Deutschland hat einen neuen Helden: Der „Neandertaler“ wütet weiter im Käfig
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Es ist das erste Mal seit dem Ende der Eiszeit, dass ein Neandertaler für Aufsehen sorgt: Käfigkämpfer Frédéric Vosgröne bleibt auch nach dem fünften Kampf im Mixed Martial Arts gegen Fabio Moraes weiter ungeschlagen. Besonders beeindruckend: In allen Auseinandersetzungen zwang er seinen Gegner zum Aufgeben. Der Mettmanner aus dem Neandertal bringt jedoch nicht nur herausragende sportliche Leistungen mit in den Ring, sondern wird ebenso für seine nahbare Art geliebt. Kämpft er so weiter, hat er das Potenzial, in den Olymp deutscher Sportlegenden aufzusteigen. Der Zeitpunkt dafür wäre jedenfalls denkbar günstig.
Denn: Schon jetzt ist ihm der Rückhalt seiner Fans sicher. Als Vosgröne alias der „Neandertaler“ am Samstagabend bei Oktagon 76 die Festhalle in Frankfurt betritt, jubelt ihm das Publikum zu. Die Fans feuern ihren Helden noch einmal an, mit Fabio Moraes hat er an diesem Abend keinen leichten Gegner vor der Brust. Auch der Brasilianer gewann sieben seiner neun Kämpfe. Doch Vosgröne lässt sich davon nicht beeindrucken und schaltet den Gegner bereits in der ersten Runde mit einem gezielten Griff aus. Der Vosgröne-Hype lebt weiter!
Sein Kampfstil machte ihn zum Star
Bekannt wurde Vosgröne über Nacht. Anfang April gewann er bei Oktagon 69 in Dortmund seinen Kampf gegen Jorick Montagnac. Viral ging er danach für seinen besonderen Kampfstil, Vosgrönes Stärken liegen vor allem im Bodenkampf. Immer wieder hielt er sich an Montagnacs Bein fest und versuchte den Franzosen zu Boden zu ziehen. Weltweit kopierten Fans die Szenen und machten den Deutschen zum Star des Events.
Der nahbare Sportheld
Seitdem ist Vosgröne einem weiteren Publikum bekannt, nicht nur Kampfsportfans. Anders als im Ring wirkt er vor der Kamera jedoch fast schon schüchtern, wenn auch dennoch sympathisch. Sein Spitzname, der „Neandertaler“, hat sich landesweit herumgesprochen, ist jedoch laut eigener Aussage nicht nur auf den geografischen Ort bezogen, sondern auch auf sein Aussehen.
In den sozialen Medien sammelte er außerdem Sympathiepunkte, indem er zugab, mindestens fünf Döner in einer Stunde verspeisen zu können. Selten erwischt man den Neandertaler ohne ein Grinsen, großkotzige Kämpfer-Allüren gibt es bei ihm nicht.

Abseits des Käfigs trifft man den Neandertaler fast nie ohne ein dickes Grinsen im Gesicht.
Lieber übt sich Vosgröne in Zurückhaltung, zeigt stattdessen im Oktagon-Kampfkäfig sein Können: „Es freut mich ungemein, dass die Leute mich nicht nur wegen meiner kämpferischen Leistung, sondern auch wegen meiner Persönlichkeit feiern. Hätte ich ehrlich gesagt nie gedacht, dass ich damit mal einigermaßen berühmt werde“, so Vosgröne im Interview mit RTL.
Vosgröne ist der Inbegriff deutscher Tugend. Bodenständig und fleißig arbeitet er an seinem Erfolg, ohne sich dabei selbst in den Vordergrund zu stellen.
Ein gutes Momentum für neue Stars
Um sich mit einem Titel ins kollektive Sportgedächtnis der Deutschen zu kämpfen, hat Vosgröne sich einen guten Zeitpunkt ausgesucht. Die Helden der Merkel-Jahre sind mittlerweile verblasst. Die Fußball-Nationalmannschaft der Männer machte zuletzt mit einer peinlichen Niederlage gegen die Slowakei auf sich aufmerksam, danach folgte ein mäßiger Auftritt gegen Nordirland. Auch Formel 1-Fahrer Sebastian Vettel dreht keine Runden mehr, Angelique Kerber hat ihren Schläger vergangenes Jahr an den Nagel gehängt und die Klitschko-Brüder verteilen höchstens noch in Russland ein paar Bomben.

Gesenkte Köpfe: Von der Fußball-Nationalmannschaft der Herren wurde man in den vergangenen Jahren häufig enttäuscht.
Jetzt fehlt nur noch der große Titel
Für nationale Euphorie konnte in jüngerer Vergangenheit nur die Basketball-Nationalmannschaft sorgen. Mit ihrem Finalsieg gegen die Türkei Mitte September sicherte sich das DBB-Team zwei Jahre nach dem Weltmeistertitel auch die Europameisterschaft im lettischen Riga. Doch ist Basketball letztlich immer noch eine Mannschaftsleistung und der herausragende Athlet Dennis Schröder ein Sportler, der fernab in den USA seine regelmäßigen Erfolge einfährt.
Der Neandertaler jedoch bleibt uns vorerst erhalten und bringt alles mit, was es für den Volkshelden braucht: Fleiß, Sympathiepunkte, sportliche Fähigkeiten und nicht zuletzt einen hohen Wiedererkennungswert. Das Einzige, was ihm nun noch fehlt, ist der ganz große Titel auf internationaler Bühne. Doch wenn der Kämpfer so weitermacht wie bisher, liegt ein solcher Gewinn durchaus im Bereich des Möglichen.
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Eric Steinberg
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