächst. Ein interner Bericht kritisierte, dass die Berichterstattung des altehrwürdigen Senders inzwischen einer linken Agenda folgt, Videos manipuliert wurden. Es gab Rücktritte – und jetzt soll US-Präsident Donald Trump dem britischen Sender in einem Brief mit einer Klage in Höhe von mehr als einer Milliarde US-Dollar gedroht haben.
Ein Sprecher des britischen Senders kündigte am Montag an, die BBC werde den Brief von Trump prüfen. Der US-Präsident habe der BBC bis Freitag Zeit gegeben, sich zu entschuldigen und die Dokumentation zurückzuziehen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Montag. Ansonsten macht Trump, der auch schon die Sender CBS und ABC verklagt hat, ernst.
Ein wahres Beben erschüttert die mt 103 Jahren älteste nationale Rundfunkanstalt der Welt, die wöchentlich 400 Millionen Menschen weltweit erreicht und lange wegen ihrer journalistischen Qualität geschätzte wurde. Die seit geraumer Zeit auffällige politische Schlagseite nach links ist in einem internen Bericht kritisiert worden, ohne dass die detailliert belegten Missstände von der Führungsebene adressiert wurden. Schließlich wurde der Bericht an den Telegraph durchgestochen, der letzte Woche ausführlich berichtete – und zum Rücktritt des Direktors der BBC, Tim Davie, und der Nachrichtenchefin des Senders, Deborah Turness am Sonntagabend führte.

Auch Nachrichtenchefin Deborah Turness trat zurück.
Kein Fehler, sondern dreiste Manipulation
Glaubt man unseren öffentlich-rechtlichen Medien, Spiegel, Stern & Co., war dabei ein manipulativ zusammengeschnittener Video-Clip ausschlaggebend, im Rahmen der Doku „Trump: A Second Chance?“, die vor einem Jahr kurz vor den US-Präsidentschaftswahlen in der Sendung „Panorama“ ausgestrahlt wurde. Tatsächlich behandelt der interne Bericht über die einseitige politische Ausrichtung der BBC mehrere Themenbereiche.
Allerdings ist die Fälschung des Trump-Videos nur das offensichtlichste Beispiel. Es handelt sich um einen Ausschnitt aus seiner Rede vom 6. Januar 2021 – dem Tag des „Sturms auf das Kapitol“. Dabei wurden zwei getrennte Passagen so zusammengeschnitten, dass der Eindruck entstand, er habe zum „Sturm auf das Kapitol“ in Washington aufgerufen.
Die von „Panorama“ ausgestrahlte zusammengeschnittene Version von Trumps Äußerungen ließ es so erscheinen, als hätte er gesagt: ‚Wir werden zum Kapitol gehen, und ich werde bei euch sein, und wir werden kämpfen. Wir werden wie die Hölle kämpfen, und wenn ihr nicht wie die Hölle kämpft, werdet ihr kein Land mehr haben.‘
Keine Unruhen angestachelt
In Wirklichkeit kam der erste Teil dieser Passage „Wir werden zum Kapitol gehen, und ich werde bei euch sein“ nach 15 Minuten. Erst geschlagene 54 Minuten später hieß es an anderer Stelle: „Und wir kämpfen. Wir kämpfen wie die Hölle ...“ Was Trump tatsächlich 15 Minuten nach Beginn der Rede sagte: „Wir werden zum Kapitol gehen, und ich werde bei euch sein. Ich weiß, dass alle hier bald zum Kapitol marschieren werden, um friedlich und patriotisch ihre Stimme zu erheben.“
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Trump rief seine Anhänger also zu einem gewaltlosen Protest auf, doch das auch in Deutschland verbreitete mediale Narrativ schilderte die Ereignisse so, als habe Trump sie zum „Sturm auf das Kapitol“ aufgewiegelt – fast immer hieß es „aufgestachelt“. Es war völlig irreführend, den Clip so zu schneiden, wie Panorama ihn ausstrahlte.
Die manipulative Absicht, es so aussehen zu lassen, als würde Trump ausdrücklich zu den Unruhen aufrufen, ist klar erkennbar, auch wenn Jonathan Munro (BBC News) behauptete, es sei „gängige Praxis, Reden zu kurzen Clips zu verarbeiten“. Dabei ist es schlicht nicht mit den Richtlinien der Corporation zu vereinbaren, Videos zu bearbeiten, um Menschen Dinge „sagen“ zu lassen, die sie nie gesagt haben.
Alles für Harris und gegen Trump
Natürlich ist dies nur ein besonders ins Auge stechendes Beispiel für die Berichterstattung der BBC über die US-Politik, die auch im letzten Wahlkampf eindeutig zulasten Donald Trumps ausfiel. Wie im deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk auch wurde Trumps Widersacherin Kamala Harris positiv dargestellt, die BBC konzentrierte sich auf Themen, die von der Harris-Kampagne vorangetrieben wurden, wie Abtreibung und Frauenrechte, und vernachlässigte dabei Themen wie Arbeitsplätze, Wirtschaft und Einwanderung, die Trump in den Fokus stellte, weil sie den Amerikanern deutlich wichtiger waren.

