Wie deutsche Medien das Trump-Attentat zum „Sturz“ und „Zwischenfall“ machten
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- Um 0.11 Uhr deutscher Zeit wurde am Samstag auf Donald Trump geschossen.
- Minuten später gehen über die sozialen Medien die Bilder um die Welt.
- Deutsche Leitmedien vermeiden jedoch über Stunden den Begriff „Attentat“.
Schon klar: Seriöse Medien sollten auf vorschnelle Beurteilungen verzichten. Aber eine halbe Stunde und auch noch zwei Stunden nach dem Mordanschlag auf Ex-US-Präsident Donald Trump könnte man diesen schon als solchen benennen. Stattdessen entsteht der Eindruck, dass ARD und ZDF sowie Spiegel und Focus gerade das, so gut es geht, zu vermeiden versuchen.
„Lauter Knall bei Wahlkampfrede: Trump nach Zwischenfall verletzt“, vermeldet die ARD-Tagesschau. Ein Zwischenfall? Der wird eigentlich als unerwartet eintretendes (häufig unangenehm berührendes oder peinliches) Vorkommnis definiert, das den Ablauf eines Ereignisses unterbricht. Hier wird ein Mordversuch als „Zwischenfall“ bagatellisiert. Die Tagesschau-Sprecherin sagt: „Es ist die Rede von Schüssen gewesen, die gefallen sein sollen“ - mehr Konjunktiv geht nicht.
Um 0.51 Uhr postet die Tagesschau auf der Plattform X die Schlagzeile: „Ex-US-Präsident Trump während Wahlkampfauftritt in Sicherheit gebracht.“ Wirklich? Warum?

Trump in Sicherheit gebracht. Nur: warum?
Auch beim ZDF wird Trump in Sicherheit gebracht – nach einem „Knall“:

„Nach Knall“ bringen Personenschützer Trump in Sicherheit.
Vom Spiegel wird Donald Trump seit Jahren als Gottseibeiuns porträtiert. Auf dem Cover des Nachrichtenmagazins erschien er unter anderem als auf die Erde zurasender Meteorit („Das Ende der Welt, wie wir sie kannten“), als Feuerteufel, Ku-Klux-Klan-Mützenträger, Urmensch und King Kong, als Tsunami und als Hinrichter, der in IS-Manier die Freiheitsstatue enthauptet hat. Bei diesem Spiegel ist es kein „Knall“, es sind „Schussgeräusche“, nach denen Trump evakuiert wird:

„Schussgeräusche“ statt Schüsse: Trumps Ohr blutet.
Die Redaktion des Focus variiert die Schlagzeile leicht: Hier ist das Blut „im Gesicht“ statt „am Ohr“, und das nach einem „Sturz“, als habe der immerhin auch schon 78-Jährige einen Schwächeanfall erlitten und sei gewissermaßen von allein zu Boden gegangen:
Ein Sturz ohne Schuss beim Focus.
Die unzweifelhaft abgegebenen Schüsse, der offensichtlich getroffene Donald Trump – die eindeutigen Bilder und Filmaufnahmen spielen für diese Medien offenbar keine Rolle. Stattdessen: weglassen, verschleiern und in Zweifel ziehen. Es erinnert an den islamistischen Terroranschlag Anis Amris am 19. Dezember 2016 auf dem Weihnachtsmarkt vor der Gedächtniskirche in Berlin, als noch eine ganze Weile über einen möglichen „Verkehrsunfall“ spekuliert wurde.
Allerdings überrascht das kaum in einem Medienmilieu, in dem der ZDF-Mann Elmar Theveßen im Podcast „Lanz & Precht“ Trump wenige Tage VOR dem Attentat einen „Faschisten“ nannte und mit Mussolini und Hitler verglich. Und in einem Land, dessen Außenministerin Annalena Baerbock im ersten (mittlerweile gelöschten) Post bei X am Sonntag nicht, wie sonst etwa im Fall von Terroranschlägen, Schock und Entsetzen kundtat und auch nicht in Gedanken bei Trump oder dem getöteten Zuschauer war, sondern Zuflucht in einer Binse suchte: „Gewalt darf niemals zum Mittel der politischen Auseinandersetzung werden. Wahlen werden in Demokratien mit dem Stimmzettel entschieden und nicht mit Waffen.“
Für das politisch-mediale Establishment kommt es eben immer darauf an, wer Opfer und wer Täter ist. Trump als Opfer? Gott bewahre. Sollte Trump tatsächlich die US-Wahlen im November gewinnen, scheint eine Eskalation in der Berichterstattung programmiert.
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