Sprachwissenschaftler erklärt: So hetzen Medien gegen Andersdenkende
Ein Beitrag von
Wer in Deutschland Meinungen konträr zum Regierungskurs und den Leitmedien vertritt, wird schnell in abwertende Schubladen gesteckt. In seinem Buch „Von ‚Rechtsextremisten‘ und ‚Verschwörungsideologen‘: Wie die Medien aus Andersdenkenden Feindbilder machen“ erklärt der habilitierte Sprachwissenschaftler Dr. Holger Schmitt, wie dabei vorgegangen wird.
Einleitend schreibt Holger Schmitt: „Mit ihrer Einseitigkeit, ihrer Weigerung, die Politik effektiv zu kontrollieren, und ihrer manchmal offenen, meist jedoch subtilen Hetze gegen jeden, der von dem favorisierten Narrativ abweicht, haben die öffentlich-rechtlichen wie die privaten Medien einen großen Anteil daran, dass unsere Gesellschaft so zerrissen ist.“
NIUS zeigt vier wesentliche Techniken, die Schmitt in seinem Buch beschreibt – anhand konkreter Beispiele aus den Medien:
Technik Nr. 1:
„Ich sag’s nicht direkt, aber es ist schon klar, was gemeint ist“
Holger Schmitt nennt diese Technik eine „Implikatur“. Mit Begriffen wird etwas impliziert und nicht direkt gesagt. Zum Beispiel haben Medien Ablehner der Corona-Impfung als „Impfverweigerer“ bezeichnet. Schmitt: „Was ist der Unterschied zwischen Verweigerung und Ablehnung? Verweigerung ist die Zurückweisung von etwas, das als normal erachtet, erwartet oder sogar offiziell gefordert wird. ... Von einer Ablehnung spricht man hingegen, wenn der Entscheider frei ist in seiner Entscheidung.“
Indem man Menschen, die das Angebot zur Corona-Impfung nicht wahrgenommen haben, als „Impfverweigerer“ bezeichnete, so argumentiert Schmitt, „wurde so getan, als ob es ja eigentlich eine Pflicht zur Impfung gäbe, der sich nur halsstarrige Notoriker widersetzen würden.“

Ablehner der Corona-Impfung wurden vom Spiegel als sogenannte „Impfverweigerer“ bezeichnet und verbal kriminalisiert.

Für den DLF war offenbar immer vorausgesetzt, dass die Impfung für jeden das Richtige ist. Wer das bestritt, dem wurde unterstellt, „mit Argumenten nicht erreichbar“ zu sein.
Technik Nr. 2:
„Unbelegte Behauptungen – kühn behauptet ist halb gewonnen“
„Die reine, einfache Behauptung ohne Begründung und jeden Beweis ist ein sicheres Mittel, um der Massenseele eine Idee einzuflößen.“ Dieses Zitat stammt aus Gustav Le Bons 1895 erschienenem Werk „Die Psychologie der Massen“. Holger Schmitt sagt, diese Feststellung „hat bis heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt“. Als Beispiel nennt er die stets unbegründete Vorstellung der AfD als „rechtspopulistische Partei“.

Was genau die AfD populistisch macht, erfährt man in dem Beitrag nicht. Es wird stillschweigend vorausgesetzt. Interessant ist auch der irreführende Untertitel: Das Demoschild zeigt keine Ablehnung der Institutionen, sondern der Regierung.
Schmitt führt an, dass Menschen, die die AfD als rechtspopulistisch bezeichnen, gar nicht viel zur Begründung einfalle. Hakt man beispielsweise in seinem Bekanntenkreis nach, warum die Partei so eingeordnet wird, erhalte man „mit hoher Wahrscheinlichkeit eine ausweichende Antwort“. Zum Beispiel: „Die propagieren einfache Lösungen für komplexe Probleme.“
Schmitt weiter: „Viele Menschen sind zwar überzeugt davon, dass die AfD populistisch ist, können aber außer auf einer emotionalen Ebene mit dem Begriff Populismus selbst nicht viel anfangen.“ Unbelegte Behauptungen erscheinen auf diese Weise, „dass sie nach außen nicht völlig aus der Luft gegriffen erscheinen.“
Technik Nr. 3:
„Wiederholung, und das immer wieder“
Zur Technik der Wiederholung sagt der Sprachwissenschaftler: „Wird derselbe Inhalt und dieselbe Sichtweise ... immer wieder und auf verschiedenen Kanälen präsentiert, ohne dass Andersdenkende wirklich einmal zu Wort kommen, hat dies ... einen Effekt: Es spaltet die Gesellschaft. In der Wahrnehmung derjenigen, die den Meinungsmonopolisten folgen, verkommen Andersdenkende automatisch zu Unzurechnungsfähigen, da sie etwas glauben, das doch so offensichtlich ist.“
Als eines von mehreren Beispielen nennt er den Umstand, dass „bei Migrantentrecks vorzugsweise Frauen mit Kindern gezeigt werden, auch wenn diese innerhalb der Trecks eine Minderheit darstellen.“

