Bei ARD und ZDF soll man nicht „Spielermaterial“ sagen, aber Gegenspieler „töten“ ist eine „im Fußball bekannte Formulierung“
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Bei ARD und ZDF wird sehr auf eine politisch korrekte Wortwahl geachtet – jedoch nicht immer!
Während der Begriff „Spielermaterial“ laut ZDF problematisch (weil entmenschlichend) sein soll, wird dem Zuschauer von der Tagesschau das „Töten“ der Gegner als eine im Fußball „bekannte Formulierung“ verkauft.
In einer Vorberichterstattung des ZDF zum EM-Spiel Spanien gegen Italien bat Moderator Jochen Breyer die Ex-Nationalspieler Per Mertesacker und Christoph Kramer darum, das Wort „Spielermaterial“ nicht mehr zu benutzen. „Das wird bei einigen Fans zu Hause kritisch gesehen, weil Menschen kein Material sind. Vielleicht sagen wir einfach in Zukunft Kader oder Spieler-Potenzial“, sagte Breyer.
Kramer und Mertesacker lachten kurz ungläubig auf, gaben dann aber kurz mit einem „okay“ bei. Später sagte Kramer im Gespräch mit Bild: „Ich habe das gar nicht verstanden, und wenn sich einer bei dem Wort ‚Spielermaterial‘ angegriffen fühlt – dem kann ich auch nicht mehr helfen. Ich bin auch Spieler, und wenn einer ‚Spielermaterial‘ sagt, denke ich nicht: ‚Bitte, ich bin ein Mensch‘.“
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Die Gegner töten
Nach dem Achtelfinal-Sieg Deutschlands gegen Dänemark irritierte DFB-Verteidiger Antonio Rüdiger mit der Aussage im Interview nach dem Spiel: „Was wir kritisieren können, ist, dass wir sie (die Dänen) nicht schon vorher getötet haben“. Ganz schön brutal ausgedrückt, fanden viele Zuschauer.
Laut Tagesschau-Faktenfinder jedoch ist Gegenspieler „töten“ eine „im Fußball bekannte Formulierung“.
Merke: „Spielermaterial“ ist entmenschlichend, Gegenspieler zu „töten“ ist aber völlig normaler Fußball-Jargon.
Weiter heißt es in dem Tagesschau-Text: „Sie (der Töten-Ausdruck,d.Red.) wird zum Beispiel verwendet im Sinne von ‚den Sack früher zumachen müssen‘ oder es wird gesagt, man hätte der anderen Mannschaft ‚früher den Todesstoß versetzen müssen‘. Rüdiger ist auch nicht der erste deutsche Nationalspieler, der sie in einem Interview verwendet hat“, versichert der Faktenfinder ohne Beispiele zu nennen.
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