Ukrainer rechnet ab: Unsere Züge kommen trotz Bombardierung pünktlicher als die Deutsche Bahn
Das wird die Deutsche Bahn nicht gerne sehen. Kritik kennt sie ja nur zu gut – aber die hier tut besonders weh.
Stanislav Aseyev ist ukrainischer Journalist. Und er berichtet auf Twitter von seinem ganz persönlichen Erlebnis mit der Deutschen Bahn auf dem Weg von Kopenhagen in Dänemark nach Hamburg.
„Während die ukrainischen Züge trotz Bombardierung pünktlich ankommen, habe ich es noch nie schlimmer erlebt als bei der Deutschen Bahn“, schreibt er auf Twitter.
„Gestern bin ich mit dem Zug von Kopenhagen nach Hamburg gefahren, was dazu führte, dass ich zusammen mit anderen Passagieren die Nacht auf der Straße verbringen musste.“ Schon in Kopenhagen sei der Zug mit 1,5 Stunden Verspätung losgefahren. Nahe der dänisch-deutschen Grenze folgte dann ein außerplanmäßiger Stopp: „Der Zug hielt bei Padborg einfach an und ließ mitten in der Nacht mehr als hundert Menschen – darunter viele Frauen mit Kindern – auf der Straße zurück.“
Aseyev teilte auch Fotos von seinem ungewollten Aufenthalt im Grenzgebiet.
„Es gab keine Unterkunft, kein Taxi zumindest in die nächstgelegene deutsche Stadt. Die dänische Polizei konnte nur zwei Busse organisieren, die die Alten und einige der Frauen mit Kindern abtransportierten – der Rest der Menschen musste die Nacht auf der Straße verbringen, mich eingeschlossen.“
Neben diesem unschönen Erlebnis wird Aseyev grundsätzlich: Jedes Mal, wenn er zu Vorträgen in Deutschland reise und mit dem Zug fahre, sei es fast sicher, dass er mit mindestens einer Stunde Verspätung eintreffe. „Eine solche Respektlosigkeit gegenüber Kunden habe ich bei keinem anderen Bahnunternehmen erlebt.“
Am Ende seines kleinen Beitrags kommt ein schmerzhafter Vergleich: „Selbst als ich meine Mutter am Tag der russischen Invasion aus Kiew abholte und am nächsten Tag in die Hauptstadt zurückkehrte, gelang es dem ukrainischen Zug, pünktlich anzukommen, obwohl alles um ihn herum in Flammen und Rauch stand.“
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