Brandenburg-Umfrage: AfD stärker als SPD und CDU zusammen
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Die neue Brandenburg-Umfrage ist ein politischer Schock für die rot-schwarze Landesregierung in Potsdam. In der Sendung NIUS LIVE vom 25. Juni 2026 diskutierten NIUS-Kolumnist Alexander Kissler und NIUS-Politikchef Ralf Schuler über die Erhebung, nach der die AfD in Brandenburg auf 37 Prozent kommt. Die SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke liegt nur noch bei 22 Prozent, die CDU erreicht 12 Prozent. Damit steht die AfD allein stärker da als SPD und CDU zusammen.
Alexander Kissler sprach bei NIUS Live von einem „Brandenburger Erdbeben“. Der „märkische Sand“ sei für SPD und CDU „Treibsand geworden“, sagte er. Aus seiner Sicht trifft die Umfrage vor allem die CDU ins Mark. Sie werde dafür abgestraft, dass sie trotz schwacher Wahlergebnisse in die Regierung gegangen sei. Viele Brandenburger hätten den Eindruck, der CDU sei „der Machterhalt wichtiger als das Wohl des Landes“, so Kissler.

(Quelle: https://x.com/Wahlen_DE)
CDU und SPD verlieren Vertrauen im Osten
Ralf Schuler, NIUS-Politikchef, sieht in der Umfrage keinen Einzelfall, sondern ein Muster, das sich in mehreren ostdeutschen Bundesländern zeige. Der Versuch etablierter Parteien, die AfD durch Bündnisse und Absprachen aus der Macht herauszuhalten, führe nicht zu einer Schwächung der AfD, sondern im Gegenteil zu neuen Zugewinnen. Laut Schuler werde der Wähler „trotzig“ und sende die Botschaft: „Leute, ihr akzeptiert meinen Willen nicht. Ihr habt nicht verstanden, was ich euch gesagt habe.“
Besonders hart fällt das Urteil über die CDU aus. Ralf Schuler nannte den Wert von zwölf Prozent „erkennbar abgestraft“. Die Partei habe schon bei der Landtagswahl massiv verloren und sei dennoch über eine Koalition in Regierungsverantwortung gekommen. Genau das werde von vielen Wählern offenbar nicht honoriert. Für Schuler ist die Entwicklung ein Warnsignal an Union und SPD, die bisherige Strategie grundsätzlich zu überdenken.
Schauen Sie die gesamte Episode NIUS Live hier:
Die Brandmauer wird zum Problem der Etablierten
Die übliche Gegenposition der Regierungsparteien lautet, man könne durch gutes Regieren verlorenes Vertrauen zurückgewinnen und AfD-Wähler wieder erreichen. Alexander Kissler widersprach dieser Hoffnung deutlich. Viele Bürger störten sich aus seiner Sicht bereits an der Art, wie solche Bündnisse zustande kommen. Der Wähler sehe darin ein „Auskungeln hinter verschlossenen Türen“ und erkenne kein echtes Mandat für diese Form des Regierens.
Ralf Schuler ergänzte, dass die Strategie der Ausgrenzung politisch immer riskanter werde. Wenn sich Parteien zusammenschließen, um den Wahlsieger oder die stärkste politische Kraft von der Regierung fernzuhalten, wachse bei vielen Wählern der Eindruck, ihr Votum werde nicht ernst genommen. Genau daraus speise sich der nächste Umfrageanstieg der AfD. Schuler brachte die Lage der etablierten Parteien mit einem Satz auf den Punkt: „Der Lauf ist leer.“

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD)
Warnsignal für die Landesregierung
Für die Regierung in Brandenburg kommt die Umfrage zu einem besonders heiklen Zeitpunkt. Nach rund 100 Tagen im Amt steht die Koalition bereits massiv unter Druck. Die SPD verliert ihre frühere Sonderstellung als dominierende Kraft im Land, die CDU rutscht weiter ab, während die AfD einen neuen Höchstwert erreicht. Aus der Diskussion bei NIUS Live wurde deutlich, dass die politische Verschiebung im Osten nicht mehr nur als Protestmoment verstanden werden kann.
Alexander Kissler zog ein bitteres Fazit. Die etablierten Parteien seien aus seiner Sicht „lernunfähig“, bis sie zum Lernen gezwungen würden. Für SPD und CDU bedeutet die neue Umfrage deshalb mehr als nur schlechte Zahlen. Sie zeigt, dass der Versuch, alte Machtverhältnisse durch neue Bündnisse zu sichern, bei vielen Wählern nicht mehr verfängt.
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