„Anreize verringern“: Brandenburgs SPD-Ministerpräsident will Sachleistungen und schnelle Abschiebung für Flüchtlinge
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Die Union will es, die Koalitionspartei FDP auch. Im Angesicht einer kommenden Landtagswahl will nun sogar ein SPD-Ministerpräsident schneller abschieben und die finanziellen Anreize für Migranten verringern.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dringt auf eine stärkere Begrenzung der Zuwanderung und schlägt dazu unter anderem vor, Geldzahlungen an Asylbewerber auf Sachleistungen umzustellen.

Die Flüchtlinge kommen in Transportern oder zu Fuß über die polnische Grenze.
„Um die Anreize zur Migration nach Deutschland zumindest etwas zu verringern, halte ich die Umstellung von Barzahlungen auf Sachleistungen für einen ersten geeigneten Schritt“, sagte der Sozialdemokrat der Deutschen Presse-Agentur.
In Brandenburg wächst die Wut der Bevölkerung
Bisher kommt diese Forderung von den Unionsparteien und der Regierungspartei FDP. Die Grünen sind dagegen.
Woidke steht unter Druck, weil irreguläre Einreisen über die deutsch-polnische Grenze deutlich zunehmen, der Unmut der Bevölkerung wächst und er im kommenden Jahr eine Landtagswahl bestehen will. In den Umfragen liegt die AfD vorn. Bei den Landtagswahlen am vergangenen Sonntag in Bayern und Hessen hatte die SPD verheerende Niederlagen eingefahren.
Woidke will „deutliche Senkung der Migrationszahlen“
„Es braucht jetzt eine deutliche Senkung der Migrationszahlen für Deutschland einerseits und eine stärkere Bekämpfung der Schleuserkriminalität anderseits“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Das sei zuerst die Aufgabe der Bundesregierung. „Deshalb müssen Bund und Länder schnell zusammenkommen, denn wir brauchen eine gemeinsame Kraftanstrengung, um in der Migrationsfrage endlich Lösungen zu finden.“ An diesem Freitag dürfte die Entwicklung auch Thema bei der Ministerpräsidentenkonferenz sein.

Ein brandenburgischer Polizeibeamter mit einem illegal eingereisten Flüchtling, er ist noch ein Kind.
Der Brandenburger Regierungschef forderte auch, Menschen ohne Bleiberecht „konsequenter in ihre Heimatländer zurückzubringen“. „Hierfür müssen wir die Regeln, die schon da sind, konsequent umsetzen“, sagte Woidke.
Was die Bürger wollen
Dass der Unmut über die aktuelle Migrationspolitik groß ist, zeigt auch eine Insa-Umfrage für die Bild. Den 1004 Befragten waren fünf Themenfelder genannt worden, bei denen sie sagen sollten, ob die Bundesregierung weitermachen sollte wie bisher oder einen neuen Kurs einschlagen sollte. Am stärksten wurde ein Kurswechsel in der Migrationspolitik verlangt: 59 Prozent votierten dafür (so weitermachen: 18,5 Prozent). Dahinter folgt der Wunsch nach einem Kurswechsel in der Wohnungspolitik, den 52 Prozent befürworteten (so weitermachen: 20 Prozent).
Was Experten für nötig halten
Auch der Vorsitzende des Sachverständigenrats für Integration und Migration (SVR), Hans Vorländer, sieht das so. „Ich glaube, dass die Ampel-Regierung auch in der Migrationspolitik für Veränderungen sorgen muss, damit die Parteien, aus denen sie besteht, im nächsten Jahr nicht völlig unter die Räder kommen“, sagte der Vorsitzende des unabhängigen Expertengremiums der dpa.
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