Von wegen neutral – Journalist Christoph Lemmer über die politische Macht der dpa: „Sie setzen Themen“
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Drei kleine Buchstaben, die bei den meisten Bundesbürgern Seriosität vermitteln: dpa. Die Deutsche Presseagentur hat den Ruf, ordentlich, sachlich und unaufgeregt zu arbeiten. Fast jedes Medium greift ab und zu auf die Agentur zurück. Diese beliefert nicht nur mit Texten, sondern stellt ebenso Fotos, Audio- und Videomaterial zur Verfügung.
Doch was, wenn diese drei unauffälligen Buchstaben gar nicht so neutral sind, wie sie nach außen wirken? Journalist Christoph Lemmer klärt im Nachrichten-Talk „Stimmt!“ über den verborgenen Einfluss der Deutschen Presseagentur auf. „Die dpa setzt Themen!“. So hätte sie zum Beispiel dafür gesorgt, dass die gesamte Medienlandschaft über Angriffe Israels auf Zivilisten berichtet, statt über die Hamas-Verbindungen, die das Al-Schifa-Krankenhaus, in dem erwähnte Zivilisten starben, unterhält, die Waffen, die unter dem Gebäude in Tunneln gefunden wurden, sowie das dort lokalisierte Quartier der Terroristen. „All das kam nicht vor in der Berichterstattung“. Denn es hätte nicht in das Narrativ des „israelischen Aggressors“ gepasst.
dpa übernimmt unkritisch Material von Hamas-Aktivisten
Stattdessen sei vollkommen unkritisch die Erzählung der Hamas übernommen worden. Wenig verwunderlich, wenn man sich einmal näher die Quellen des Bild- und Infomaterials ansehe, das aus dem Gaza-Streifen kommt, so Lemmer. Meist stehe ein arabischer Name unter den Fotos und die chinesische Staatsagentur „Xinhua“. Diese kollaboriere mit den palästinensischen Fotografen. Nur seien das meist keine Professionellen, sondern, bei genauerem Hinsehen und einer kurzen Namens-Recherche, oft „Hamas-Aktivisten“. „Das liefert die dpa bei uns dann an freie Medien, die es fast unkritisch übernehmen“, erklärt Lemmer den Ablauf.
Im Vergleich zu den Öffentlich-Rechtlichen, über die mittlerweile viel diskutiert wird und die sich ebenfalls der Kritik einseitiger Berichterstattung stellen muss, würde über die dpa kaum gesprochen. „Ihre Rolle ist vollkommen unbekannt“, so der Journalist im Stimmt-Talk. „Das ist unheimlich“. Dahinter stehe eine klare Hauspolitik, weiß Lemmer, der selbst jahrelang für die dpa schrieb. Reporter der Agentur dürften an keinen Talkshows teilnehmen, sich nicht in der öffentlichen Diskussion zeigen. „Dadurch verbindet man mit der dpa die neutrale Nachricht“.
Dabei ist Lemmer überzeugt, dass die Mehrheit der Mitarbeiter in der Redaktion grün wählen würde. Da sei es unmöglich, immer unparteiisch in den Nachrichten zu bleiben.
Die ganze Sendung „Stimmt!“ gibt es hier:
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