„Das war eine Kriegsoperation“ – durch diesen Fehler flogen die Nordstream-Sprenger auf
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Es war der größte Angriff auf deutsche Infrastruktur seit dem Zweiten Weltkrieg. Am 26. September 2022 sprengten Saboteure in der Ostsee Teile der Pipelines von Nordstream 1 und 2 in die Luft. Bojan Pancevski kennt die Täter persönlich und berichtet bei „Schuler! Fragen, was ist“ über diesen historischen Anschlag.
Geheimdienste, Politiker, Macht, CIA, SBU – die Komponenten für diesen Krimi kann man sich nicht besser ausdenken. Und sie sind nicht einmal frei erfunden. Bojan Pancevski, Korrespondent für das Wall Street Journal, hat jahrelang zum Bomben-Anschlag auf Nordstream recherchiert und präsentiert nun gebündelt seine Ergebnisse. „Das war eine Kriegsoperation, geplant und exekutiert von einer Eliteeinheit der ukrainischen Streitkräfte“, erklärt der Journalist im Gespräch mit NIUS-Politikchef Ralf Schuler.
Das Interview finden Sie hier im Video:
Und es war nicht die einzige Sabotage, die ukrainische Geheimdienstler planten. Es wurde ein weiteres Kommando entsendet, um die TurkStream-Pipeline in die Luft zu sprengen. Diese Operation sei gescheitert.

Pancevski berichtet über die Taucherin „Freya“, welche heute einen Job beim ukrainischen Geheimdienst gefunden hat.
Täter hatten Kontakt zur CIA
Pancevski hat für seine Recherchen zahlreiche Reisen unternommen, traf in der Ukraine sogar Beteiligte zu mehreren Gesprächen. Sein Buch veröffentlichte er erst, als Haftbefehle und Gerichtsverfahren offiziell ausgerollt waren. Und er kennt auch die Geschichte der Täter und die Verbindungen etwa zum US-amerikanischen Geheimdienst CIA. „Die haben sie um Rat gebeten und gefragt: Wie soll man das machen? Wie arbeitet man eigentlich am Boden des Meeres?“
Doch der Vorschlag der US-Amerikaner, mit Drohnen und U-Booten zu arbeiten, war für die Ukrainer zu teuer. 50 Millionen US-Dollar hatten die Amerikaner geschätzt – am Ende wird die Operation laut Pancevski nur 250.000 US-Dollar gekostet haben.

Monatelang recherchierte Bojan Pancevski zur Nordstream-Sprengung. Er konnte sogar persönlich mit den verantwortlichen Geheimdienstlern sprechen.
„Sie haben das auf eine eigene Art gemacht – mit so einem kleinen Boot, mit Zivilisten. Und das Ganze hat ungefähr so 250.000 US-Dollar gekostet, was eigentlich sehr billig ist für eine Operation“, sagt der Experte.
Lob für deutsche Ermittlungsbehörden
„Tatsache ist, die deutschen Polizisten, Detektive und Ermittler haben wirklich einen tollen Job gemacht“, erklärt der Journalist. Denn man sei den Tätern trotz Blockaden auf die Schliche gekommen – teilweise gegen die eigenen Alliierten. „Amerika hat nur wenig geholfen. Polen hat regelrecht versucht, die Ermittlungen zu blockieren. Großbritannien hat gar nicht geholfen, die Nachbarstaaten Schweden und Dänemark haben ein bisschen geholfen.“
Die Deutschen seien allein auf sich gestellt gewesen. Pancevski glaubt, dass Dieter Romann, der Chef der Bundespolizei, schnell realisiert habe, dass dieser Anschlag zu dem prägenden Fall seiner Karriere werden würde. Er gilt als der dienstälteste Polizeichef in ganz Europa.

„Die Nord-Stream-Sprengung“ ist schon jetzt ein Erfolg, wenige Tage nach Veröffentlichung war das Buch bereits stellenweise ausverkauft.
Kleine Details wie ein Blitzerfoto brachten den Erfolg
Pancevski erklärt, wie die Ermittler bei diesem Krimi vorgegangen sind: Man habe in klassischer Detektivarbeit überlegt: Wo ist erstmal das Boot? Wer ist auf welchen Kameras rund um das Boot gesehen worden? „Dann haben sie Blitzer ausgewertet und auf der Rückfahrt nach der Aktion sind einige geblitzt worden auf der Autobahn.“ Es war keine große Überschreitung – nur ein paar km/h. Aber ein Erfolg nach der Prüfung von mehreren Tausend Blitzerfotos. Weiteres Verhängnis: Die Täter waren mit einem ukrainischen Kennzeichen unterwegs.
Mit welchen Technologien die Ermittler zumindest einen Täter dingfest machen konnten, erfahren Sie im ganzen Interview mit Bojan Pancevski.
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Ralf Schuler
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