Peinlicher Faktencheck-Fehler: Phoenix-Kommentator korrigiert Weidel beim Thema Zurückweisungen – mit falschen Zahlen
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Ein Kommentator des öffentlich-rechtlichen Senders Phoenix hat AfD-Chefin Alice Weidel nach ihrer Rede bei der Generaldebatte im Bundestag vorgeworfen, falsche Zahlen zum Thema „Abschiebungen“ zu nutzen, um „die Lage des Landes so drastisch und schlecht wie nur irgend möglich zu schildern“. Nur: Der Kommentator selbst brachte einiges durcheinander. Die Zahlen, die Weidel nannte, sind korrekt.
Am Mittwochmorgen startete die zweite Haushaltsdiskussion im Bundestag innerhalb weniger Tage. Nachdem in der vergangenen Woche über den Haushalt für das laufende Jahr debattiert wurde, ging es nun um den für das Jahr 2026. Bundeskanzler Merz sprach zu den Abgeordneten, Heidi Reichinnek (Die Linke) trat ans Rednerpult, und auch weitere Abgeordnete wie Unionsfraktions-Chef Jens Spahn bekamen Redezeit. Doch dann sprach AfD-Chefin Alice Weidel – und der Kommentator von Phoenix, dem öffentlich-rechtlichen Sender, der die Debatte live übertrug, fühlte sich sofort zu einer Einordnung bemüßigt.
„Nehmen wir das Beispiel Abschiebungen“
„Es ist erkennbare Absicht der AfD, die Lage des Landes so drastisch und schlecht wie nur irgend möglich zu schildern – unabhängig von objektiven Daten, und das galt jetzt auch für die Rede von Alice Weidel“, so der Kommentator. „Nehmen wir das Beispiel Abschiebungen. Da hat sie von 700 gesprochen. In diesem Jahr sind es tatsächlich 12.000 gewesen, die abgeschoben worden sind aus Deutschland“, erklärte der Kommentator.
Weidel sprach von Zurückweisungen – nicht von Abschiebungen
Nur: Weidel hatte in ihrer Rede überhaupt nicht über 700 „Abschiebungen“ gesprochen – sondern über Asyl-Zurückweisungen an der deutschen Grenze. Wörtlich sagte die AfD-Chefin: „Ihre großspurig proklamierte Migrationswende ist ein billiger Bluff. Das haben wir eben in der Rede vom Bundeskanzler gehört. In den ersten vier Monaten wurden gerade einmal 700 Personen zurückgewiesen. Gleichzeitig sind 32.000 Asylzuwanderer neu hinzugekommen. Die Zahl der Folgeanträge ist sprunghaft angestiegen.“
Es ging in Weidels Rede also relativ eindeutig erkennbar um Zurückweisungen von Asyl-Bewerbern an deutschen Grenzen.
Die offiziellen Zahlen, die das Bundesinnenministerium von Alexander Dobrindt (CSU) Ende August herausgab, geben Weidel recht: Demnach wurden unter Schwarz-Rot bis zu jenem Zeitpunkt 660 Asylbegehren an den Grenzen abgelehnt. Dass Weidel sich klar auf Menschen bezog, die an der Grenze Asyl forderten, und eben nicht auf Abschiebungen, geht klar daraus hervor, zumal sie bereits im folgenden Satz von „Asylzuwanderern“ spricht.
Schlimmer geht’s immer
Wenig später fügt der Kommentator dann eine weitere Erklärung an, die seine Worte nur noch schlimmer macht: Anstatt einzugestehen, dass er fälschlicherweise über Abschiebungen sprach, sagt er nun: „Jetzt nochmal die Präzisierung: Es hat 14.600 Zurückweisungen gegeben an der deutschen Grenze in den vergangenen Monaten und 12.000 Abschiebungen auch.“
Doch auch diese Zahl bezieht sich nicht auf die von Weidel angesprochenen Zurückweisungen von Menschen, die an den Grenzen Asyl forderten – sondern auf die Gesamtzahl aller zurückgewiesenen Personen.
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