Medien als publizistischer Arm der Antifa-Schläger: Angriffe auf Reporter in Erfurt werden verschwiegen
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Brutale Prügelattacke auf Reporter freier Medien in Erfurt – und die ARD erwähnt es in einem Nebensatz, das ZDF gar nicht. Linksradikale Gewalt wird verschwiegen oder relativiert, indem die Opfer als „rechts“ geframed werden. Im BR behauptet Anja Kohl sogar, die AfD müsse sich entschuldigen.
Bei den Protesten gegen den AfD-Parteitag kam es am Samstag in der Erfurter Innenstadt zu Hetzjagden auf Reporter. Mehrere Dutzend enthemmte Linksextreme des Bündnisses „Widersetzen“ bepöbelten die Reporter, bedrohten sie, prügelten auf sie ein, traten sogar gegen den Kopf eines Journalisten von Apollo News, Jonas Aston. Dem Social-Media-Chef der Jungen Freiheit (JF), Vadim Derksen, boxten die radikalen Aktivisten ins Gesicht und raubten ihm das Handy, das er später wiedererlangen konnte.
Doch in den meisten Medien kamen die gewalttätigen Angriffe auf Reporter (und damit auf die Pressefreiheit) entweder gar nicht vor oder wurden nur am Rande erwähnt. Und wenn, dann meist mit dem Framing, es habe sich bei den Attackierten um „rechte“ Journalisten gehandelt.
Ein weiterer unbegründeter Nazi-Vergleich
Wie in der ARD-Tagesschau vom 4. Juli. In einem längeren Bericht aus Erfurt werden die Angriffe nur gestreift: „Es kommt zu vereinzelten Auseinandersetzungen. Ein Reporterteam des rechten Portals Apollo News wurde von Demonstranten attackiert und verletzt.“ Insgesamt zeigt man sich erleichtert, dass es weit ruhiger zugegangen sei, als Ankündigungen linksextremer Aktivisten, „von den Dächern“ zu attackieren, hätten befürchten lassen.
Wie üblich war das ZDF weit aktivistischer unterwegs als das Erste. Die Moderatorin von heute sagte wörtlich: „Der AfD-Parteitag findet genau 100 Jahre nach dem Reichsparteitag der NSDAP statt, der damals auch in Thüringen abgehalten wurde.“ Damit wurde insinuiert, die Datumswahl sei eine bewusste symbolische Anspielung; manche werfen der AfD ja vor, sie stünde in der Tradition des Nationalsozialismus.
Laut MDR hat die AfD aber bereits 2024 nach möglichen Terminen für ihren Bundesparteitag gefragt. Die Anfrage habe nicht nur das Wochenende 4./5. Juli umfasst, sondern einen Zeitraum von Ende Juni bis Mitte Juli, genauer gesagt mehrere Wochenenden im Juni und Juli. Nach Abgleich mit dem Belegungsplan der Messe sei das Wochenende 4./5. Juli die einzige verfügbare Option gewesen. Deshalb sei der AfD dieses Wochenende vorgeschlagen worden.
Hayali: Proteste „größtenteils friedlich“
Im anschließenden Beitrag sagte Daniela Sonntag, die Proteste seien „bunt und fröhlich“ und „weitgehend friedlich“ verlaufen. „Nur vereinzelt kam es zu kurzen Zusammenstößen mit der Polizei.“ Die gewalttätigen Angriffe auf Reporter von Apollo News und Junge Freiheit wurden nicht erwähnt. Und so ging es im heute-journal des ZDF weiter. „Mit Ausnahme weniger Gewaltszenen bleibt der Protest friedlich.“ Im anschließenden, verhörähnlichen Interview mit AfD-Chefin Alice Weidel sagte Moderatorin Dunja Hayali zu Weidels Bemerkungen über gewalttätige Proteste: „Ich war nicht vor Ort, die Polizei sagt, es war größtenteils friedlich, es gab ein paar ganz wenige Auseinandersetzungen mit der Polizei, das sagt die Polizei.“
Insgesamt wurden jedoch am Wochenende laut Polizei 65 Straftaten festgestellt. Sie spricht von Angriffen auf „Medienschaffende und Livestreamer“ und hat Ermittlungen aufgenommen.

