SWR-Journalistin stellt respektlose Fragen an Nonne: „Dürft ihr masturbieren?“
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Eine SWR-Reportage begleitet eine Klosterschwester in ihrem Alltag. Doch dann stellt die Journalistin Fragen, die höchst intim sind, etwa: „Was machst du, wenn du horny (zu Deutsch: ‚geil‘) bist?“ Das Kloster reagierte auf die Szenen.
Der Titel klingt harmlos: „24h im Kloster: So ist der Alltag von Schwester Marie-Salome“. Eine klassische Milieustudie, ausgestrahlt im SWR-Format „360 Grad“, veröffentlicht im Dezember 2025, wie Apollo News zuvor berichtete. Gleich in der allerersten Szene fragt die SWR-Journalistin die Nonne: „Was machst du, wenn du wirklich horny bist? Dürft ihr masturbieren?“
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Das Kloster ist nicht begeistert
Auf Instagram wird genau dieser Moment vom SWR mit der Überschrift „Ein Leben ohne Sex?!“ geteilt. Ein Clip, der Aufmerksamkeit garantiert. Das Kloster Hegne am Bodensee ist offenbar nicht begeistert davon. Auf der Website des Klosters ist zu lesen: „Hinweis zum Video: Mit dem Schnitt und der Titelgebung der Reportage ist das Kloster Hegne nicht in allen Punkten einverstanden.“ Gleichzeitig betont das Kloster, die Dokumentation sei insgesamt „respektvoll und nahbar“.
Die Szene sorgt in den sozialen Medien für Gesprächsstoff. Die Kolumnistin Anabel Schunke merkt in einem Post zu der Szene aus der Doku auf Instagram und „X“ an: „Wir alle wissen, dass sie eine solche Respektlosigkeit nie bei einer Frau mit Kopftuch vor einer Moschee ablassen würden.“ Und ergänzt: „Ekelhaft. Diese Gratismutigen.“
Ein Tag und eine Nacht im Kloster Hegne
Für die Dokumentation begleitet die SWR-Journalistin Leonie Maderstein die Kreuzschwestern einen ganzen Tag und eine Nacht lang. Im Mittelpunkt steht Schwester Marie-Salome. Sie führt durch das Kloster, erklärt Abläufe, spricht über Berufung, Glauben und Gemeinschaft. Die Nonne trat mit 25 Jahren in den Orden ein und lebt seit neun Jahren im Kloster.
Ihre Motivation beschreibt sie so: „Ich möchte Gott in die Welt bringen als den Gekreuzigten und Auferstandenen. Das heißt, mit den Menschen unterwegs sein, in ihren Sorgen und Nöten, aber auch da, wo man das Leben miteinander feiert.“
Fragen aus dem Netz
Vorab hatte der SWR Internetnutzer auf Reddit gebeten, Fragen einzureichen, die sie gerne einer Nonne stellen würden. Schwester Marie-Salome wird etwa gefragt, ob sie es vermisse, die Möglichkeit zu haben, eine eigene Familie zu gründen. Ihre Antwort ist differenziert. Manchmal fehle ihr diese Option, sagt sie. Gleichzeitig gehe sie ganz in dem auf, was sie lebt.
Auch innerhalb der Gemeinschaft würden solche Themen angesprochen. „Ja, es sieht aus wie aufgegeben, aber wenn ich eine Partnerschaft lebe, dann binde ich mich auch an einen Menschen und geb’ andere Möglichkeiten irgendwo auch auf.“
Man wollte „Klischees aufbrechen“
Dann folgt die Frage nach dem Intimleben – mit dem Hinweis, sie stamme von einem Reddit-Nutzer. Der SWR erklärte im Nachhinein, diese Frage sei nicht der Einstieg in das Gespräch gewesen, jedoch werde auf Instagram lediglich dieser Ausschnitt gezeigt. Was der öffentlich-rechtliche Sender nicht erwähnt: Die vollständige Dokumentation beginnt genau mit der Masturbationsfrage.
Der SWR nimmt Stellung. In der Beschreibung des Instagram-Videos erklärt der Sender: „Mit unserer Frage zum Thema Masturbation wollten wir in keinem Fall geschmacklos sein.“ Man habe Klischees aufbrechen wollen.
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