Kubicki über die lange Krise der Ampel: „Ich bin leidgeprüft. Ich bin das dritte Mal verheiratet“
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FDP-Urgestein und Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Kubicki kennt sich aus mit Krisen, schließlich macht er seit 40 Jahren Wahlkampf für seine Partei. Bei „Schuler! Fragen, was ist“ plaudert der Spitzenkandidat für Schleswig-Holstein über die Krisen der Ampel – und die menschlichen Parallelen.
Kam das Ampel-Aus zu spät? Gemäß zahlreicher Meinungsforschungsinstitute steht die FDP aktuell bei 4 Prozent und würde damit vom Wähler in die außerparlamentarische Opposition versetzt. Man scheint nicht so richtig mehr an die Liberalen zu glauben. Geht es nach Wolfgang Kubicki, hätte man in der Ampel-Beziehung schon viel früher die Reißleine ziehen müssen. „Wenn Sie mich persönlich fragen: Ich wäre spätestens im Sommer 2024 aus dieser Koalition ausgeschieden, nachdem klar war, dass die drei von der Tankstelle, also Olaf Scholz, Robert Habeck und Christian Lindner, nicht in der Lage waren, nach 80 Stunden gemeinsamer Beratung sich auf einen Haushalt zu einigen“, erklärt der 72-Jährige.

Wenn die EU vor Einflussnahme bei den Bundestagswahlen warnt, dann nimmt sie selbst Einfluss, erklärt Wolfgang Kubicki
„Doppel-Wumms“ beziehungsweise Wirtschaftswende bleiben ergebnislos
Besonders gut könne man die gescheiterte Beziehung an der gemeinsam beschlossenen Wirtschaftswende, dem „Doppel-Wumms“, erkennen. Denn zwischen Verkündung und dem Ende der Koalition „ist nicht eine einzige Maßnahme umgesetzt“ worden, erklärt der FDP-Politiker. In seiner Partei habe es zwei Lager gegeben: „Die einen haben gesagt: ‚Wir finden keine gemeinsame Grundlage mehr mit SPD und Grünen, um Deutschland voranzubringen.‘ Und dann die anderen, die gesagt haben: ‚Wenn wir jetzt aussteigen, wird uns der Vorwurf gemacht, die Freien Demokraten betreiben die Flucht aus der Verantwortung.“
Viele in der Partei hätten Angst, dass bei den Menschen „Die FDP flieht immer, wenn es darauf ankommt“ hängen bleibt. Deshalb sei die Trennung umso komplizierter gewesen.

Der Spitzenkandidat der FDP Schleswig-Holstein wünscht sich eine schwarz-gelbe Koalition
Er fügt hinzu: „Ich finde, wenn Parteien Verantwortung übernehmen wollen, müssen sie die auch tragen.“

Nach eigenen Angaben ist Kubicki seit 55 Jahren FDP-Mitglied und entsprechend leiderprobt
Beziehungen müsse man anständig beenden
Auf Frieden zwischen Rot-Grün und FDP setzt Kubicki im Gespräch jedenfalls nicht. „Wir konnten nicht mehr mittragen, weil nichts zum Tragen da war“, lautet sein Attest. Einen Wirtschaftsminister Habeck werde es in einer Regierung unter FDP-Beteiligung nicht geben. „Ich bin leidgeprüft. Ich bin das dritte Mal verheiratet, zweimal geschieden, aber immer anständig. Wenn man feststellt, eine Beziehung hat keine Basis mehr, man krampft sich nur so durch, dann ist es immer sinnvoll, sie anständig zu beenden“, sagt Kubicki.
Das ganze Interview mit Wolfgang Kubicki können Sie hier ansehen.
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Ralf Schuler
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