SZ lässt Kommunikation von Mitarbeitern überwachen!
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Die Redaktion der Süddeutschen Zeitung (SZ) kommt nicht zur Ruhe. Nach Berichten des Branchendienstes Medieninsider über teilweise von anderen Medien abgeschriebene Text der SZ-Vize-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid, fahndete die Spitze des Blattes mithilfe des Betriebsrates offenbar offensiver nach vermeintlichen „Maulwürfen“ als die Vorwürfe aufzuklären.
Ans Licht kam die Überwachung der eigenen Journalisten laut Medieninsider auf einer Redaktionsvollversammlung am vergangenen Dienstag. „Die anwesenden Arbeitnehmervertreter haben dies nach Informationen von Medieninsider bestätigt“, schreibt der Dienst. „Der Betriebsrat stimmte zu, dass die IT der Süddeutschen Arbeitsgeräte der Redaktionsmitglieder nach Kommunikation mit Medieninsider untersuchen durfte.“
„Den Aussagen zufolge wurden Verbindungen über Festnetztelefone ausgewertet“
Der Vorgang ist um so bemerkenswerter, weil gerade die SZ sich immer wieder in Kommentaren und Beiträgen für den Schutz von „Hinweisgebern“ (Whistleblower) stark gemacht hat, bei eigener Betroffenheit aber offensichtlich dünnhäutig reagiert, wie Medieninsider schreibt. „Den Aussagen zufolge wurden Verbindungen über Festnetztelefone ausgewertet wie auch Netzwerke und die E-Mail-Kommunikation der SZ-Journalisten. Laut Betriebsrat sollte dafür nach Nachrichten an Medieninsider-Domains wie auch nach IP-Adressen gefahndet werden. Auch habe man nach Audio- oder Videodateien gesucht. Eine allgemeine Analyse von Textnachrichten soll nicht stattgefunden haben. Geplant war offenbar auch, die Firmenhandys zu untersuchen, was aber scheiterte.“

SZ-Vize-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid hatte einen Plagiats-Vorwurf am Hals.
Besonders eigenwillig ist auch die Begründung für das Ausforschen der Kommunikation der eigenen Belegschaft mithilfe des „Redaktionsgeheimnisses“. Demnach rechtfertigen der Redaktionsausschuss als Mitarbeitervertretung, der Betriebsrat und die Chefredaktion gemeinsam, „dass der Schutz des Redaktionsgeheimnisses für unsere Arbeit unabdingbar ist. Deshalb steht es für uns außer Frage, dass wir Kolleginnen und Kollegen, die das Redaktionsgeheimnis verletzen, versuchen, ausfindig zu machen“, zitiert Medieninsider ein Statement der Redaktion.
Plagiatsberichte, ein Angriff auf die Pressefreiheit?
Offenbar werden Berichte über Plagiatsfälle bei der SZ als ein Angriff auf die Pressefreiheit betrachtet. Wörtlich heißt es in dem Statement: „Die Süddeutsche Zeitung toleriert keinerlei Angriff auf den Schutz der Pressefreiheit, weder von außen noch von innen. Auch wenn es sich bei den im Medieninsider wiedergegebenen Äußerungen aus der Redaktionskonferenz vom 20. Dezember 2023 um teilweise emotionale, zugespitzte und persönliche Meinungsäußerungen und nicht um ‚Geheimnisse‘ handelte, so ist der Schutz von Informationen und letztlich auch Quellen unabdingbar mit dem jederzeit gewährleisteten Schutz der Räume verbunden, in denen Journalistinnen und Journalisten über ihre Arbeit sprechen.“
Das Fazit des Branchendienstes: „Mit den Ausführungen bestätigt die Süddeutsche Zeitung ihr Vorgehen gegen ihre eigenen Mitarbeiter, betont zugleich, dass ‚zu keinem Zeitpunkt‘ E-Mails ‚eingesehen‘ worden seien. Zum konkreten Vorgehen bei der Durchsuchung will sich die Süddeutsche allerdings nicht äußern.“
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