„Rechtsextreme“ Tradwives? Wie traditionelle Mütter zum Feind erklärt werden
Ein Beitrag von
In einem Beitrag auf Social Media stellt der WDR in den Raum, dass Influencerinnen, die ihren Alltag zu Hause mit ihren Kindern zeigen – sogenannte „Tradwives“ – eine Nähe zum Rechtsextremismus aufweisen. Was nach einem lächerlichen Einzelfall klingt, reiht sich in Wahrheit in eine lange Liste von Versuchen ein, Frauen und ihr Familienleben zu diffamieren.
Kaum ein Social-Media-Phänomen sorgt seit Jahren für so viel Aufregung wie das der „Tradwives“. Dabei handelt es sich um Frauen, die sich bewusst für ein Leben zu Hause entscheiden und dieses für ihre Social-Media-Follower öffentlich festhalten. Sie zeigen sich beim Kochen, bei Hausarbeiten, teilen Rezepte und richten ihren Alltag nach ihren Kindern aus. Gerade im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sorgen „Tradwives“ regelmäßig für Entsetzen. Damit würde ein „rückwärtsgerichtetes“ und „konservatives“ Frauen- und Familienbild vermittelt werden. In Dokumentationen und Beiträgen von ARD und SWR wird der Trend sogar mit der Ideologie der Nationalsozialisten verglichen. Frauen, die zu Hause bleiben und sich um ihre Kinder kümmern, würden damit automatisch eine nationalsozialistische Einstellung zum Leben erwecken. Ein absolut unangebrachter und grotesker Vergleich.

Die Botschaft des WDR: Hütet euch vor gepunkteten Kleidern.
Bloß keine Kinder
Dass Frauen sich bewusst für mehrere Kinder entscheiden, sorgt dabei für besonders große Empörung. In einem Beitrag des Spiegel äußert sich eine Journalistin abfällig über eine „Tradwife“, die bereits acht Kinder hat. Sie persönlich hoffe, dass „Gott ihr bald sagen möge, dass es nun gut ist mit dem Kinderkriegen“. In einem kürzlich veröffentlichten Beitrag des WDR auf Instagram werden „Tradwives“ hemmungslos mit rechtsextremistischem Gedankengut in Verbindung gebracht. Unter dem Titel „Zurück in die 50er“ wird dort genau ausgeführt, warum das scheinbar „ultrakonservative“ Lebensmodell der „Tradwives“ ein Ergebnis rechter Ideologien sei und warum mit dem Propagieren eines traditionellen Familienbildes eine augenscheinliche Nähe zum Rechtsextremismus einhergehe.
Was auf den ersten Blick wie gezielte Hetze gegen bestimmte Influencerinnen wirkt, offenbart bei genauerer Betrachtung wesentlich mehr. Denn der Hass gegen „Tradwives“ verdeutlicht den Hass einiger Gruppen gegenüber Frauen, die sich bewusst für Kinder und Familie entscheiden. Gerade moderne Feministinnen, die sich sonst leidenschaftlich gerne an die Fahnen heften, sich für die Wahlfreiheit von Frauen einzusetzen, sind jene, die in Wirklichkeit nur ein bestimmtes Lebensmodell für Frauen als erstrebenswert erachten.
Wahre weibliche Emanzipation dürfe es ihrer Meinung nach nur durch Erfüllung im Beruf geben. Wenn man schon Kinder bekomme, dann solle man deren Betreuung doch bitte zeitnah anders regeln, damit man als Frau möglichst schnell in den Job zurückkehren könne. Alles andere ist in den Augen moderner Feministinnen rückschrittlich und antifeministisch. Frauen, die ihr Leben anders führen und stattdessen zu Hause bleiben, seien nicht nur Verräterinnen am eigenen Geschlecht, sondern würden ganz offensichtlich entweder von ihrem Partner unterdrückt oder seien einfach zu dumm, um zu erkennen, wie falsch dieses Lebensmodell für sie sei. Es ist eine unfassbare Arroganz und Bevormundung, die aus diesen modernen Feministinnen spricht – so viel steht fest.