Trump will sich gegen die manipulative BBC-Berichterstattung wehren.
Eine weitere Parallele: Umfragen, in denen Trump hinten lag, wurde übermäßige Aufmerksamkeit zuteil, andere wurden ignoriert, sodass man allgemein eher an eine Niederlage Trumps glaubte. Die interne Überprüfung ergab kein einziges Programm, das Harris und ihre Bilanz kritischer betrachtete als Trump. Eine Untersuchung der US-Berichterstattung im ÖRR fiele nicht anders aus.
Das Memo, das Davie und Turness jetzt zum Verhängnis wurde, gibt sich jedoch mit den vielen Beispielen für die einseitige Haltung der BBC nicht zufrieden. Weitere näher untersuchte Themenfelder waren der Krieg Israels gegen die Hamas im Gazastreifen, ethnische Vielfalt sowie biologisches Geschlecht und Gender. Auch hier läuft es bei der BBC prinzipiell nicht anders als bei unseren „Haltungsmedien“. Und: Auch die Briten müssen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk finanzieren.
Der Wurm muss dem Angler schmecken
Dafür bekommen sie – wie deutsche Zuschauer, Hörer und Leser – eine Sicht auf die Dinge serviert, wie sie der Einstellung der Journalisten entsprechen. Motto: Der Wurm muss erst einmal dem Angler schmecken, nicht dem Fisch. Den versucht man so zu indoktrinieren, dass er noch die abseitigsten Sachen schluckt.
Beispiel Gaza-Krieg: Hier wurde die Berichterstattung der BBC über fünf Monate beobachtet (7. Mai bis 6. Oktober 2024), 535 Artikel der BBC und 523 von BBC Arabic. Während schon die Berichte der BBC sehr tendenziös zulasten Israels ausfielen, waren die von BBC Arabic komplett einseitig. Über die israelischen Geiseln wurde dort gar nicht berichtet, aber jeder antiisraelische Bericht der BBC übernommen.
Israelisches Leiden, etwa in den von der Hamas überfallenen Orten, wurde ignoriert, ebenso die Raketenangriffe, denen sie seit dem israelischen Rückzug vor 20 Jahren ständig ausgesetzt waren. Bei BBC Arabic kam kein einziger Hamas-kritischer Bericht vor.
Unhaltbare Rassismus-Vorwürfe
Palästinensische Propagandisten wurden als scheinbar seriöse Journalisten vorgestellt – etwa Samer Elzaenen, der eine Reihe von antisemitischen Kommentaren gepostet hatte, bis hin zum Vorschlag, Juden zu verbrennen, „wie Hitler es tat“. Oder Ahmed Qannan, der den Mörder von fünf Israelis einen Helden nannte. Oder Ahmed Alagha, der Israelis as „less than human“ und Juden as „Teufel“ bezeichnete.
Die BBC verbreitete auch Berichte über eine angebliche „ethnische Benachteiligung” bei Kfz-Versicherungen. Die zentrale Behauptung: Menschen, die in Gebieten mit einem hohen Anteil an ethnischen Minderheiten leben, müssen mehr für ihre Kfz-Versicherung bezahlen, selbst wenn die Zahlen für Verkehrsunfälle und Kriminalität ähnlich sind. Vieles war daran so falsch, dass der Bericht schließlich offline genommen wurde. Nur ein Beispiel für behaupteten Rassismus, der dann nicht belegt werden konnte.
Wurde mal über illegale Einwanderer und Asylsuchende berichtet, konzentrierten sie sich meist auf die schlechten Bedingungen oder die Misshandlung von Migranten und nicht etwa auf die 8 Millionen Pfund, die täglich für deren Unterbringung in Hotels ausgegeben werden. Das Memo wirft der BBC auch vor, Geschichte umzuschreiben, um eine „woke Agenda“ zu fördern – etwa bei Sklaverei, Kolonialismus und Irischer Hungersnot.
Trans-Propaganda ohne Grautöne
Ebenso wurden heikle Fragen rund um die Agenda der Trans-Bewegung ausgeklammert. So fanden auch die im März 2024 von zahlreichen Medien berichteten Dokumente der World Professional Association for Transgender Health keine Erwähnung, die Bedenken hinsichtlich der Qualität der Versorgung von Kindern mit Geschlechtsidentitätsstörungen aufkommen ließen. Die Daily Mail, der Economist, der Observer, die Washington Post, die Times und andere griffen das Thema auf, nicht jedoch die BBC.
