Teilnehmer berichtet über ARD-Show: „Der peinlichste Moment war mit Abstand dieses Rassismus-Debakel“
Es war eine Jubel-Show für den Bundeskanzler am Montagabend in der ARD. Bei „Die 100“ führte das Moderatoren-Team Till Nassif, Anna Planken und Ingo Zamperoni zwei Kandidaten sogar durch einen Hautfarben-Test (NIUS berichtete). Tobias Berodt aus Selmsdorf (Mecklenburg-Vorpommern) war ebenfalls Teil der Sendung und berichtet bei NIUS über seine Erlebnisse.

In der Sendung „Die 100“ kam Berodt ebenfalls zu Wort, äußerte sich positiv über den Wandel in der Migrationspolitik.
„Der peinlichste Moment war mit Abstand dieses Rassismus-Debakel“
Im Gespräch mit NIUS berichtet Berodt von seinem Eindruck des Hautfarben-Tests. Er sagt: „Ich hätte im Erdboden versinken können.“ Dass bei der Sendung etwas nicht stimmen würde, merkte der Energieberater bereits während der Vorbereitungsphase mehrere Stunden vor der Sendung. „Da kam permanent der Redakteur und hat uns heiß gemacht. [...] 70 bis 80 Prozent der Leute da waren eher grün, SPD oder Linke.“ Dieser Eindruck spiegelte sich dann auch in der Sendung wider.
„Dass Sie da dem einzigen Schwarzen im gesamten Raum die Hautfarben-Karte rangehalten haben. Also ekelhafter ging es ja wohl gar nicht mehr“, kommentiert Berodt.

Bei „Die 100“ debattieren Menschen auf einem Spielfeld über politische Themen. Der Auswahlprozess der Kandidaten ist nicht transparent.
Auswahlverfahren „sehr politisch“
Für den Auswahlprozess vor der Sendung wurde Berodt von einer Redakteurin der ARD kontaktiert. „Die Vorabfragen waren sehr politisch gerichtet. Das waren sehr, sehr linkslastige Themen. AfD-Verbotsverfahren beispielsweise oder Energiewende – dazu wurde ich befragt“, erinnert sich der 32-Jährige. Und wie kam er an den Platz in der Sendung? „Das, was ich sagen wollte, das habe ich sehr, sehr stark abgeschwächt.“ Er habe früh gemerkt, dass irgendwas „voll in die falsche Richtung“ laufe. „Als das Thema AfD zu sprechen kam, da habe ich gesagt: Ich bin gegen ein Verbotsverfahren. Dann habe ich schon gemerkt, dass die Stimmung ganz schön abgekühlt ist.“

Inszeniert als Deutschland-Fan-Puppe kommt auch Friedrich Merz auf die ARD-Bühne.
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Der Selmsdorfer erinnert sich auch an den Moment, in dem ARD-Moderatorin Anna Planken eine Migrations-Predigt direkt vom Flüchtlingsbett hielt (NIUS berichtete). Er erklärt, dass er sogar beim Heraustragen der Betten geholfen habe. Den Versuch der Moderatorin, die Migrationsrechnung mit „nur noch 106.000 Asylanträgen“ als positive Nachricht darzustellen, konnte er vor Ort nicht nachvollziehen. „Ich habe mich da an meine Ausbildung erinnert – Rechnungswesen. Zweimal Plus ist nicht gleich Minus.“

Kritischer Journalismus? Im Team Merz wird sich über diese prominente These gewiss keiner beschweren.
Berodt berichtet über seine Eindrücke bei NIUS Live
Wie viel Geld kassierte man als Gast bei der ARD-Show? Gab es vorher Absprachen, wer wann zu welchem Thema reden darf? Diese und weitere Fragen beantwortet Tobias Berodt am Donnerstagmorgen ab circa 8 Uhr bei NIUS Live. Wir freuen uns, wenn Sie einschalten!
Übrigens: Sie können NIUS Live auch bequem im Auto oder zu Hause via DAB+ empfangen. Ab sofort auch in Hamburg und zusätzlich – wie gewohnt – in Berlin/Brandenburg, Niedersachsen, Saarland und Thüringen.
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