Polit-Show „Die 100“: ARD heuert Schauspieler an, der sich vor laufender Kamera von der AfD abwendet
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„Ist die AfD eigentlich ein Problem?“ – dieser Frage ging die ARD am Montagabend in der Show „Die 100“ nach. Nun zeigt sich: Offenbar half die ARD beim Casting der Teilnehmer nach, damit das Ergebnis wie gewünscht ausfiel und die AfD als Problem dargestellt werden konnte.
In der Show sollten 100 Teilnehmer ihre Zustimmung oder Ablehnung zu bestimmten Argumenten ausdrücken. Die Argumente befassten sich mit der Frage, ob die AfD gefährlich sei oder nicht. Je nachdem, welche Meinung die Teilnehmer vertraten, verteilten sie sich auf dem Spielfeld zwischen den Feldern +3 und -3.
Ein Teilnehmer fiel dabei besonders auf: Er hatte sich zunächst bei +3 positioniert, also bei „Die AfD ist kein Problem.“ Am Ende der Show stellte er sich jedoch auf -3. Er wurde von der ARD als Bürokaufmann Michael Schleiermacher, 54 Jahre, aus Kaiserslautern vorgestellt. Moderator Ingo Zamperoni befragte ihn als letzten aller Teilnehmer zu seinem Meinungsumschwung, Schleiermacher bildete damit also den Abschluss der Show. Das Gespräch verlief wie folgt:
Zamperoni: „Was hat Sie am meisten überzeugt?“
Schleiermacher: „Das ist ganz leicht zu erklären: Die AfD ist ein Wolf im Schafspelz. Man weiß nicht, was sie vorhat.“
Zamperoni: „Aber das hatten Sie vorhin nicht, diese Meinung?“
Schleiermacher: „Richtig. Durch die Sendung, wenn man alles nachverfolgt, dann kommt man da auf andere Gedanken.“
Zamperoni: „Nicht alle hat das so überzeugt wie Sie, aber doch so einige sind auf diese Seite gekommen.“
Die Wahrheit über Schleiermacher
Schleiermacher hat also genau jene Lehre aus der Sendung gezogen, die wohl von der ARD erhofft war: Dass die AfD eine Gefahr darstellt, unberechenbar ist und darum nicht gewählt werden sollte. Schleiermacher könnte genau dafür engagiert gewesen sein. Denn er ist keineswegs nur Bürokaufmann, sondern präsentiert sich auf Instagram als Komparse und Kleindarsteller.

Instagram-Auftritt von Michael Schleiermacher.
Dort bewirbt er auch seinen Auftritt bei „Die 100“. Auf einem Foto in seiner Story posiert er stolz mit Zamperoni und den anderen beteiligten Journalisten:

Instagram-Story von Schleiermacher.
Auch im ARD-Tatort hat er bereits mitgespielt, worauf der ÖRR-Blog auf X hinweist.
Auf dem Job-Portal Stagepool erklärt Schleiermacher: „Ich war im Tatort, drehte Werbespots und war im April 2023 Kandidat in der VOX-Sendung First Dates. Auch werde ich in weiteren neuen Serien, die 2024 in ARD und ZDF starten, in Sprechrollen zu sehen sein. Manchmal nur mit 1-2 Sätzen, aber das reicht mir, es muss keine Hauptrolle sein.“
Was die ARD als „normalen Bürger“ ausgibt, ist im Falle von Schleiermacher ein innerhalb der Rundfunkanstalt wohlbekannter Laiendarsteller, der regelmäßig für den Sender arbeitet. Dass die ARD ihn nicht als solchen ausweist, sondern als „Bürokaufmann“, wirkt wie eine absichtliche Irreführung. Umso mehr Fragen wirft es auf, dass ausgerechnet dieser Teilnehmer durch die Show bekehrt worden sein soll.
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