Mutter und Tochter in traditionellen (sorbischen) Kluften – für manche sind solche traditionell gelebten Frauenbilder schon eine Gefahr.
Bevormundung durch moderne Feministinnen
Dabei sollte allen klar sein: Nicht jede Frau, die zu Hause bleibt und sich um ihre Kinder kümmert, wird automatisch unterdrückt oder ist dadurch nicht mehr selbstbestimmt in ihrem Handeln. Dieses Lebensmodell ist in vielen Fällen keines, das den Frauen aufgezwungen wird – sondern eines, das sie freiwillig wählen. Andernfalls würden diese Videos nicht so viel Zuspruch ernten. Viele der „Tradwives“ erreichen mit ihren Inhalten Millionen Menschen. Ganz offensichtlich stellt dieser Lebensentwurf also für einige ein reizvolles Modell dar.
Dennoch wird nach wie vor gerne das Bild des „armen Heimchens am Herd“ gezeichnet. Eine Ehefrau und Mutter, die zu Hause die Familie „managt“ – das kann in den Köpfen vieler keine glückliche und unabhängige Frau sein, sondern muss zwangsläufig ein Opfer darstellen. Männer, die sich dazu entscheiden, zu Hause zu bleiben, sind hingegen Helden. Eine Frau, die das tut, kann entweder nur von massiver Unterdrückung betroffen sein oder ist nicht mehr im Vollbesitz ihrer Sinne.

Kuchenbacken in traditionellen Mustern: KI zeigt eine Tradwife mit Smartphone.
Doch sollte nicht gerade heutzutage jede Frau ihren Alltag so gestalten können, wie sie möchte – ohne sofort in eine abwertende Schublade gesteckt zu werden? Ist es nicht unfassbar frauenverachtend, davon zu sprechen, dass Frauen, die zu Hause bleiben, nicht genauso modern, emanzipiert und glücklich sein können? Dass moderne Feministinnen automatisch von „Unterdrückung“ sprechen, sagt wohl mehr über deren eigenes Weltbild aus. Genau hier zeigt sich der versteckte Sexismus, der sich in vielen angeblich feministischen Debatten der Gegenwart wiederfindet. Wie eine Frau zu sein und zu leben hat, entscheidet heute eine kleine Gruppe moderner Feministinnen, die für sich beansprucht, für alle Frauen zu sprechen.
Dass dabei jedoch eine Minderheit versucht, Verhaltensregeln für alle Frauen aufzustellen, ist ein Problem, das nur zu gerne ignoriert wird. Lieber macht man sich weiter über Frauen mit Kindern lustig und diffamiert sie, indem man sie als „rechtsextrem“ abstempelt. Anstatt sich mit jenen Gruppen auseinanderzusetzen, die Frauen in Europa tatsächlich unterdrücken und ihnen ihre Rechte absprechen wollen, füllt man bei diversen Medienhäusern die eigene Arbeitszeit lieber mit Abhandlungen über Mütter, die sich ihrem Familienleben widmen.
Es zeigt sich einmal mehr das traurige Sittenbild des aktuellen politischen und gesellschaftlichen Diskurses, der uns alle in Geiselhaft hält.
Auch bei NIUS: Merkels große Propagandashow im WDR zeigt: Die Altkanzlerin bleibt ohne Einsicht
Mehr NIUS:
Bayerischer Rundfunk hängt sich riesiges queeres Tripper-Plakat an die Zentrale
So wettern deutsche Medien gegen die WM
Collien Fernandes über ihren Kampf gegen digitale Gewalt: „Und dann dachte ich, okay, Luisa Neubauer ist schon mal auf meiner Seite”
Sibel Kekilli über Gewalt in ihrer türkischen Familie: „Dort ist meine Großcousine im Kreis verprügelt worden, weil sie einen Freund hatte”
ARD bastelt an „Trusted Content“: KI-Inhalte sollen aus „verlässlichen“ Quellen kommen
Micky Beisenherz erzählt stolz, wie sein Fußballverein AfD-Sympathisanten rauswirft
Gabor Steingart vergleicht Kanzler Merz mit SED-Führer Walter Ulbricht
ORF-Stream bricht bei Österreich-Sieg zusammen: Fans verpassen entscheidende Tore
Mehr NIUS:
Sibel Kekilli über Gewalt in ihrer türkischen Familie: „Dort ist meine Großcousine im Kreis verprügelt worden, weil sie einen Freund hatte”
ARD bastelt an „Trusted Content“: KI-Inhalte sollen aus „verlässlichen“ Quellen kommen
Micky Beisenherz erzählt stolz, wie sein Fußballverein AfD-Sympathisanten rauswirft
Gabor Steingart vergleicht Kanzler Merz mit SED-Führer Walter Ulbricht
ORF-Stream bricht bei Österreich-Sieg zusammen: Fans verpassen entscheidende Tore
„Du bist gut genug“: Wird diese Jammer-Hymne der Sommerhit 2026?
Nach Musk-Abmahnung: ZDF kürzt Beitrag „aus rechtlichen Gründen“
Als Beispiel für Müll nennt Funk die Bibel
Laura Sachslehner
Artikel teilen
Kommentare