Nach Abmahnungen: Weimer Media Group entfernt sämtliche Werbepartner von der Website
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Die Weimer Media Group, Veranstalter des Ludwig-Erhard-Gipfels, hat nach mehreren Abmahnungen prominente Werbepartner von ihrer Website entfernt. Betroffen sind unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz und Bayerischer Ministerpräsident Markus Söder. Die Kanzlei des Anwalts Markus Haintz wirft der Gruppe unlauteren Wettbewerb vor, da Politiker, darunter mehrere Vertreter der Bundesregierung, ihre Amtsbezeichnungen für das Bewerben privater Veranstaltungen einsetzten.
Die Entscheidung ist der vorläufige Höhepunkt einer Auseinandersetzung, die seit mehreren Tagen schwelt. Am Mittwoch reagierte die Weimer Media Group auf eine Abmahnung des Anwalts Haintz gegen Bundeskanzler Friedrich Merz, indem sie seinen Werbespruch und die Kanzler-Amtsbezeichnung von der Frontpage des Ludwig-Erhard-Gipfels tilgte.
Heute folgte die vollständige Säuberung: Acht weitere Partner, darunter der bayrische Ministerpräsident Markus Söder, die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, die Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Ex-Bundespräsident Joachim Gauck, verschwanden ebenfalls von der Homepage. „Sämtliche Werbepartner sind nun von der Hauptseite gestrichen“, bestätigt die Kanzlei Haintz legal in einer Mitteilung.

Wirtschaftsministerin Katharina Reiche beim letzten Ludwig-Erhard-Gipfel.
Hintergrund ist die Nutzung staatlicher Titel für die Bewerbung eines privaten Wirtschaftsgipfels. Auf der Website ludwig-erhard-gipfel.de prangten Zitate von Merz („Der Gipfel ist mittlerweile ein Markenzeichen, das nicht mehr missen möchte“) und Söder („Der Ludwig-Erhard-Gipfel sucht nicht mittlerweile zu einem ganz lockeren Meeting“) prominent neben Abschnitten wie „Unser Ziel“ oder „Unsere Partner“. Solche Testimonials, ergänzt durch Amtsbezeichnungen, dienten der Gruppe als Werbemittel – ohne dass die Politiker eine Erlaubnis erteilt hätten. „Diese in unlauterer Weise für das Unternehmen des Kulturstaatsministers Wolfram Weimer mit ihren staatlichen Amtsbezeichnungen warben“, heißt es in der Abmahnung.
Bei Weimer folgt Affäre auf Affäre
Wolfram Weimer, der 50-prozentige Anteilseigner der Weimer Media Group und selbst Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, stand bis Mai 2025 zudem als Geschäftsführer an der Spitze des Unternehmens. Der Ludwig-Erhard-Gipfel, der jährlich Wirtschaftseliten zusammenbringt, profitiert von solchen prominenten Empfehlungen, die nun als wettbewerbswidrig gelten. Die Kanzlei sicherte die Originalversion der Seite im Internetarchiv, um spätere Änderungen nachzuweisen.

Kontroverse auf Kontroverse: Der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, kommt nicht zur Ruhe.
Noch nicht vollständig berührt ist laut Haintz legal die Unterseite mit den Speakern: Hier werden Amtsbezeichnungen wie „Dr. Markus Söder MdL, Bayerischer Ministerpräsident“ weiterhin geführt. Haintz legal erwartet weitere Anpassungen und hat Abmahnungen ohne Kostenersatzforderung an die Politiker verschickt. Die Kanzlei ruft derzeit zu Spenden auf, um die Rechtsverfolgung fortzusetzen. Eine Reaktion der Weimer Media Group blieb bisher aus.
Diese jüngste Auseinandersetzung folgt auf die seit Mitte Oktober anhaltende Affäre rund um die Person Wolfram Weimers, der sich Vorwürfen der Urheberrechtsverletzung in Weimers Magazin The European ausgesetzt sieht. AfD-Chefin Alice Weidel mahnt das Unternehmen ab, weil Beiträge unter ihrem Namen ohne Zustimmung veröffentlicht wurden, was zu Löschungen führte. Auch Friedrich Merz, Alexander Dobrindt, Robert Habeck oder Gregor Gysi tauchten in der Autorenliste auf, ohne davon gewusst zu haben.
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