Volkserziehung zur besten Sendezeit: Die ARD sendet Anti-AfD-Propaganda für unmündige Bürger
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Manche Priester organisieren sich in Religionsgemeinden, andere in Urwaldstämmen und die dritten im ARD-Studio. Am Montag lud die ARD 100 Bürger, um im Rahmen der Show „Die 100“ die Frage zu erörtern: Ist die AfD eigentlich ein Problem? Und der Abend verkam zu einer herrlichen Anti-AfD-Propagandashow für unmündige Bürger – mit Hohepriester Tobias Krell als Anti-AfD-Einpeitscher.
Das Konzept von „Die 100“ war dabei so unfreiwillig komisch wie genial. Zwei ARD-Journalisten, besagter Krell und Anna Planken, sollten im Stile einer Schülerdebatte Argumente für die Streitfrage der Sendung finden. Moderiert wurde die Show von Tagesthemen-Gesicht Ingo Zamperoni. Und ebenfalls mit von der Partie: 100 Gäste mit angeblich verschiedenen Meinungen, die sich positionieren sollen und Argumente austauschen. Von diesen Gästen, das zeigen Recherchen etwa des X-Users Rudi Fresh, haben sich inzwischen einige als Schauspieler herausgestellt, andere sind politisch für linke Parteien aktiv. So viel zur Unvoreingenommenheit.
Mit der Inbrunst eines Wanderpredigers
Dementsprechend wenig verwunderlich verkam der Infotainment-Abend im Ersten dann zu einer zeremonienhaften Groteske, die nicht ansatzweise Interesse daran hatte, zu ergründen, weshalb die AfD in letzter Zeit erfolgreich ist. Allein schon die Frage – ob eine demokratische Partei „ein Problem“ ist – verbietet sich eigentlich für Journalisten, zumal in der Woche vor einer richtungsweisenden Landtagswahl. Auch heuchelt man mit einem angeblich dialektischen Format Ausgewogenheit vor – obwohl jedem Zuschauer völlig klar war, dass die Sendung einem lupenreinen Anti-AfD-Abend gleichkam.
Sinnbildlich dafür: die drei „Argumente“ von Tobias Krell, der sich ansonsten als KIKA-Moderator betätigt und mit der Inbrunst eines Wanderpredigers die Bürger auf seinen Kurs einschwor, wonach die AfD eine Gefahr sei. Aussagen von AfD-Politikern wurden nicht nur aus dem Kontext gerissen, sondern auch zu „Hass“ und „Rassismus“ deklariert, obwohl sie völlig zulässige Äußerungen darstellen („Unser vorhandener Wohnraum ist erstmal für Einheimische da“, „Wir müssen den Austausch unserer Bevölkerung beenden“ oder „Es gehört mehr dazu, Deutscher zu sein, als einfach nur eine Staatsbürgerurkunde in der Hand zu haben“).
Wiederum andere Aussagen („Wenn ein Anschlag wie Solingen stattfindet, werden alle Muslime unter Generalverdacht gestellt“) wurden einfach so getroffen, ohne Belege anzuführen. Und ohnehin war nicht das islamistische Attentat das Problem, welches womöglich auf die Glaubwürdigkeit der Rechtspartei einzahlt, sondern ein satirisches Handyspiel der Jugendorganisation JA.
Wenig überraschend musste dann auch der Holocaust instrumentalisiert werden und der jüdische Publizist Michel Friedman sprach von seinen Ängsten, auf gepackten Koffern zu sitzen. Während Juden aus Schweden, Belgien und Frankreich wegziehen müssen, weil die (vorwiegend muslimische) Massenmigration ihre Länder in Höllenlöcher verwandelt hat, dachte sich die ARD, es sei eine gute Idee, die AfD in Relation zu der Schoah zu stellen. „Kann ich mich auf Sie verlassen?“, fragte Friedman bedeutungsschwanger. Stille.
Der Sound eines Wahrheitsministeriums
Ebenfalls irrwitzig waren Fragen ans Publikum im Stile eines Quiz, die sich irgendwo zwischen „Versteckte Kamera“ und Grundschule verorten ließen und etwa abfragen wollten, wer für den Klimawandel zuständig war (nicht die Sonne und nicht der Mond, sondern der Mensch) – und Aussagen, wonach jedwede Diskussion über den Klimawandel unzulässig sei, sondern man der Wissenschaft blindlings folge. Auch gab das Wahrheitsministerium in Person von Tobias Krell bekannt: AfD-Wahlplakate kämen Hitlergrüßen gleich, weil darauf zwei Eltern ein Dach über Kindern formten, obwohl dies gewiss nicht erwiesen ist und bisher eher wie ein konstruiertes Argument von Linken wirkt, die überall Hitler sehen.
Am Ende die Schlussfolgerung für Unmündige: „Wenn eins und eins nicht mehr für alle Menschen zwei ergibt, dann funktioniert unsere Gesellschaft nicht mehr so, das ist das Gefährliche für unsere Demokratie.“ Nun ja.
Die absurdeste Szene des Abends fand aber statt, als Moderator Krell ein Zitat von Björn Höcke vorlas, bei dem der thüringische Politiker sagte, wenn es hart auf hart käme, die Bürger sich wiedererkannten. Diesen Satz nutzte die ARD, um im Stile einer Heiligen Messe, bei der man sich als Zeichen des Friedens die Hand gibt, innezuhalten und die befragten Bürger, übrigens alle ausnahmslos bürgerlich und auffällig nicht-migrantisch, dazu zu animieren, sich tief in die Augen zu gucken.
Wer so gegen die AfD zu argumentieren versucht, der hat schon von vorneherein verloren. Die sektenhafte Zeremonie von „Die 100“ lief am Montag zur Prime Time in der ARD und der gepflegte TV-Zuschauer ertappte sich dabei, Louis Klamroth zurückzuwünschen. Anders gesagt: Wer auftritt wie Zamperoni und Krell an diesem Abend, ist in einer neu entstehenden Glaubensgemeinde gut aufgehoben.
In der ARD aber hat solcher „Journalismus“ aber nichts zu suchen. Und die Sendung ist ein spektakuläres Eingeständnis von deutschen Medienmachern, die Unvoreingenommenheit vorgeben, aber in der Tat nur eines wollen: manipulieren.
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