Im verhörähnlichen Interview mit Alice Weidel behauptete Dunja Hayali, die Proteste seien „größtenteils friedlich“ gewesen.
In den Nachrichten hieß es auch: „Und aus Protest gegen die AfD gibt's seit dem frühen Morgen in und rund um Erfurt Sitzblockaden, Demonstrationszüge – ein Fest der Demokratie.“ Womit man sich genau der Formulierung bediente, mit der die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt im Vorfeld Proteste gegen den Parteitag der AfD angekündigt hatte – einer Veranstaltung, von der sie wusste, dass das Parteiengesetz sie vorschreibt und im Wissen um die Absicht der Demonstranten, den Parteitag zu verhindern.
Entsprechende Anfragen von NIUS blieben vom ZDF unbeantwortet. Stattdessen behauptete der Sender, er habe auf ZDFheute.de berichtet – „sowohl die Einschätzung der Polizei benannt, dass die Proteste weitgehend friedlich verlaufen seien als auch die vereinzelten Ausschreitungen der Demonstrationen sowie Angriffe gegen Medienvertreter thematisiert“. Online-Nutzer erfahren also – vielleicht – ein wenig von den Angriffen, Fernsehzuschauer nicht.
Anja Kohls peinlicher Fauxpas
Es sei bunt und laut gewesen, wird der Innenminister zitiert, abgesehen von ein paar Verletzten „infolge von gewissen Auseinandersetzungen am Rande“, wobei der Zuschauer im Ungewissen gelassen wird, wer hier eine „Auseinandersetzung“ mit wem suchte, wo es sich doch um Angriffe von Linksextremen auf Pressevertreter handelte.
Damit kam Anja Kohl, bekannt als Moderatorin der „Börse im Ersten“, die auch bei den ARD-„Tagesthemen“ vom Aktienhandel berichtet, beim „Sonntags-Stammtisch“ des Bayerischen Rundfunks (BR) völlig durcheinander. Unter der Rubrik „Mein Ärger der Woche“ sprach sie die brutalen Angriffe von „Gegendemonstranten“ an und sagte wörtlich:
„Und die AfD hat es nicht geschafft, sich davon zu distanzieren, überhaupt dazu Stellung zu nehmen. Das heißt, das waren wirklich gewalttätige Angriffe auf Journalisten in Deutschland, die am Rande des AfD-Parteitages sehr sauber versucht haben zu berichten. Mein absolutes Ärgernis dieser Woche: Journalisten in diesem Land, die berichten, müssen geschützt werden vor Angriffen, und man muss dann auch Parteien haben, die sich distanzieren von so einer Sache.“
Nur die Überschrift gelesen?
Womit Anja Kohl den Eindruck erweckte, die AfD, ihre Delegierten oder Anhänger hätten etwas mit den Tritten und Schlägen zu tun und seien nicht die Opfer des linken Mobs. Möglicherweise lässt das Mindset der Börsenexpertin den Gedanken nicht zu, linke Schläger könnten Reporter bedrängen, die „sehr sauber versucht haben zu berichten“. Der Verdacht liegt nahe, dass Kohl nicht mehr als die Überschrift gelesen haben kann und den Sachverhalt automatisch umdeutete: Presse gut – also nicht rechts –, dafür aber die gewalttätigen Demonstranten. Auf Anfrage von NIUS wollte sich Anja Kohl dazu nicht äußern.

ARD-Wirtschaftsexpertin Anja Kohl: Las sie nur die Überschrift oder behauptete sie bewusst das Gegenteil?
