Zamperoni beschimpfte „Die 100“-Teilnehmer, aber die ARD schnitt die Szene raus ...
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Die ARD-Show „Die 100“ sorgt weiter für Kritik. Dort war am Montag die Frage diskutiert worden, ob die AfD ein Problem für Deutschland ist. NIUS konnte mit einem Teilnehmer der Show sprechen. Vor allem eine Aussage des Moderators Ingo Zamperoni, der unter anderem auch die Tagesthemen moderiert, springt dabei ins Auge.
Der Teilnehmer zeigt sich nach der Show irritiert von den Methoden der Journalisten. Gegenüber NIUS berichtet der 20-Jährige, dass seine Aussage aus der Sendung geschnitten worden sei. Als der Moderator Ingo Zamperoni ihn ansprach, habe er sinngemäß folgendes gesagt:
„Ich finde, dass die AfD durchaus lächerliche Positionen vertritt, das macht den Diskurs aber nicht kaputt, denn der ist ohnehin lächerlich. Der Diskurs findet in einem sehr engen Rahmen statt. Es wird einem alle vier Jahre Wahlfreiheit vorgegaukelt. Aber nach dem Abgeben der Stimme hat man keinen Einfluss mehr darauf, was Politiker machen. Sobald jemand im Amt ist, muss man ihn vier Jahre aushalten.“
Zamperoni habe laut dem Teilnehmer entgegnet: „Sie haben offensichtlich ein grundlegendes Problem mit der Demokratie“, und sich dann, ohne ihm die Möglichkeit einer Antwort zu geben, anderen Teilnehmern der Show zugewandt. In der Sendung ist die Szene nicht zu sehen.
Der NDR bestätigt auf NIUS-Anfrage, dass die Aussage des Teilnehmers herausgeschnitten worden sei. Dabei handle es sich um eine „normale redaktionelle Praxis“: „Die Sendelänge im linearen Fernsehen ist vorgegeben. Die Diskussion vor Ort war länger. Daher mussten die Aussagen mehrerer Teilnehmer herausgenommen werden. Davon betroffen waren sowohl AfD-kritische Positionen als auch AfD-befürwortende Positionen.“
Auch die Aussage von Zamperoni bestätigt der NDR. Der Sender schreibt hierzu:
„In seiner Aussage sprach der Teilnehmer gegen Ende davon, dass man eigentlich die ganze Zeit selbstbestimmt sein Leben leben könne, wenn jede zwischenmenschliche Interaktion freiwillig wäre, es müssten keine Zwänge herrschen, nur das müsse sanktioniert werden. Darauf reagierte der Moderator im Übergang zu anderen Teilnehmenden mit dem Satz, der Teilnehmer habe ein Problem mit der Demokratie.“
Warum ein Plädoyer gegen Zwänge und für die Freiheit als Zeichen einer demokratiefeindlichen Einstellung gewertet wird, das erschließt sich wohl nur den öffentlich-rechtlichen Journalisten selbst.
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