Journalistin Juliane Löffler gibt zu: Spiegel-Geschichte über Collien Fernandes war auf Hubigs Zensur-Gesetz abgestimmt
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Die Spiegel-Autorin Juliane Löffler hat im Podcast von Anne Will zugegeben, dass die Recherche ihres Magazins zu Collien Fernandes und Christian Ulmen auf das geplante Zensur-Gesetz von SPD-Justizministerin Stefanie Hubig abgestimmt war. Hintergrund ist eine Geschichte mit dem Titel „Du hast mich virtuell vergewaltigt“, in der die Schauspielerin Fernandes ihrem Ex-Mann vorwirft, über gefälschte Accounts unter ihrem Namen mit Männern Kontakt aufgenommen, Telefonsex gehabt und ihnen pornografisches Material geschickt zu haben.
Anne Will erkundigt sich im Podcast nach dem Veröffentlichungs-Zeitpunkt: „Was hat dann den Ausschlag gegeben, dass ihr jetzt veröffentlicht habt?“
Löffler antwortet, es habe „zwei konkrete Anlässe“ gegeben. Einerseits seien nach der Erstattung der Anzeige durch Fernandes im Dezember in Spanien Vorermittlungen eingeleitet worden. „Das zweite ist, dass wir wussten, dass Stefanie Hubig ein digitales Gewaltschutzgesetz plant – das hatte sie auch schon angekündigt – und es natürlich dadurch diese politische Dimension gab.“
Brisant ist diese Aussage auch deshalb, weil der Text die Notwendigkeit einer neuen Gesetzgebung zu unterstreichen scheint. Hubig dürfte die Veröffentlichung sehr gelegen kommen, denn der Text löste eine Welle der Empörung aus und führte zu einer Mobilisierung des linken Lagers, das am Sonntag in Berlin für eine Verschärfung der Gesetze im Netz auf die Straße ging.

Das Cover des Spiegels von letzter Woche.
Kritiker sehen in Hubigs neuem Gesetz zu „digitalem Gewaltschutz“ einen Angriff auf die Redefreiheit. So soll auch die Verbreitung nicht-pornografischer Deepfakes unter Strafe stehen, wenn dadurch eine „erhebliche Ansehensschädigung“ erzielt wird, die „nicht mehr als sozial hinnehmbar“ erscheint – eine unscharfe Formulierung, die als Einfallstor für juristische Willkür dienen könnte.
Geschicktes journalistisches Konstrukt
Die mediale und politische Mobilisierung der vergangenen Woche dürfte auf einer geschickten Konstruktion des Spiegels beruhen, die juristisch womöglich schwer angreifbar ist, die Öffentlichkeit jedoch in die Irre führte. Zahlreiche Leser und Medien verstanden die Recherche so, dass Ulmen pornografische Deepfakes seiner Frau verschickt habe. Dies steht jedoch nicht im Text. Tatsächlich liest sich ein Statement von Fernandes gegenüber NIUS so, dass die Deepfakes nicht von ihrem Mann verschickt worden seien: „Das sind verschiedene Punkte. Zum einen gibt es Menschen, die Deepnudes von mir online gestellt haben, zum anderen gibt es die pornografischen Videos, die der Täter (Ulmen; Anm. d. Red.) unter meiner Identität verschickt hat.“
In Zusammenhang mit der Terminierung des Artikels, passend zum Gesetzesvorstoß der Ministerin, erscheint dieses manipulative Vorgehen des Spiegels wie der Versuch, ein SPD-Herzensprojekt journalistisch zu flankieren.
Lesen Sie auch: Die brisanten Hintergründe der Affäre Ulmen-Fernandes: Chronik eines medialen Staatsstreichs
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