„Schnief“: Lauterbach spottet über junge Leistungsträger, die Deutschland verlassen wollen
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Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach schafft es immer wieder, sich auf X selbst zu unterbieten. Angesichts beständig steigender Auswanderer-Zahlen zeigt er sich in einem aktuellen Post genervt vom „permanenten Schlechtreden“ Deutschlands und macht sich über Bürger lustig, die das Land verlassen.
Lauterbachs Tweet war eine Reaktion auf einen Beitrag von INSM-Chef Thorsten Alsleben, der Auswanderungspläne von Gutverdienern in seinem Freundeskreis schilderte. Er kenne allein fünf Familien, die das Land verlassen. „Diese ewigen Übertreibungen von jungen Talenten, die mit dem hohen Rentenbeitrag (‚schnief‘) nicht klarkommen und deshalb angeblich auswandern. Auf diese Leute können wir verzichten, falls es sie überhaupt gibt“, kommentierte Lauterbach auf der Plattform X.
Vor allem das „Schnief“ wird von Kommentatoren als zynisch und hochmütig kritisiert. Das „Auf diese Leute können wir verzichten“ erinnert sie an Erich Honecker, der 1989 gesagt hatte, DDR-Bürgern, die ausreisen wollten, werde man „keine Träne nachweinen“. Der Unternehmer Christian Miele stand für viele, als er schrieb: „Den Menschen, die etwas anpacken wollen und ihre Heimat aus Verzweiflung und Frust verlassen, von oben herab einzureden, man könne auf sie verzichten, ist an Arroganz kaum zu übertreffen.“

Lauterbachs Tweet bei X macht Menschen fassungslos.
Lauterbachs Worte machen viele Menschen fassungslos. Mit einer fünfstelligen Pension aus Bundestagsmandat und Minister-Ruhegehalt, ohne dafür einen Rentenbeitrag gezahlt zu haben, habe der Ex-Minister gut reden. Er übersehe auch die Steuerausfälle, wenn jährlich 250.000 Deutsche das Land verlassen. Lauterbach selbst sei ein „Kostgänger des Systems“ und habe kein Recht, über Menschen zu spotten, die Steuern und Abgaben zu hoch finden.
In den Community-Notes ist zu lesen, dass laut Analysen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Auswanderer oft überdurchschnittlich jung (zu zwei Dritteln unter 40 Jahre) und hochqualifiziert sind: Etwa 75 Prozent haben einen Hochschulabschluss.
Lauterbachs Kritiker sehen in seinem Statement ein typisches Beispiel für Politiker, die abgehoben über Menschen reden, von deren Lebensrealität sie nichts verstünden.
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