Mit falschen Zahlen: WDR kritisiert Narkosegas als Klimakiller
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- In Krankenhäusern werden für Operationen oft Narkosegase verwendet
- Der WDR kritisiert das als „schädlich für's Klima“
- Dabei beruft das öffentlich-rechtliche Medium auf falsche Zahlen
Die „Klimajournalist:innen“ des Westdeutschen Rundfunks haben für ihren Instagram-Kanal „klima.neutral“ Empfehlungen zusammengetragen, wie man Operationen in Krankenhäusern klimafreundlicher gestaltet. Der Sender empfiehlt, die Entscheidungen der Fachkräfte durch „Aufklären“ zu beeinflussen.
Dabei monieren die Redakteure unüberlegte Entscheidungen der medizinischen Kräfte, besonders klimaschädliche Narkosegase wie Desfluran zu verwenden. Man solle „Awareness schaffen: Klinikmitarbeitende über die klimaschädigende Wirkung von Narkosegasen aufklären“ oder wenn möglich verstärkt intravenöse Narkose verwenden.
Was der WDR unterschlägt: Viele Ärzte haben gute medizinische Gründe, warum sie Narkosegase gegenüber intravenösen Narkosemedikamenten bevorzugen. Narkosegase sind nämlich deutlich besser zu steuern, als die gespritzen Narkosemedikamente. Das bedeutet, dass die Ärzte einerseits besser die Tiefe des künstlichen Schlafes des Patienten kontrollieren können, indem sie die Konzentration des Atmengases in der ausgeatmeten Atemluft messen. Andererseits lassen sich Narkosegase besser ausschleichen als Injektionsanästhetika, das heißt, dass der Patient am Ende der OP schneller wieder zu Bewusstsein kommt. Das ist wichtig, da eine Narkose immer mit medizinischen Risiken verbunden ist. Speziell alte, sehr kranke Patienten können während eines künstlichen Schlafes Kreislaufkrisen bekommen, die potentiell lebensgefährlich sein können. Deswegen ist es gut, die Narkose nur so lang wie nötig durchzuführen. Bei gespritzen Narkosemedikamenten ist die Narkosedauer nur durch die gespritze Dosis zu beeinflussen, bedeutet: Ist das Medikament erst einmal gespritzt, muss man geduldig warten, bis es wieder verstoffwechselt wurde, was je nach Patient sehr unterschiedlich lang dauern kann.
Das von den vermeintlichen Klimaschützern am meisten verhasste Narkosegas Desfluran wird von vielen Anästhesisten gern genutzt, weil es sich besonders schnell ein- und ausschleichen lässt, die Patienten also wirklich nur so lange wie nötig in den künstlichen Schlaf versetzt werden müssen.
Falsche Zahlen sorgen für Verwirrung
Doch die verschweigenen Vorteile der Narkosegase sind noch nicht alles: In der Infografik dramatisiert der WDR die Klimaauswirkungen größer als sie tatsächlich sind. Von dem CO2-Ausstoß einer 15.000km-Autofahrt ist in dem Beitrag die Rede. Ein Fahrt von Berlin nach Westafrika sind aber nur rund 6.000 bis 8.000 Kilometer. Auch Arte verwendet in ihrer Berichterstattung andere Zahlen:
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Panikmache vom WDR?
NIUS hat für Sie nachgerechnet: Gemäß einer Berechnung britischer Wissenschaftler produziert eine Flasche Desfluran (240ml) rund 893 Kilogramm CO2. Das entspricht lediglich einer Fahrt von rund 4.524 Kilometern in einem modernen Verbrennerauto. Das entspricht ungefähr einer Reise von Berlin nach Valencia und zurück.
Krankenhäuser auch ohne Klimaschutz am Limit
Die Vorschläge des WDR zum Klimaschutz in Operationssälen kommt zu einer Zeit, wo die Auslastung von Krankenhäusern historische Dimensionen erreicht. „Der Krankenstand in der Gesellschaft ist aktuell extrem hoch, so etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin Christian Karagiannidis der „Rheinischen Post“ im Dezember vergangenen Jahres. In vielen Regionen gebe es so gut wie keine freien Intensivbetten mehr. Hauptproblem seien nicht mehr Corona-Infektionen. „Derzeit kämpfen wir gegen sehr breitgefächerte Krankheitsbilder: Grippe, RS-Virus, Corona und andere Atemwegserkrankungen, dazu die üblichen Notfälle.“
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