Wie der WDR und andere Medien Unwahrheiten über Syrien verbreiten und gegen Asyl-Kritiker hetzen
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Am 8. Dezember 2024 wurde der Diktator Baschar al-Assad gestürzt, der eine zentrale Rolle im syrischen Bürgerkrieg spielte und dessen Familie seit mehr als 40 Jahren über Syrien herrschte.
Während kurz darauf tausende Syrer in Berlin das Ende der Schreckensherrschaft feierten und mit Sätzen wie „Wir bleiben nicht in Deutschland“ vor die Kamera traten, positionieren sich Kanäle des gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf Social-Media mit einer klaren Message. Sie werfen Deutschland vor, ausländerfeindlich zu sein und betonen, dass syrische Flüchtlinge ein wichtiger Teil Deutschlands wären.
Das WDR-Format „Cosmo“ des 9 Milliarden schweren öffentlich-rechtlichen Rundfunkapparates postete etwa am Mittwoch auf Instagram: „Deutschland, eine Sekunde nachdem Assad gestürzt wurde“, darunter Screenshots von Zeitungsüberschriften mit Titeln wie: „Jens Spahn fordert Startgeld und Charterflüge für heimkehrende Syrer“, „Sachsens Innenminister Schuster fordert Abschiebungen nach Syrien“ oder „SPD-Landrat will Syrien-Flüchtlinge ohne Job abschieben“ und die Beschreibung „Deutsche Willkommenskultur“.
Zur Erinnerung: Tatsächlich zeigte sich schon im Jahr 2015, dass die deutsche Willkommenskultur durchaus existiert: Damals wurden laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im bundesweiten Verteilungssystem EASY (Erstverteilung der Asylbegehrenden) knapp 1,1 Millionen schutzsuchende Syrer in Deutschland registriert. Heute, im Jahr 2024, leben ca. 974.136 Syrer in Deutschland, etwa die Hälfte von ihnen bezieht Bürgergeld. Damit sind Syrer neben Ukrainern die Migrantengruppe, die am häufigsten staatliche Leistungen erhält.
In einem anderen Instagram-Beitrag offenbart der Bayerische Rundfunk die bittere Realität, dass nur 18,9 Prozent der syrischen Frauen arbeiten und die Hälfte der Syrer staatliche Grundsicherung beziehen. Um sogleich zu betonen: „5000 (Syrer) arbeiten als Ärzte“. Nicht erwähnt wird, dass dies eine vergleichsweise geringe Anzahl ist. Legt man die derzeitige Gesamtzahl von 974.136 in Deutschland lebenden Syrern zugrunde, sind also nur ca. 0,513 Prozent der hier lebenden Syrer Ärzte.
Politische Meinungsmache ist Programm
Obwohl syrische Ärzte mit weniger als einem Prozent im deutschen Gesundheitswesen keine sonderlich große Rolle spielen, warnt auch ZDFheute in einem Artikel namens „Kliniken fürchten Heimkehr syrischer Ärzte“ davor, dass Kliniken „auf Zuwanderung angewiesen“ wären. Und damit ist das steuerfinanzierte Online-Portal nicht allein. Auch die Tagesschau titelt: „Weggang syrischer Ärzte würde in kleinen Kliniken Probleme schaffen“. Und beim Mitteldeutschen Rundfunk heißt es sogar: „Drohende Versorgungslücke in Krankenhäusern durch Rückkehr syrischer Ärzte“.

Die Beiträge schüren Ängste: Sowohl der Bayerische Rundfunk, der Mitteldeutsche Rundfunk als auch die Tagesschau warnen vor der Rückkehr von weniger als einem Prozent der syrischen Ärzte in Deutschland.
Doch diese überspitzten Behauptungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Bezug auf Syrien sind keine Neuheit. Bereits im vergangenen Jahr teilte der Bayerische Rundfunk einen Beitrag mit dem Titel: „#Faktenfuchs: Gut die Hälfte der Geflüchteten von 2015 arbeitet“. Darin wird suggeriert, dass „Geflüchtete als angebliche Nutznießer des Sozialstaats“ ein „wiederkehrendes Narrativ“ wäre, das diverse Politiker fälschlich verbreiten würden. Der Professor für Volkswirtschaftslehre an der Humboldt-Universität Berlin, Herbert Brücker behauptet im „Fakten“-Artikel außerdem: „Dieses Bild, das viele Menschen haben, dass die große Zahl dieser Menschen keiner Arbeit nachgeht, ist nicht richtig, etwa 55 Prozent der Geflüchteten sind heute erwerbstätig.“
Brisant: Fast ein Jahr später wird in einem weiteren Artikel des Bayerischen Rundfunks mit dem Titel „Wie viele Syrer arbeiten in Deutschland? Ein Überblick“ die Frage gestellt, warum „die Arbeitslosenquote unter syrischen Bürgerinnen und Bürgern so hoch“ sei.
Viele Syrer wollen zurückkehren
Trotz der Vorwürfe des WDR, Deutschland mangele es an Willkommenskultur: Es sind vor allem die Syrer selbst, die ein Interesse daran haben, aufgrund kultureller oder auch sprachlicher Gegebenheiten in ihr Heimatland zurückzukehren. Auf Social Media äußern viele junge Flüchtlinge, dass sie nach Syrien zurückwollen, der Wunsch der Rückkehr wird dabei teilweise auch offen in die Kamera gestanden. So sagen zwei syrische Mitbürger in einem ZDF-Video auf Instagram selbstbewusst in die Kamera:
„Endlich werden wir zurück nach unsere Heimat kehren.“ Und: „Wir bleiben nicht in Deutschland.“
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