JF-Chefredakteur Dieter Stein nannte das auf der Plattform X „völlig irre“, und der Journalist Deniz Yücel meinte sarkastisch: „Der Preis für den beinah besten Beitrag zu den Angriffen auf Journalisten am Rande des AfD-Parteitags in Erfurt geht an… Anja Kohl (ARD) und die Sendung ‚Der Sonntags-Stammtisch‘ (BR).“
Bemerkenswert war auch, dass die mit Kohl am BR-Stammtisch Sitzenden Kohl nicht berichtigten: Weder Moderator Hans Werner Kilz (früher Chefredakteur vom Spiegel und der Süddeutschen Zeitung), noch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), der Sänger Heinz-Rudolf Kunze oder Ex-Skiläufer Christian Neureuther griffen bei Anja Kohls Fauxpas ein.
Die Politik bequemt sich zur Verurteilung
Natürlich waren es die Politiker der Parteien, die permanent zum „Kampf“ gegen die AfD aufrufen oder gar deren Verbot fordern, die sich distanzieren mussten. Und teilweise geschah das auch. So erklärte Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, gegenüber Bild: „Wer Gewalt gegen Journalisten anwendet, der greift die Demokratie an. Denn Meinungsfreiheit und Pressefreiheit sind zentrale Säulen einer freiheitlichen Gesellschaft. Und das gilt unabhängig von linker oder rechter Gewalt.“
„Wir verurteilen diese Angriffe scharf“, sagt auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann. Und der CDU-Abgeordnete Christoph Ploß sagt: „Die linke Gewalt gegen Polizisten, Journalisten oder Andersdenkende ist scharf zu verurteilen!“
Sogar die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner sah sich zu einer Distanzierung genötigt: „Wir lehnen jede Form von Gewalt auf solchen Demonstrationen ab. Wir bedauern diesen Einzelfall und wünschen gute Genesung. Der Schutz der Pressefreiheit ist ein unverhandelbares Grundrecht.“ Der Deutsche Journalisten-Verband fordert eine umfassende Aufarbeitung der Vorfälle: „Gewalttätige Übergriffe auf Journalistinnen und Journalisten gleich welchen Mediums sind immer zu verurteilen.“
Opfer der Attacken als „rechts“ bezeichnet
Da der von Politik und „Zivilgesellschaft“ ausgerufene „Kampf gegen rechts“ alles, was nicht links ist, kriminalisiert, konnten einige Medien der Versuchung nicht widerstehen, die – wenn nicht gleich ganz verschwiegene – pflichtschuldigst verurteilte Gewalt „einzuordnen“. In dem Sinne, dass es sich bei den Angegriffenen um „rechte“ Journalisten gehandelt habe.
Apollo News wurde vom Tagesspiegel „rechtslibertäres Newsportal“ genannt, bei n-tv war von einem „rechtskonservativen Portal“ die Rede. Auch bei Bild sprach man von einer „Jagd auf mutmaßlich rechte Streamer“. Zur „Einordnung“ wurde ausgerechnet der Spiegel bemüht, demzufolge die Plattform zu jenen gehöre, „die teils auch Desinformationen und extrem rechte Narrative verbreiten, wobei die Grenzen zwischen seriösem Journalismus und manipulativen Inhalten für ungeübte Leser verschwimmen würden“.
