Weimer-Unternehmen droht Journalist: „Wollen Sie wieder mit so viel Verve gegen den Gründer Ihres Magazins schreiben?“
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Die Weimer-Affäre spitzt sich weiter zu. Bereits gestern wurde bekannt, dass die Bayerische Staatsregierung ihre Beteiligung am Ludwig-Erhard-Gipfel der Weimer Media Group intern auf mögliche Compliance-Probleme untersuchen lässt.
Hintergrund ist ein Bericht von Apollo News, der aufgedeckt hat, dass Weimers Unternehmen auf seinem Ludwig-Erhard-Gipfel politischen Zugang für viel Geld verkauft – inklusive des Versprechens von „Einflussnahme“ auf hochrangige Politiker.
Heute kommt ein weiterer brisanter Vorgang hinzu: Die Weimer Media Group versucht nun, kritische Berichterstattung zu unterdrücken. Konkret setzt sie einen Journalisten des Cicero unter Druck, jenes Magazins, das Wolfram Weimer vor vielen Jahren gegründet hatte.
Der Cicero-Journalist Mathias Brodkorb stellte der Weimer Media Group drei einfache Fragen:
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„Sind die Recherchen von Apollo News korrekt?“
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„Sieht das Unternehmen einen Interessenkonflikt beim Miteigentümer Wolfram Weimer?“
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„War Weimer über die ‚geschäftlichen Absichten und Pläne‘ – insbesondere den Verkauf politischer Zugänge – informiert?“
Keine dieser Fragen wurde beantwortet. Stattdessen verschickte die Weimer Media Group eine bemerkenswerte Gegenfrage, eine kaum kaschierte Drohung:
„Wollen Sie wieder mit so viel Verve gegen den Gründer Ihres Magazins schreiben?“
Brodkorb lässt sich nicht einschüchtern
Die Botschaft ist eindeutig: Wer kritisch berichtet, muss an die frühere Verbindung des Mediums zu Weimer erinnert werden – als gäbe es eine Loyalitätspflicht gegenüber dem früheren Gründer.
Brodkorb lässt sich nicht einschüchtern: „Nun, wenn es denn sein muss, dann ja“, so seine Antwort.

Das Kerngeschäft der „Weimer Media Group“ besteht im Vermitteln politischer und wirtschaftlicher Kontakte. Rechts im Bild: Markus Söder (CSU)
„Der Rubikon ist überschritten!“
Mit diesem Vorgang gewinnt die Affäre weiter an politischem Gewicht. Ein Mitglied der Bundesregierung steht unter Compliance-Prüfung, während sein Unternehmensumfeld politischen Zugang verkauft und auf Presseanfragen mit Druck reagiert – das dürfte auch in Berlin für Unruhe sorgen.
Der Vorgang erinnert an den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff, der dem damaligen Bild-Chefredakteur Kai Diekmann eine Drohnachricht auf die Mailbox sprach: „Der Rubikon ist überschritten!“ In Folge der Nachricht musste Christian Wulff als Bundespräsident zurücktreten.
Grüne und Linke drängen Weimer zu Aufklärung
Die Fraktionen der Grünen und Linken im Bundestag drängen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, sich zu den Geschäften des von ihm gegründeten Medienunternehmens zu erklären. „Jede Unklarheit über mögliche Interessenvermischungen beschädigt die Glaubwürdigkeit des Amtes und untergräbt das Vertrauen der Öffentlichkeit“, erklärt der Grünen-Politiker Sven Lehmann. Er fordert, der Staatsminister müsse vollständige Transparenz „über mögliche Verbindungen der Weimer Media Group zu staatlichen Stellen herstellen“. Weimer müsse zudem erklären, wie Interessenkonflikte bei medienpolitischen Entscheidungen ausgeschlossen werden.
Der medienpolitische Sprecher der Linken, David Schliesing, warf Weimer „das direkte Vergolden seines Amtes durch sein Medienunternehmen“ vor. Solches Verhalten sei Gift für die Demokratie. „Sämtliche Vorwürfe müssen jetzt lückenlos aufgeklärt und entsprechende Konsequenzen gezogen werden“, meinte der Linken-Politiker.
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