So präsentiert die ARD das Thema Migration, das sie unter „Flüchtlinge“ einordnet: Frauen sind visuell deutlich in der Überzahl. Dieses Verhältnis entspricht nicht der Realität.
Technik Nr. 4:
„Kontaktschuld – wenn Sie sich mit denen einlassen, selbst Schuld!“
Bei der Kontaktschuld werden Personen nicht dafür kritisiert, was sie selbst sagen oder tun, sondern dafür, dass sie mit jemand anderem in einer Beziehung stehen, der vielleicht etwas Falsches vertritt. Schmitt zeigt ein besonders extremes Beispiel, in dem die Kontaktschuld nicht einmal in der Verantwortung des Beschuldigten liegt.

Die taz greift Beatrix von Storch dafür an, die Enkelin von Nikolaus von Oldenburg zu sein.
Nikolaus von Oldenburg war letzte Erbgroßherzog des Großherzogtums Oldenburg und Nationalsozialist. Die AfD-Politikerin hat mit dem Mann nichts zu tun, außer dass sie seine Enkelin ist. Schmitt nennt die Kontaktschuldvorwürfe die Technik der „Diffamierung durch Assoziation“.
Holger Schmitt hat eine Antwort darauf, was der Einzelne angesichts der heutigen Medienlage tun könne: Wir sollen „zu dem stehen, was wir für richtig halten, und zwar jeder da, wo er steht.“
Von „Rechtsextremisten“ und „Verschwörungsideologen“ – Wie die Medien aus Andersdenkenden Feindbilder machen, Gerhard Hess Verlag, 236 Seiten.
Mehr NIUS:
Zu unausgewogen, zu teuer, zu ineffizient: Ost-Länder fordern Reformpaket für ARD und ZDF.
Mehr NIUS:
Bayerischer Rundfunk hängt sich riesiges queeres Tripper-Plakat an die Zentrale
So wettern deutsche Medien gegen die WM
Collien Fernandes über ihren Kampf gegen digitale Gewalt: „Und dann dachte ich, okay, Luisa Neubauer ist schon mal auf meiner Seite”
Sibel Kekilli über Gewalt in ihrer türkischen Familie: „Dort ist meine Großcousine im Kreis verprügelt worden, weil sie einen Freund hatte”
ARD bastelt an „Trusted Content“: KI-Inhalte sollen aus „verlässlichen“ Quellen kommen
Micky Beisenherz erzählt stolz, wie sein Fußballverein AfD-Sympathisanten rauswirft
Gabor Steingart vergleicht Kanzler Merz mit SED-Führer Walter Ulbricht
ORF-Stream bricht bei Österreich-Sieg zusammen: Fans verpassen entscheidende Tore
Mehr NIUS:
Sibel Kekilli über Gewalt in ihrer türkischen Familie: „Dort ist meine Großcousine im Kreis verprügelt worden, weil sie einen Freund hatte”
ARD bastelt an „Trusted Content“: KI-Inhalte sollen aus „verlässlichen“ Quellen kommen
Micky Beisenherz erzählt stolz, wie sein Fußballverein AfD-Sympathisanten rauswirft
Gabor Steingart vergleicht Kanzler Merz mit SED-Führer Walter Ulbricht
ORF-Stream bricht bei Österreich-Sieg zusammen: Fans verpassen entscheidende Tore
„Du bist gut genug“: Wird diese Jammer-Hymne der Sommerhit 2026?
Nach Musk-Abmahnung: ZDF kürzt Beitrag „aus rechtlichen Gründen“
Als Beispiel für Müll nennt Funk die Bibel
Felix Perrefort
Artikel teilen
Kommentare