Männer weggeschnitten: So manipuliert die ARD Fotos von Lampedusa
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Der NDR berichtete am Mittwoch darüber, dass Frankreich keine weiteren Migranten auf Lampedusa aufnehmen wolle. Um die Meldung mit angemessener Tragik zu bebildern, verwendete der Sender ein Foto von drei Kindern und einer Frau auf der Flucht. Jetzt stellt sich heraus: Das Foto wurde einfach beschnitten und zeigt nur die halbe Wahrheit.

Das linke Bild zeigt eine Frau mit drei Kindern. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Die Männer im Hintergrund wurden einfach abgeschnitten. Macht sich besser so zu sehen.
Ja, das Bild berührt: Es zeigt eine Familie auf der Flucht, eine Frau, die ihre Hand um die gespendete Wasserflasche geschlungen hält und hilflos in die Ferne schaut. Unmittelbar vor ihr befinden sich drei Kleinkinder, die offenbar ihre gesamte Habe in kleinen Plastiktüten tragen und – so scheint es – jetzt auf dem Weg in ein neues Leben sind.
Bilder dieser Art werden mit Fleiß im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gezeigt: Bilder, die vorzugsweise Frauen und Kinder zeigen. Besonders pikant: Unter dem Social-Media-Post vom NDR kommentiert eine Nutzerin, dass man sonst nur Männer in den Medien sehe. Der NDR antwortet selbstsicher: Auf diesem Foto eben nicht. Es sei schließlich nur die Frau mit den Kindern zu sehen.
Dass mehr als die Hälfte aller Asyl-Anträge (50,3 Prozent) von jungen Männern im Alter von 16 bis 40 Jahren gestellt werden, findet in der Bebilderung eher ungern Beachtung. Die flüchtenden jungen Männer, die sich direkt hinter der Frau befinden, wurden vom NDR einfach abgeschnitten.
Die ARD fiel bereits vorher durch eine bemerkenswerte Fotoauswahl auf: So wurde in der Tagesschau an zwei Tagen hintereinander das identische Foto einer jungen Mutter mit Kind gezeigt – obwohl es in der Zwischenzeit etliche neue Fotos von Lampedusa gab. Aber die Tagesschau wollte wohl unbedingt Fotos von kleinen Kindern zeigen...

Die Tagesschau zeigte an zwei Tagen den gleichen Bildausschnitt.
NIUS-Reporter Jan A. Karon hat die vergangenen Tage auf Lampedusa verbracht und die Situation vor Ort dokumentiert. Seine Dokumentation „Lampedusa – Ansturm auf Europa“ sehen Sie hier:
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