ZDF erklärt Adler-Emoji als „Wappentier Deutschlands“ zu Symbol der „rechten Szene“
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ZDFinfo verbreitet einen Beitrag, in dem das Emoji des deutschen Wappentiers als ein Symbol der „rechten Szene“ deklariert wird. Belege hierfür liefert der Sender nicht. Die Quellenangaben insinuieren zudem einen „rechtsextremen“ Bezug.
Anlass für den Beitrag über „Emojis der rechten Szene“ ist laut ZDF der „Internationale Tag für die Bekämpfung von Hetze der Vereinten Nationen“: „Hassparolen sind Kennzeichen von Diskriminierung, Missbrauch, Gewalt, Konflikten und unter Umständen auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, heißt es weiter.
Unter den aufgelisteten Emojis findet sich auch das Adler-Emoji. Als Begründung, warum dieser ein „Symbol der rechten Szene“ sein soll, schreibt das ZDF: „Der Adler ist das Wappentier Deutschlands und kann als nationalistisches Symbol verwendet werden. Zudem stammt die Greifvogel-Symbolik aus der germanischen Mythologie und steht für Macht, Unsterblichkeit und Kampfgeist.“

ZDFinfo erklärt das Adler-Emoji zu einem Symbol der „rechten Szene“, weil es auf den Bundesadler verweise.
Keine konkreten Belege
Konkrete Belege für seine These liefert das ZDF nicht. Man verweist als Quellenangabe lediglich auf den linken Verein „Campact e.V.“, die linke Selbsthilfe-Organisation „HateAid“ und den „Verein für Demokratie und Vielfalt in Schule und beruflicher Bildung“.
Sowohl „Campact“ als auch „HateAid“ veröffentlichten 2024 Beiträge über „rechtsextreme Symbole und Codes“, in denen das Adler-Emoji als derart deklariertes Symbol gelistet ist. Aber: Auch hier werden keine Belege für die These geliefert, warum das Emoji als Symbol des deutschen Wappentiers ein „rechtsextremer Code“ sein soll. Ein Heft des „Vereins für Demokratie und Vielfalt in Schule und beruflicher Bildung“ aus dem Jahr 2017, auf das das ZDF mutmaßlich verweist, beschäftigt sich gar nicht mit Emojis, sondern lediglich mit „rechtsextremen“ Symbolen.

Auch andere Emojis sind für das ZDF Codes der „rechten Szene“.
Steuergeld für Emoji-Kunde
Besonders pikant: Sowohl „HateAid“ als auch der „Verein für Demokratie und Vielfalt in Schule und beruflicher Bildung“ sind staatlich gefördert. „Campact e.V.“ ist zudem Haupteigentümer von „HateAid“. 2023 erhielt „HateAid“, die vor allem linke Politiker, Journalisten und wohl auch Aktivisten in Rechtsfragen und Konfliktsituationen unterstützt, laut Lobbyregistereintrag bis zu 1,2 Millionen Euro Steuergeld. „HateAid“ gibt unter seinem Beitrag über „rechtsextreme Symbole und Codes“ direkt das Bundesjustizministerium als Förderer an, das „HateAid“ nach Selbstauskunft seit 2020 jährlich mit etwa 600.000 Euro unterstützt.
Auch das Heft des „Vereins für Demokratie und Vielfalt in Schule und beruflicher Bildung“, auf das das ZDF mutmaßlich verweist, wurde vom Land Berlin durch das Landesprogramm „Demokratie. Vielfalt. Respekt. In Berlin“ und durch die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen gefördert.

Der Bundesadler prangt als deutsches Wappentier vor jeder öffentlichen Institution.
Linke Vereine als Quellen des ZDF
Das ZDF als öffentlich-rechtlich finanziertes Medienhaus verweist damit in seiner Recherche auf Beiträge anderer mit öffentlichen Geldern finanzierter Institutionen, ohne dass ein einziges Glied in dieser Kette einen Beleg für die aufgestellte These erbringen würde.

Auch deutsche Fußballnationalspieler tragen den Bundesadler auf ihrer Brust, hier Niclas Füllkrug.
NIUS stellte sowohl ans ZDF, HateAid, Campact e.V. als auch das Bundesministerium für Justiz Anfragen, die zum jetzigen Zeitpunkt großteils noch unbeantwortet sind. Unter anderem fragte NIUS nach Belegen für die aufgestellte These und danach, inwiefern man sich in Anbetracht der genannten Beiträge überhaupt noch auf das deutsche Wappentier beziehen könne, ohne als „rechtsextrem“ oder „rechts“ zu gelten. Dem Bundesjustizministerium stellte NIUS die Frage, warum es eine Organisation fördert, die mit ihren Beiträgen Gefahr läuft, ein Symbol deutscher Identität zu diskreditieren. Die Anfragen sind noch offen – sollten Antworten erfolgen, werden sie an passender Stelle ergänzt.
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