Jugendwort des Jahres 2024: Langenscheidt verbietet „Döp dödö döp“-Vorschläge
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Millionen Deutsche sind jedes Jahr überrascht, welche vollkommen unbekannten Worte in die Auswahl zum „Jugendwort des Jahres“ kommen. Der Langenscheidt-Verlag sucht wieder nach Vorschlägen für den Preisträger 2024.
Nur sind nicht alle Vorschläge erlaubt.
Wie der Quellcode der Webseite verrät, sind zahlreiche Worte und Phrase als „forbidden suggestions“, also als verbotene Vorschläge, markiert und werden vom System ausgefiltert. Dazu gehört unterschiedlichste Schreibweisen von „Döp dödö döp“, womit wohl das Mitsingen der Melodie von „L’Amour toujours“ von Gigi D’Agostino gemeint sein dürfte.

Das ist die Webseite, auf der Vorschläge für das Jugendwort des Jahres eingereicht werden können.
Der Italo-Dance-Klassiker hatte in einer textlich umgedichteten Form Ende Mai beinahe eine Staatskrise ausgelöst. Ein Video zeigte offensichtlich gut betuchte junge Leute, wie sie zu dem Song „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ sangen. Einer von ihnen zeigte den Hitlergruß. Das Video ging viral und sorgte bundesweit für kritische Reaktionen bis hin zum Bundeskanzler.
Auch beleidigende und rassistische Worte schließt das System als Vorschläge aus, aber auch unverfängliche Begriffe wie „Stolzmonat“ (eine Art digitale Gegenbewegung zum Pride-Month) dürfen nicht vorgeschlagen werden.
Langenscheidt gibt Vorschlag-Zensur zu
Langenscheidt bestätigt auf NIUS-Nachfrage, dass bestimmte Vorschläge nicht zugelassen werden: „Grundsätzlich dürfen sich alle an der Wahl beteiligen, fast alle Einreichungen werden zunächst angenommen und gezählt. Es dürfen selbstverständlich Wörter eingereicht werden, die weder Erwachsene noch wir im Verlag mögen müssen. Im Voting berücksichtigt werden jedoch nur Einreichungen, die der Überprüfung weiterer Kriterien bestehen. Wenige Wörter haben wir vorab blockiert, die eindeutig beleidigenden, rassistischen, sexistischen, homophoben Bezug haben oder klar auf eine Kampagne zurückzuführen sind, die keine breite Basis in der Jugend hat.“
Außerdem erklärte die Sprecherin, dass bei der Auswahl der Top 10-Vorschläge nicht allein die Zahl der Einreichungen zählt, sondern auch die politische Überzeugung des Verlags einfließen wird.
Weiter heißt es wörtlich: „Für die Auswahl der Top10 kommt dann zu der Anzahl der Einreichungen und dem relevanten Alter weitere Kriterien, mit denen Langenscheidt seine klare Haltung für eine pluralistische Gesellschaft und gegen jede Art von Diskriminierung zum Ausdruck bringt. Weitere Einreichungen mit klar beleidigendem, rassistischem, sexistischem und homophobem Bezug sowie offensichtliche Kampagnen einzelner Personen(gruppen) oder Organisationen, deren Wörter nicht als repräsentativ für die Jugend in Deutschland anzusehen sind, werden im Rahmen der Ermittlung der Top 10 ausgeschlossen.“
Döp schon längst Teil der Jugendkultur
Heißt: Selbst wenn eine Variante von „Döp dödö döp“ tatsächlich und faktisch Einzug in die Jugendsprache erhalten würde – als Provokation, als Statement gegen die bundesweite Hysterie und für die Meinungsfreiheit oder einfach so – würde der Langenscheidt-Verlag dies aus politischer Überzeugung nicht abbilden.
Immerhin: Aus Transparenz-Gründen sollen deshalb neben den Top 10 auch alle aus der Top 10 gestrichenen Begriffe mitsamt einer Begründung für die Streichung veröffentlicht werden. Ob auch die Begriffe, die technisch gar nicht eingereicht werden können, dieser Gruppe angehören können, ist unklar.
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