NIUS-Account auf Bluesky löst kollektive Hysterie aus
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Während SPD, Grüne und Linke mit gleichlautenden Bekenntnistexten X den Rücken kehren, eröffnet NIUS einen Account auf Bluesky und wird in nicht einmal 24 Stunden fast 10.000 Mal blockiert. Ohne einen einzigen kontroversen Post.
Es war keine spontane Entscheidung, es war eine Choreografie. Am 4. Mai 2026 verabschiedeten sich Teile der SPD-Bundestagsfraktion, der Grünen und der Linken von X. Die Plattform sei in den vergangenen Jahren im Chaos versunken. Politische Debatten lebten vom Austausch, der Menschen erreiche und informiere. X hingegen fördere Desinformation. Politiker wie Sawsan Chebli, Felix Banaszak, Katharina Dröge, Franziska Brantner und Jan van Aken sowie die Bundestagsfraktionen von SPD, Grünen und Linken lassen ihre Accounts nun ruhen.

Screenshots der gleichlautenden #WirVerlassenX-Posts. Die Accounts wurden nicht gelöscht, sondern sollen nicht mehr bespielt werden.
Die SPD liefert das Etikett: „rechtseXtreme Plattform“
Am weitesten ging die Inszenierung der SPD-Bundestagsfraktion. Ein eigens gestaltetes Plakat erklärt X zur „rechtsextremen Plattform“, montiert neben einem Foto Elon Musks mit erhobenem Arm.

Für die Bundestagsfraktion der SPD ist X eine "rechtsextreme Plattform". Auf Subtilität wurde verzichtet.
NIUS sagt auf Bluesky „Hallo“ – und löst eine Hysterie aus
Am selben Tag eröffnete NIUS auf Bluesky einen Account. Der erste Post lautete: „Hallo, Bluesky – wir sind jetzt auch hier.“

NIUS stellt auf X den neuen Bluesky Account vor.
Was folgte, gleicht einer kollektiven Hysterie. Kaum war der Account online, landete NIUS auf diversen Blocklisten, große Accounts riefen zum Boykott auf. Laut clearsky.app, einer Website mit Live-Statistiken zu Bluesky, blockierten innerhalb von 24 Stunden fast 10.000 Nutzer präventiv den neuen NIUS-Account. Nicht wegen eines einzelnen Posts. Nicht wegen eines Skandals. Einfach, weil NIUS es wagte, dort aufzutauchen.

Fast 10.000 Accounts blocken NIUS auf Bluesky innerhalb der ersten 24 Stunden.
Wer es nicht glauben mag, schaut selbst nach: Die Zahl auf https://clearsky.app/niusde/blocking/blocked-by klettert in Echtzeit minütlich weiter. Ein digitales Fieberthermometer, das nur eines zeigt: rote Wut und Angst vor anderen Meinungen.
Bluesky verliert kontinuierlich Benutzer
Bluesky wurde 2019 als dezentrales Kurznachrichten-Netzwerk von Twitter-Erfinder Jack Dorsey ins Leben gerufen, später aus dem Konzern ausgegliedert und ist seit Februar 2024 öffentlich zugänglich. Vermarktet wird die Plattform als „gesündere“ Alternative zu X.
Die Realität zeigt ein anderes Bild. Während die mediale Erzählung in Deutschland lautet, X sterbe und Bluesky steige auf, befindet sich die Zahl der täglich aktiven Poster auf Bluesky seit Anfang 2025 in kontinuierlichem Sinkflug – von über 1,1 Millionen auf zuletzt rund 600.000. Eine annähernde Halbierung in gut einem Jahr.

Die Plattform schrumpft. Die Verbliebenen kompensieren das offenbar mit umso größerem Eifer beim Aussortieren.
Bluesky wird zu einer riesigen, linken Echokammer
Die Nutzer einer Plattform, die sich als dezentrales, freies, tolerantes Gegenmodell feiert, reagieren auf einen einzigen neuen Account wie ein Allergiker auf eine Pollenwolke. Die „bessere Alternative“ entpuppt sich als Echokammer, in der die Block-Funktion das wichtigste Werkzeug zur Debattenvermeidung und Blasenbildung ist.
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