Wer will Winnetou? Karl-May-Verlag sucht neuen Chef
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Der traditionsreiche Karl-May-Verlag aus Bamberg soll verkauft werden. Nach mehr als 100 Jahren soll der Familienbetrieb in andere Hände übergehen, so schreibt das Manager-Magazin. Bernhard Schmid ist seit 2007 alleiniger Gesellschafter, jetzt sucht er einen neuen Verleger für den Betrieb.
Gegründet wurde der Karl-May-Verlag 1913 in Radebeul – unter anderem von Schmids Großvater: Euchar Albrecht Schmid hatte über Jahre regen Kontakt zu Karl May, nach einem langen Briefwechsel traf er ihn mehrmals persönlich. Nach Mays Tod war dessen Witwe als Rechteinhaberin ebenfalls an der Gründung des Verlags beteiligt. Später zog der Verlag nach Bamberg.
Ikonische Klassiker
Das Programm des Verlags besteht fast ausschließlich aus den Werken von Karl May: Die Bücher mit ihren traditionellen grünen Einbänden und der goldenen Schrift sind ikonisch.

Auch Karl Mays berühmtestes Werk, die Winnetou-Trilogie, wird im Karl-May-Verlag herausgegeben.
Karl May gilt als einer der meistgelesenen Autoren deutscher Sprache, am bekanntesten sind seine Geschichten um Winnetou. Er wurde 1842 im Landkreis Zwickau geboren, die Reiseabenteuer um Winnetou und Old Shatterhand verfasste er größtenteils, ohne die Schauplätze im Orient oder Amerika je bereist zu haben.
Für die einen Kulturgut, für die anderen „kulturelle Aneignung“
Insgesamt schrieb Karl May mehr als 90 Bücher. Doch es könnte schwierig werden, einen Verleger für das umkämpfte Thema zu finden: 2022 musste der Ravensburger Verlag Bücher zu „Der junge Häuptling Winnetou“ wegen Rassismusvorwürfen und dem Vorwurf klischeehafter Darstellung aus dem Programm nehmen.
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