Trump-Time! Mit jedem Tag steigen die Chancen auf ein Comeback im Weißen Haus
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Donald Trump, der 45. Präsident der USA, gilt den deutschen Medien seit jeher als Schurke.
Es gibt kein Schmähwort, das sie noch nicht auf Trump angewendet hätten. Für Zeitungen und Rundfunkanstalten ist Trump ein Lügner und Betrüger, ein Schwindler und Showman, ein Hochstapler und Hetzer, in Summe ein gefährlicher Politik-Clown, der, ginge es nach deutschen Journalisten, weder in der Politik, geschweige denn an der Spitze der größten Wirtschafts- und Militärmacht der Welt etwas verloren hat.
Das waren noch die harmloseren Attribute, mit denen die üblichen Meinungsmacher Trump seit Jahren belegen. Muss die Dauerschelte gemäß Redaktionslinie noch harscher ausfallen, dann ist Trump regelmäßig auch ein Schwerverbrecher, der Frauen vergewaltigt, Bilanzen fälscht, Gegner schmiert, Widersacher besticht, Wahlergebnisse ignoriert und, hilft das alles nichts, seine Anhänger zu Verrat und Rebellion aufstachelt, um einen rechten, gerne auch „faschistischen“ Umsturz herbeizuführen. Für die deutschen Mainstream-Journalisten ist Donald Trump ein Mix aus Al Capone und Adolf Hitler.
Das ist der Grund, warum die Medien Trump immer unterschätzen und seine Chancen im Wahlkampf stets falsch beurteilen, warum CNN, die New York Times und der Spiegel bis zu jener Wahlnacht vom 9. November 2016 keinen blassen Schimmer davon hatten, dass nicht Hillary Clinton, sondern Trump die Wahl gewinnen würde.
Und ein solches demoskopisches und analytisches Fiasko droht den Mainstream-Medien jetzt wieder, denn Trump ist auf dem besten Weg, der Präsidentschaftskandidat der Republikaner zu werden.
Das Narrativ vom bösen Trump und der tapferen Nikki
Das Medien-Narrativ seiner Kritiker ist natürlich ein ganz anderes. Die wissen seit einem Jahr, dass Trump unter der Last der gegen ihn angestrengten Gerichtsprozesse zusammenbrechen wird. Dass die exorbitanten Strafen, die pausenlosen Vorladungen, die Verfahren in vier verschiedenen Staaten (New York, Georgia, Florida, Washington DC) mit ihren 91 Anklagepunkten und die drohenden Strafen ihn psychisch zermürben und finanziell ruinieren werden. Und bringt ihn all das nicht zu Fall, dann wird Trump noch vor den Wahlen im November ins Gefängnis gehen, wo er dann hoffentlich den Rest seines Lebens verbringt.
Reicht das immer noch nicht, fällt also die amerikanische Justiz als Wahlhelferin aus, dann gibt es da ja noch die tapfere, brave Nikki Haley.

Für Nikki Haley stehen die Zeichen auf Niederlage.
Auch sie eine republikanische Präsidentschaftskandidatin und in einem früheren Leben Trumps UN-Botschafterin, jetzt aber eine geläuterte, anständige, vernünftige Republikanerin, keine Faschistin und eine starke Frau obendrein, weshalb BBC, FAZ, SZ, Spiegel und Guardian ständig über sie berichten und ihr durch das Internet zurufen, doch ja im Rennen zu bleiben, um es Trump zu zeigen.
Kann Haley es Trump aber nicht zeigen, dann, so hoffen die Mainstream-Medien, wird sie das Lager der Republikaner wenigstens in zwei Teile spalten: In die quasi-faschistischen Trumpisten, bei denen Hopfen und Malz verloren ist, und in die angestammten, die halbwegs normalen Republikaner vom Mitt-Romney-Flügel, die Trump nicht ausstehen können. Und diese guten Republikaner werden nach der Analyse der Mainstream-Medien bei der Wahl am 5. November scharenweise zu Joe Biden überlaufen, was den Demokraten zum Sieg verhelfen und die Menschheit retten wird.
Dieses Narrativ vom bösen Trump, der tapferen Nikki und dem wiewohl senilen und nicht eben hyperintelligenten, aber immerhin verlässlichen Biden, hauen die Mainstream-Medien ihren Zuschauern, Zuhörern und Lesern seit Monaten um die Ohren. Aus gutem Grund, denn es ist die einzige Erzählung, die den amerikanischen Wahlkampf aus Sicht linker Medien überhaupt noch erklärbar macht.
Allerdings hat dieses Narrativ einen hohen Preis: die Wahrheit. Denn so, wie die Mainstream-Medien es sich wünschen, wird es nicht kommen.
