Plagiatsskandal bei der Süddeutschen Zeitung! Stellvertretende Chefredakteurin soll massiv abgeschrieben haben!
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Plagiatsvorwürfe ausgerechnet gegen die Süddeutsche Zeitung. Nun sitzt sie selbst auf der Anklagebank!
Bizarr: Nur wenige Tage, nachdem in der Süddeutschen Zeitung (SZ) Plagiatsvorwürfe gegenüber der AfD-Parteivorsitzenden Alice Weidel laut geworden sind, sieht sich das Blatt aus München selbst solchen Anschuldigungen ausgesetzt. Der „Medieninsider“ fragt in einem heute erschienenen Artikel: „Schreibt die Vizechefin der Süddeutschen ohne Kennzeichnung?“ Mit Kennzeichnung ist in diesem Fall gemeint: Das Geschriebene als Zitat auszuweisen.
Wer den ausführlichen Artikel des Medieninsiders liest, wird diese Frage mit einem Ja beantworten.
Anhand von drei Texten von SZ Vizechefin Alexandra Föderl-Schmid gelingt es dem Medieninsider, bedeutsame Übereinstimmungen mit offenbar verwendeten, aber nicht gekennzeichneten Quellen aufzuzeigen.
Formulierungen wurden fast 1:1 übernommen
In der ersten der drei Veröffentlichungen geht es um eine Darstellung der Hamas-Ideologie, die sich ganz offenkundig auf ein Islamismus-Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) stützt. Der Medieninsider schreibt dazu:
„Dabei wurden Formulierungen der BPB-Autoren ebenso übernommen wie Zitate, die wiederum dort zu finden sind. In den Visualisierungen von Medieninsider sind die als ähnlich eingestuften Fragmente farblich hinterlegt, wortgleiche Ähnlichkeiten sind zusätzlich fett markiert. Die von Medieninsider verwendete Software PlagAware kategorisiert die markierten Teile als ‚mäßig‘ (Übereinstimmung 79 Prozent) und ‚leicht umgeschrieben‘ (85 bzw. 90 Prozent) ein, einen Satz als ‚exakte‘ Übereinstimmung (100 Prozent).“
Unglaubwürdige Verteidigungslinie
Damit konfrontiert, verteidigt sich die SZ-Journalistin Alexandra Föderl-Schmid ohne erkennbares Fehlereingeständnis. Der Medieninsider dokumentiert ihre Stellungnahme im Wortlaut:
„Bei den unter Punkt 1 genannten Beispielen (Hamas-Ideologie) handelt es sich großteils um Erklärungen, um Einordnungen zur Lage oder zu Ereignissen in Israel und den palästinensischen Gebieten. In den Artikeln werden technische Vorgänge und Systeme beschrieben, unter anderem geht es auch um Übersetzungen etwa der Hamas-Charta, sodass sich hier ähnliche Formulierungen ergeben. Es geht hier nicht um geistige Eigenleistungen anderer Autorinnen und Autoren wie bei Essays, Reportagen oder bei Kommentaren. Es geht um Faktenbeschreibungen und Definitionen. Um die Ideologie der Hamas zu beschreiben, greife ich beispielsweise zurück auf die Charta der Hamas und gebe diese, auszugsweise, ins Deutsche übersetzt wieder. Dass die Formulierungen in der SZ hier also zum Teil wort- oder satzgleich denen anderer Quellen sind, wie etwa der Bundeszentrale politischer Bildung oder anderer, ist also unvermeidlich.“
Alexandra Föderl-Schmid suggeriert damit, sie wäre zufällig auf die fast identischen Formulierungen gekommen, weil sich diese aus dem Gegenstand selbst ergeben. Das erscheint doch als sehr unglaubwürdig.

Alexandra Föderl-Schmid war früher Chefredakteurin beim linken „Standard“ aus Österreich.
Bei einem fast wortgleichen Lexikoneintrag räumt sie hingegen einen Fehler ein. Der Medieninsider hatte recherchiert und schreibt:
„Ein in der Süddeutschen gesetztes Format ist das sogenannte Lexikon. Hier erklärt die Redaktion unter Gesichtspunkten der Aktualität Begrifflichkeiten. Am 8. Oktober 2023, also einen Tag nach dem Überfall der Hamas auf Israel, ging ein solcher Beitrag zum jüdischen Feiertag Simchat Tora online. Auch diesen hat Föderl-Schmid beigesteuert und mit eigener Autorenzeile versehen. Bis auf wenige Worte ähnelt der Beitrag wortgleich einem Text, der auf der Seite des Jüdischen Museums in Berlin erschienen ist.“
Schmallippiges Schuldeingeständnis
Alexandra Föderl-Schmid dazu:
„Es handelt sich hier um einen Lexikon-Text, bei dem nicht der Anspruch auf besondere journalistische Originalität im Vordergrund steht, sondern der Anspruch, einen Sachverhalt oder einen Begriff möglichst präzise und allgemeinverständlich zu erklären. In dem Bemühen, auf sehr wenig Platz diesen jüdischen Feiertag zu erklären, habe ich möglicherweise aus einer Quelle zu viel wörtlich übernommen. Dies bedauere ich.“
Nicht nur die aktuelle Diskussion um die Plagiatsvorwürfe gegenüber Alice Weidel machen die Recherche des Medieninsiders so pikant. Im Jahr 2011 war es auch schon die Süddeutsche, die den Rücktritt des damaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) durch Plagiatsvorwürfe verursachte.
Wie heißt es doch so schön? Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen schmeißen.
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