„Reporter ohne Grenzen“: Deutschland fällt im Ranking der Pressefreiheit aus der Top10
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Deutschland hat seinen Platz unter den zehn besten Ländern im weltweiten Pressefreiheitsranking verloren und ist auf Platz 11 abgerutscht, wie die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ (RSF) am Freitag vor dem Internationalen Tag der Pressefreiheit (3. Mai) mitteilte. Hauptgrund für die Verschlechterung sei ein „zunehmend feindliches Arbeitsumfeld“ für Journalisten, insbesondere durch Angriffe aus rechten Kreisen.
In Deutschland sieht RSF trotz der vergleichsweise guten Position wachsende Probleme. „Auch 2024 waren erneut diejenigen Journalisten gefährdet, die sich mit rechtsextremen Milieus und Parteien wie der AfD beschäftigten: Sie berichten von Feindmarkierungen, Bedrohungen, Beleidigungen und Angst vor körperlicher Gewalt“, heißt es im Bericht. Zudem erschwerten unverhältnismäßig hohe Hürden die Berichterstattung über den Nahost-Konflikt, während die wirtschaftliche Lage der Medienhäuser sich verschlechtert habe.
Die Rangliste unterdessen führt Norwegen an, gefolgt von Estland und den Niederlanden. Europa bleibt die Region mit den besten Bedingungen für Journalisten, wobei nur sieben Länder – alle in Europa – eine „gute“ Lage aufweisen.

Auch auf Palästina-Demonstrationen, hier in Frankfurt, kommt es immer wieder zu Angriffen auf Pressevertreter.
Am Ende der Skala liegen Syrien, China, Nordkorea und Eritrea. Weltweit beurteilt RSF die Lage der Pressefreiheit als alarmierend: „Die weltweite Lage der Pressefreiheit ist 2025 auf historischem Tiefstand“, so die Organisation. „Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Staaten mit ‚sehr ernster‘ Lage.“ In insgesamt 90 von 180 Ländern ist die Lage als schwierig und sehr ernst einzuschätzen.
„Reporter ohne Grenzen“ sieht zunehmend ökonomische Hürden
Global stehen Medien in 160 von 180 Ländern vor finanziellen Herausforderungen, was die Pressefreiheit zusätzlich bedroht. „Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt nun in Staaten, in denen wir die Lage der Pressefreiheit als sehr ernst einstufen“, betont RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus. „Autokraten ist unabhängiger Journalismus ein Dorn im Auge.“
Besonders die wirtschaftliche Lage der Medien sei kritisch: „Wenn Medien finanziell ausgetrocknet werden, wer deckt dann Falschinformationen, Desinformation und Propaganda auf?“ RSF fordert daher Maßnahmen zur Stärkung der wirtschaftlichen Grundlagen des Journalismus.
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