Joe Biden ist im Land extrem unbeliebt
Das beginnt mit der braven Nikki Haley, die bei der Präsidentschaftsvorwahl als letzte republikanische Kandidatin allein auf weiter Flur gegen Trump kämpft. Das ist gewiss tapfer, es ist aber auch stur und hoffnungslos, denn solche Kamikaze-Kandidaturen waren in der Vergangenheit stets aussichtslos.
Ted Kennedy hat 1980 noch gegen die Nominierung Jimmy Carters gekämpft, als es längst vergeblich war, dasselbe hat Pat Buchanan 1992 gegen George H.W. Bush getan, und Bernie Sanders hat diese Nummer 2016 gegen Hillary Clinton nochmal abgezogen. Nikki Haley wird also mit ihren inzwischen arg geschwundenen Mitteln bis zum fünften März, dem Super Tuesday, gegen Trumps Nominierung anrennen, aber dann wird sie die Flagge streichen und Trump zum Sieg gratulieren, um unter einem möglichen Präsidenten Trump vielleicht nochmal was zu werden.
Nikki Hayles voraussichtliche Niederlage bedeutet aber keineswegs, dass die gefühlten 30 Prozent der Republikaner, die hinter ihr stehen und keinen zweiten Präsidenten Trump wollen, dann mit Sack und Pack zu den Demokraten überlaufen. Würde Trump gegen einen auch nur halbwegs erfolgreichen, überzeugenden und beliebten demokratischen Präsidentschaftskandidaten antreten, wäre eine solche Wählerwanderung denkbar, aber Trumps Gegner ist Joe Biden. Und der ist einer der unbeliebtesten Präsidenten in der Geschichte der USA. Drei Schlaglichter aus der jüngsten Harvard-Harris-Wählerbefragung genügen, um das zu zeigen: 62 Prozent der Amerikaner sehen ihr Land auf dem falschen Weg (wrong track), 72 Prozent glauben, ihre finanzielle Situation stagniere oder habe sich unter Biden sogar verschlechtert (just as well off/getting worse), und 54 Prozent sind mit der Politik Bidens kaum oder gar nicht einverstanden (somewhat disapprove/strongly disapprove).

Die Unbeliebtheit von Joe Biden ist in den vergangenen Wochen weiter gestiegen (Quelle: fivethirtyeight.com)
Von Pornosternchen und Prognosen
Nicht viel besser ist es um die Prognose der Mainstream-Medien bestellt, die Trump von vielen Gerichten verurteilt und schon mit einem Fuß im Gefängnis sieht. Die vier Prozesse, die im Moment von unterschiedlichen Staatsanwälten, alle registrierte Demokraten, vorbereitet werden, müssten bis November sämtlich abgeschlossen und Trump in allen Fällen verurteilt sein – andernfalls könnte Trump als der nächste Präsident mit Fug und Recht mindestens ihre Unterbrechung, eventuell sogar ihre Aufhebung verlangen.
Aber zurzeit sieht es ohnehin nicht danach aus, dass auch nur einer der Prozesse bis November abgeschlossen, geschweige denn Trump bis dahin verurteilt sein wird. Das hat mit der Komplexität der Prozesse, dem amerikanischen Strafrecht, das dem Angeklagten eine Fülle an Anträgen, Einwänden und Einsprüchen gewährt, und den mitunter diffusen, mitunter lächerlichen Vorwürfen zu tun. In New York steht Trump vor Gericht, weil er einem Pornosternchen Schweigegeld bezahlt haben soll; in Washington und in Georgia muss er sich wegen Verschwörung im Zusammenhang mit dem Sturm aufs Kapitol verantworten und in Florida wegen des Zurückbehaltens von geheimen Dokumenten – was Joe Biden auch getan hat, dem aber nichts passiert ist.
Ganz aktuell haben Trumps Anwälte in der Causa Sturm aufs Kapitol einen spektakulären Teilerfolg errungen. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten wird Trumps Antrag auf Immunität für die Dauer seiner Amtszeit als Präsident anhören, was die Verfahren in Washington und Georgia auf Eis legt und sogar eine Bestätigung der von ihm behaupteten Immunität als möglich erscheinen lässt.
Es sieht also alles danach als, dass die Mainstream-Medien mit ihren Prognosen zum Wahlkampf um die amerikanische Präsidentschaft wie so oft falsch liegen. Sie wissen es nur noch nicht. Trump wird nicht nur wie bereits 2016 der Präsidentschaftskandidat der Republikaner sein, er hat auch gute Chancen nochmal Präsident zu werden.
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