Präsidentschaftswahl in der Türkei: Erdogan offizieller Sieger der Stichwahl
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- Nachdem sich Erdogan am Sonntag bereits vor Ende der Stimmauszählung bei der Türkei-Wahl zum Sieger erklärte, wurde seine Wiederwahl von der Wahlbehörde offiziell bestätigt.
- Erdogan erhielt 52 Prozent der Stimmen, sein Kontrahent Kilicdaroglu rund 48 Prozent.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte sich am Sonntag bereits vor dem Ende der Stimmauszählung zum Wahlsieger in der Präsidentschaftswahl der Türkei erklärt - kurze Zeit später wurde sein Sieg von der Wahlbehörde bestätigt. Der Vorsitzende der Wahlbehörde Ahmet Yener erklärte, dass Erdogan nach vorläufigen Ergebnissen 52,14 Prozent der Stimmen bekommen habe, während sein Kontrahent Kemal Kilicdaroglu 47,86 Prozent der Stimmen erreichte. Der 69-jährige Autokrat Erdogan wird damit weitere fünf Jahre an der Spitze der Türkei stehen.
Am Sonntagabend gegen 23 Uhr hielt der wiedergewählte türkische Präsident vom Balkon seines Palastes in Ankara eine Ansprache an seine Anhänger. Er sagte vor tausenden feiernden Menschen: „Ihr habt uns erneut die Aufgabe erteilt, das Land zu führen“ - „Wir werden das ‚Türkische Jahrhundert‘ gemeinsam aufbauen.“

Auf den Straßen in Ankara waren tausende Anhänger Erdogans unterwegs und feierten seinen Sieg.
Erdogan rief in seiner Rede zur „Einheit und Solidarität“ auf, erklärte aber auch, dass der Co-Vorsitzende der prokurdischen Partei HDP, Selahattin Demirtaş, der seit dem Jahr 2016 im Gefängnis sitzt, unter seiner Regierung nie aus dem Gefängnis kommen werde.
Der Bundesvorsitzende der Kurdischen Gemeinde Deutschland, Ali Ertan Toprak, kritisierte in diesem Zusammenhang die Glückwünsche von Bundeskanzler Olaf Scholz an Erdogan. Toprak schrieb bei Twitter, dass Erdogan Demirtas erneut zur Zielscheibe machen, während Erdogans Anhänger seine Hinrichtung verlangt hätten.

Autokorsos zogen durch die Straßen Ankaras.
Kritik von Bundesagrarminister Cem Özdemir
Aus Deutschland kommen jedoch nicht nur Glückwünsche, sondern auch Kritik. Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne) kritisierte bei Twitter das Wahlverhalten von Türken in Deutschland scharf.
Özdemir schrieb am Sonntagabend, dass ihn interessiere, was in Deutschland los sei, „wo die Anhänger von Erdogan feiern, ohne für die Folgen ihrer Wahl einstehen zu müssen“. Die Autokorsos bezeichnete der Grüne als „keine Feiern harmloser Anhänger eines etwas autoritären Politikers“. Laut Özdemir seien sie eine „nicht zu überhörende Absage an unsere pluralistische Demokratie & Zeugnis unseres Scheiterns unter ihnen“.
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