Springer-Chef Döpfner streicht „vereinigtes Europa“ aus seinen Unternehmensgrundsätzen
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1967 von Axel Springer formuliert und im Laufe der Zeit kontinuierlich angepasst – die Unternehmensgrundsätze von Springer sollen zeigen, für welche Werte das Medienhaus (u.a. Welt, Bild, Politico) einsteht. Offenbar hat sich nun die Ausrichtung verändert. Unter der Führung von Mathias Döpfner (63) wurden vier von fünf Grundsätzen überarbeitet. So wurde beispielsweise das „vereinigte Europa“ gestrichen.
Die „Essentials“ von Axel Springer stehen nach eigenen Angaben für „unsere gesellschaftliche Verantwortung für die Demokratie mit größtmöglicher Überzeugung und Transparenz“, wie es auf der Firmenwebseite heißt. Und diese Grundsätze erfuhren kürzlich eine Überarbeitung:
In der Version aus dem Jahr 2024 heißt es:
- Wir treten ein für Freiheit, Rechtsstaat, Demokratie und ein vereinigtes Europa.
- Wir unterstützen das jüdische Volk und das Existenzrecht des Staates Israel.
- Wir befürworten das transatlantische Bündnis zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Europa.
- Wir setzen uns für eine freie und soziale Marktwirtschaft ein.
- Wir lehnen politischen und religiösen Extremismus und jede Art von Rassismus und sexueller Diskriminierung ab.

Die Zentrale von Axel Springer in Berlin-Mitte
Nun die aktuelle, überarbeitete Version aus dem Sommer 2025:
- Wir treten ein für Freiheit, Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie.
- Wir unterstützen das Existenzrecht des Staates Israel und lehnen alle Formen von Antisemitismus ab.
- Wir befürworten das transatlantische Bündnis zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Europa.
- Wir vertreten die Prinzipien der freien Marktwirtschaft.
- Wir lehnen politischen und religiösen Extremismus und jede Form von Diskriminierung ab.
Was besonders auffällt
Lediglich Punkt 3 ist unbearbeitet geblieben. Springer-Chef Mathias Döpfner hat insbesondere das „vereinigte Europa“ aus den Essentials gestrichen. Womöglich könnte die Regulierungswut von Brüsseler Behörden an dem Ideal der Europäischen Union genagt haben. Dem folgt die neue Formulierung.
Dass ausgerechnet Axel Springer nun auch das jüdische Volk und den unmittelbar damit verbundenen, jüdischen Staat Israel aus seinen Essentials streicht, ist ebenfalls beachtlich. Auch die soziale Marktwirtschaft ist jetzt nicht mehr in den Grundsätzen verankert, vielmehr fordert Springer-Chef Döpfner nun mit seiner Belegschaft eine freie Marktwirtschaft. In der Begründung des Unternehmens führt man an, dass „social market economy“ nur ein deutscher Begriff sei, der im internationalen Umfeld nicht mehr funktioniere.
Weiter gefasst hat man den Begriff der Diskriminierung. Während man sich früher explizit gegen sexuelle Diskriminierung aussprach, ist man nun ablehnend gegenüber jeder Form der Diskriminierung.
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