Focus online immerhin war die Ausnahme, das Magazin sprach neutral von einem „Nachrichtenportal“: „Im nächsten Schritt bezeichnen die Aktivisten ‚Apollo News‘ als Faschisten. Man kann die Plattform als rechtskonservativ oder einseitig kritisieren – aber Faschisten sind sie ganz sicher nicht. Diese Brandmarke nutzt ‚Widersetzen‘ schließlich, um Gewalt implizit zu rechtfertigen. Es ist der Schlusspunkt einer ungeheuerlichen Argumentation.“
Linksradikale: Pressefreiheit gilt nicht für „rechtsextreme Medien“
Das linksradikale „Zentrum für Politische Schönheit“ erhob den absurden Vorwurf, es handle sich bei Apollo News und Junge Freiheit um „rechtsextreme Medien“, weshalb sie „mit Sicherheit nicht unter die Pressefreiheit fallen“, und begründete das mit „russischen Desinformationskampagnen“. Offenbar hatten die Urheber nie einen Blick in die von ihnen als „rechtsextrem“ diffamierten Medien geworfen, sonst wüssten sie, dass sich beide klar gegen Putins Russland positionieren. Entsprechend reagierte der Medienjournalist Stefan Niggemeier: „Wer mit solchen Leuten versucht, die Demokratie zu verteidigen, hat schon verloren.“

Bizarre Behauptung linksradikaler Aktivisten in Social Media.
Bei Welt kam Apollo News-Chefredakteur Max Mannhart zu Wort. Er erinnerte daran, dass das Bündnis „Widersetzen“, das offiziell von der Linkspartei, der Grünen Jugend und den Jusos unterstützt wird, die Gewalt rechtfertigt. Als er forderte, dies müsse rechtliche und politische Konsequenzen haben, warf ihm der Interviewer Max Oppel vor, eine „kriegerische Rhetorik“ zu pflegen, die eskalieren würde. Mannhart wies den Vorwurf der Provokation zurück. Es hätte jeden Reporter treffen können, die Apollo-Mitarbeiter seien nicht als solche zu erkennen gewesen, allein dass sie filmten, reichte dem linken Mob, um sie zu attackieren.
Paul Ronzheimer und Filipp Piatov von Bild erörterten im Podcast die Frage, warum die Reaktionen aus Politik und Medien so unterschiedlich ausfielen, und stellten fest, dass die Angriffe von Erfurt „nicht so einhellig verurteilt wurden, wie man es sich eigentlich wünschen würde“. Apollo News und Junge Freiheit würden „gerade in der linken Szene, links extremistischen Szene als Feinde ausgemacht“, was auch den Medien von Axel Springer passiere.
Zutreffend stellen die beiden Journalisten fest, dass Apollo News „auf jeden Fall sehr prokapitalistisch ist – proamerikanisch, proisraelisch und proukrainisch, gleichzeitig sehr skeptisch gegenüber Migrationen, gegenüber dem ganzen Gender-Thema und vielen anderen, also sich sozusagen gegen einen eher linkeren Zeitgeist stellt“.
Zeit für selbstkritische Fragen, nicht für selektive Solidarität
Piatov erklärte, dass ihn die Bilder aus Erfurt „schockiert“ hätten: „Dass man als Reporter so was auf deutschen Straßen erfährt (…), entsetzt mich“. Im Podcast wurde es auf den Punkt gebracht: „Man stelle sich vor, das wären Rechtsradikale gewesen, die auf wen auch immer losgegangen wären, auf einen Reporter.“ Man kann sich ausmalen, welches mediale Echo so ein Ereignis ausgelöst hätte.
Und auch Ulf Poschardt, der Journalist und ehemalige Herausgeber von Welt, Politico und Business Insider, bezeichnete die Angriffe in einem Video als „ekelhafte Ausschreitungen“. Er zeigte sich erstaunt, „wie selektiv die Solidaritätsadressen waren“.

Die Berliner „taz“ erschien mit Antifa-Logo.
Wenn die „demokratische Mitte“ zum „Kampf gegen rechts“ aufruft und Linksextremisten dies als Freibrief zur Gewalt gegen als Verfassungsfeinde diffamierte politische Gegner verstehen, müsste man sich eigentlich im polit-medialen Komplex einige selbstkritische Fragen stellen. Von der taz, die statt der üblichen Tatze das Antifa-Logo integrierte, ist wohl nichts anders zu erwarten – von gebührenfinanzierten Sendern wie ARD und ZDF schon.
Mehr zum Thema: Diffamierung, Irreführung, Antisemitismus: Die Akte Dunja Hayali
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