Manager-Legende Kurt Lauk über Deutschland 2035: Unsere Straßen werden aussehen wie in Kuba
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Prof. Kurt Lauk ist ein alter Fahrensmann der CDU, war dort Chef des Wirtschaftsrats, wurde dann von Angela Merkel kaltgestellt, war Top-Manager bei Daimler und Audi und erklärt im jüngsten Interview auf gleichermaßen bedrückende wie leider auch zutreffende Weise, warum der Wirtschaftsstandort Deutschland vor einem tiefgreifenden Abschwung steht.
Die Bundesregierung, sagt Lauk, „verschiebt nur noch die Liegestühle auf der Titanic“. Der Grund: Die Milliarden-Schulden von Kanzler Friedrich Merz (CDU) werden nicht in Hightech-Chips, nicht in Satelliten, billige Energie oder innovative Start-ups investiert, sondern in kaputten Beton. Im Wettlauf gegen Amerika und China werde Deutschland damit verlieren, so Lauk.
Hier geht’s zum Interview im Video:
„Ideologie kann man nicht rechnen“
Für Aufsehen sorgte unlängst der Chef des Spezialchemiekonzerns Evonik, Christian Kullmann, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dort beschreibt er, dass die Kosten der Energiewende bis heute nicht zu beziffern seien. Der CEO fordert: Weg mit dem Zertifikatehandel. Lauk wundert sich über den scharfen Ton aus der Wirtschaft nicht – und auch die Zahlen zur Energiewende werde es nicht geben, „weil es Ideologie ist und Ideologie kann ich nicht rechnen. Und damit ist natürlich die Volkswirtschaft de facto im absteigenden Ast. Und das ist genau das, was wir jetzt sehen.“
Warum erkennt die Politik das nicht? Lauk meint, man schaue bewusst weg und ignoriere, welche Auswirkungen das auf Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit habe. „Ideologie ist Glaubenssache und der Glaube steht höher als die Fakten.“

Gerade Entwicklungsländer wollen Wachstum und Wohlstand. Ihnen kann man einen höheren CO2-Ausstoß nicht verwehren. Und Deutschland wird dieses Wachstum nicht kompensieren können, rechnet Kurt Lauk vor.
„Mut vor einem Königsthron der deutschen Manager ist eingeschränkt“
Manager-Legende Lauk bedauert, dass in jüngster Vergangenheit nur Kullmann diesen Klartext sprach. „Ich muss leider gestehen, dass der Mut vor einem Königsthron der deutschen Manager eingeschränkt ist. Der Einzige, der wirklich aus der Reihe getanzt ist – zum Wohle seines Unternehmens –, ist der Herr Zipse von BMW. Langfristig hat er sich gegen den Trend gewehrt. VW hat die Flagge geschwenkt für reine Elektrik und fällt damit jetzt voll auf die Schnauze. Einfach deshalb, weil man die Wettbewerbsanalyse nicht gemacht hat. Wenn ich das Hauptelement – den Hauptkostenblock: Motor, Getriebe, Differenzial – den Chinesen gebe, brauche ich mich nicht wundern, wenn ich abbauen muss.“
2035 ein „ganz spannendes Straßenbild“
Für Deutschlands Zukunft liefert der Experte eine spannende Prognose. Werden wir 2035 alle auf das Lastenrad umsteigen? Nein, sagt Lauk. „Es wird ein ganz spannendes Straßenbild sein. Wir sehen das in Kuba. Es wird unheimlich viele Oldtimer auf den Straßen geben, unheimlich viel Auswahl, gemischt mit modernen Elektrofahrzeugen.“ Wer schnell vorankommen will, fährt dann mit Feststoffbatterien im Auto. „Und der Rest? Der freut sich über seinen Oldtimer in der Garage und freut sich, dass er damit mit offenem Verdeck durch die Landschaft fahren kann“, sagt Lauk.
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Ralf Schuler
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