Es gab auch kaum Berichterstattung über biologische Frauen, die sich dafür einsetzten, biologische Männer aus sensiblen Bereichen auszuschließen. Und die BBC versäumte es, über die Geschichte der Krankenschwestern aus Darlington zu berichten, die ihren Arbeitgeber vor Gericht brachten, weil er zuließ, dass ihr Umkleideraum von biologischen Männern genutzt wurde.
Insgesamt stellt das Memo fest: Die BBC hat ihre Neutralität geopfert und interne Kontrollen umgangen. Durch das Gruppendenken ist der Sender von der Realität entkoppelt und fördert eine „schädliche linke Orthodoxie“ – mit Vorliebe für Staatsintervention, NGOs und „renommierten Experten“ auf der Linken, während konservative oder marktorientierte Ansichten diffamiert werden. Da klingeln auch dem Tagesschau-Konsumenten und Deutschlandfunk-Hörer die Ohren.
Die Einschläge kommen näher
Das muss auch den Vertretern von ARD, ZDF und Deutschlandfunk klar sein, die wegen genau derselben einseitigen und manipulativen Berichterstattung schon lange in der Kritik stehen. Entsprechend reagiert man auf die Rücktritte bei der BBC patzig, wie etwa Annette Dittert, NDR-Studioleiterin in London. Bei X / Twitter moserte sie: „Just nuts. Caving in to Trump and Maga that easily doesn’t bode well for Britain in general“ (Einfach verrückt. Sich Trump und Maga so leicht zu beugen, verheißt nichts Gutes für Großbritannien im Allgemeinen).

Tweet der ARD-Korrespondentin Annette Dittert.
Ansonsten ist man bemüht, die Dimension des Skandals herunterzuspielen. Im ZDF-Morgenmagazin drehte man die Kritik an der BBC allein auf den Trump-Clip, der „Arm der Trump-Administration“ reiche offenbar „bis über den großen Teich“, stellte man bedauernd fest, als würde in London automatisch exekutiert, was der amerikanische Präsident fordert. Dabei sei die montierte Version des Videos „nicht komplett sinnentstellt", schließlich „gab es sogar Ermittlungen gegen Trump ... wegen dieser Aufwiegelung" – die allerdings allesamt im Sande verliefen, nur muss das der ZDF-Zuschauer nicht wissen. Als eigentliches Opfer erscheint hier die BBC, die gegenwärtig „Anwürfe zu verkraften habe“, eigentlich sei das „'n bisschen wenig“, was zu den Rücktritten geführt habe.
ARD-Korrespondentin Mareike Aden erwähnte immerhin kurz, in dem Memo sei auch die „insgesamt teilweise tendenziöse Berichterstattung rund um Gaza und um Trans-Rechte“ thematisiert worden, musste aber auch gleich den Telegraph, der es veröffentlichte, als „rechtskonservative Zeitung“ einordnen und sprach von der Sorge, dass „zu viel Druck von außen und auch aus dem Weißen Haus gekommen sei“.
Erschütterte Glaubwürdigkeit hier wie dort
Das BBC-Beben könnte schließlich die Debatte um radikale Reformen auch im deutschen ÖRR befeuern. Auch hier wurden Videos manipuliert, man erinnert sich etwa an dunkel eingefärbten Wasserdampf über einem Atomkraftwerk oder akustisch verstärkte Buhrufe bei einer Trump-Rede. Und was die einseitige Auswahl von „Experten“, Trump-Bashing, Bias bei der Berichterstattung über Nahost oder das Pushen des Trans-Themas betrifft, läuft es hier ebenfalls nicht anders als bei der BBC.
Zuletzt machte die Zusammenarbeit des ZDF mit einer „Partnerfirma“ in Gaza, die einen Hamas-Terroristen beschäftigte, Schlagzeilen. Und eben meldete die Neue Zürcher Zeitung (NZZ), dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt: Eine Partnerfirma des Zweiten sponserte eine Konferenz mit Hamas-Führern und iranischen Propagandasendern.
So wie BBC-Chef Tim Davie müsste auch ZDF-Intendant Norbert Himmler handeln, doch der sieht keinen Anlass zum Rücktritt. Dabei wächst die Unzufriedenheit, ja bisweilen die Wut über den ÖRR. Dessen Glaubwürdigkeit ist im Keller. In letzter Zeit haben mehrere Journalisten wie etwa Andreas Halbach (ZDF) über unterdrückte Berichterstattung geklagt – und dass sie nach Kritik am Sender oder der Redaktion „kaltgestellt“ und benachteiligt würden.
Mit solchen Mitteln wird man den Vertrauensverlust aber nicht aufhalten können. So wie die BBC gezwungen sein wird, endlich wieder zu den journalistischen Standards zurückzukehren, müssen auch unsere quasi-staatlichen Rundfunksender aufhören, die Menschen mit ihrer eigenen Weltsicht zu indoktrinieren.
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